(openPR) München/Kronach. Anspruchsvolle Premiumkunden, ein von Innovationen im Eiltempo geprägter Wettbewerb und die zunehmende Nachfrage nach individualisierten Produkten - kein leichtes Umfeld, in dem sich Loewe, bekannter Hersteller von gehobener Unterhaltungselektronik, befindet. Dennoch erlebt das Unternehmen derzeit einen steten Aufschwung. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. "Der Schlüssel liegt in der Integration," so Reinhold Rauh, Konstruktionsleiter bei Loewe, "das bedeutet Integration der Produkte, aber auch der Produktentstehung."
Loewe ist der führende Hersteller im Premiummarkt der Unterhaltungselektronik. Das Unternehmen aus dem fränkischen Kronach entwickelt, produziert und vertreibt individuelle Home Entertainment Systeme, Fernseher, DVD-Recorder und HiFi-Anlagen. Im stark wachsenden Segment für TV-Geräte mit einem Volumen von 22 Milliarden Euro allein in Europa (plus 11 Prozent in 2007 gegenüber dem Vorjahr) profitiert Loewe besonders; Fernsehgeräte tragen zu 85 Prozent am Gesamtumsatzvolumen bei und der Trend zu hochpreisigen, großformativen und gut ausgestatteten Flachbildschirmgeräten hält weiter an. Insbesondere aber zeichnet sich der Trend zu integrierten Multi-Media-Lösungen ab, die verschiedene Formen der digitalen Unterhaltung verbinden.
Nachfrage nach integrierten TV- und Audiolösungen steigt
Ähnlich wie bei Handys, die heute Telefon, Kamera und Navigationsgerät vereinen, werden Fernseher so weiterentwickelt, dass sie sich mit anderen Elektronikprodukten, wie Camcorder, DVD, Fotos und Spielen vernetzen lassen. Ein Beispiel ist die Produktlinie Loewe Connect, auf der etwa Digitalfotos direkt vom PC am Fernsehbildschirm angeschaut werden können oder per Funknetzwerk auf Filme und Musik vom Computer zugegriffen werden kann. Im Audiobereich verbindet das Individual Mediacenter unterschiedliche Musikquellen von CD, DVD, FM-Stereo, iPod/iPhone oder dem Internet auf einer Plattform, über welche die Musikverteilung im ganzen Haus zentral gesteuert werden kann.
Doppelte Herausforderung: Null-Fehler-Produktion und individualisierte Produkte
"Unsere Kunden erwarten höchste Qualität," so Konstruktionsleiter Rauh. "In unserem Segment können wir uns keine Fehler erlauben." Doch damit nicht genug: Der Markt verlangt zugleich nach immer schnelleren Innovationen. Eine Lösung zur Steuerung der Innovationsprozesse bietet das Produktlebenszyklusmanagement (PLM). Es sorgt dafür, dass aktuelle Informationen unternehmensweit den richtigen Personen zur Verfügung stehen. Durch transparente Daten und Prozesse werden Unternehmen darin unterstützt, schnell marktgerechte Produkte zu entwickeln und die Wiederverwertung von vorhandenen Informationen zu fördern. Das spart Zeit und vor allem: Fehler werden vermieden - trotz zunehmender Komplexität. Denn die individuellen Home Entertainment Systeme stellen eine weitere Herausforderung für die Entwickler dar. Über Farbe, Form und Material des Gehäuses und seine Aufhängung oder Aufstellung kann jeder Kunde aus einem ganzen Katalog von Varianten selbst entscheiden. Die Geräte müssen daher als flexible Bausteine konzipiert werden - jedoch so, dass hinterher alles ohne großen Aufwand wieder perfekt zueinander passt. Harald Hofmann, CAD-System-Manager bei Loewe: "Wenn man ein Bauteil ändert, hat das womöglich Auswirkungen auf die gesamte Produktpalette, nicht nur auf ein einzelnes Produkt. Wenn man nicht weiß, dass ein Kollege soeben etwas am Modell geändert hat, steigt die Wahrscheinlichkeit der Fehlererzeugung erheblich."
Komplexität beherrschbar machen
Aktuell hat Loewe deshalb nicht nur in neue Produkte, sondern auch in die Verbesserung der Produktentstehung investiert. Um die Komplexität in den Griff zu bekommen, verwendet das qualitätsbewusste Unternehmen seit einigen Monaten Teamcenter (Siemens PLM Software) als System zur Verwaltung der entwicklungstechnischen Daten. Die Entscheidung fiel bewusst für die skalierbare Software, die als sehr zuverlässig gilt. Zusätzlich zum "Vorgänger" I-deas TDM (Team Data Management) hat Teamcenter umfassende Funktionen für die flexible und zuverlässige Datenverwaltung, zum Beispiel in den Bereichen Dokumenten-management, Workflowmanagement, Änderungswesen, E-Mail-Integration, Klassifizierung oder Viewing. CAD-System-Manager Hofmann und seine Kollegen arbeiten damit auf der gemeinsamen Basis eines digitalen Stammmodells zusammen, das ihnen stets die aktuellsten Daten zur Verfügung stellt. So können sie gleichzeitig an verschiedenen Produktentwicklungsaufgaben arbeiten, Ideen austauschen oder parallel Baugruppen, Zeichnungen, Simulationen und NC-Wege aus dem Stammmodell heraus erzeugen. Die zeitgleiche Zusammenarbeit der verschiedenen Einzelbereiche in der Entwicklung bedeutet für Loewe eine deutliche Zeitersparnis gegenüber einer vergleichbaren Schritt-für-Schritt-Vorgehensweise. Indem die Ingenieure mit Hilfe von detaillierten und aussagekräftigen Informationen bereits in einem sehr frühen Stadium ihre Designentwürfe, deren spätere Form, Verhalten oder auch die Kosten des Produktes beurteilen können, verläuft die Entwicklung neuer Fernseh- oder Audiogeräte zielgerichteter. Die Zahl kostspieliger Prototypen verringert sich.
Integration auch in der Produktentstehung
Bald wurde jedoch deutlich, dass selbst das PLM-System als Insellösung für eine wirklich durchgängige Konstruktionsdatenverwaltung nicht genügen würde: Eine systemübergreifende Integration zu SAP musste sichergestellt werden. "Für die Konstruktionsdatenverwaltung gilt im Prinzip dasselbe wie für die neueste Generation der Home Entertainment Systeme. Der Trend geht ganz klar zu integrierten Lösungen," erläutert Jürgen Seelig, Geschäftsführer der TESIS PLMware aus München. Das Unternehmen begleitet Loewe seit mehr als zehn Jahren bei der schrittweisen Einführung der integrierten Datenverwaltung im CAD-Umfeld. Umfassende und exakte Schnittstellen zwischen PLM- und ERP-Systemen (Enterprise Resource Planning-Systemen) für Fertigungs-unternehmen sind inzwischen zu einer wesentlichen Voraussetzung für die erfolgreiche Bewältigung des komplexen Spannungsgefüges Qualität, Variantenvielfalt und verkürzter Zeit zur Marktreife (time-to-market) geworden.
Seit der Einführung von Teamcenter bei Loewe ist deshalb auch das Teamcenter Gateway for SAP im Einsatz. Die von TESIS PLMware entwickelte Integrationslösung verbindet das PLM-System Teamcenter mit dem ERP-System SAP Business Suite und ermöglicht eine Kopplung sowohl auf Daten- als auch auf Prozessebene. So wird sichergestellt, dass Daten beider Systeme miteinander synchronisiert werden und Arbeitsabläufe nahtlos systemübergreifend realisiert werden können. Relevante Informationen stehen damit unternehmensweit aktualisiert und fehlerfrei zur Verfügung. Bei Loewe sorgt es für die reibungslose Dokumentenübergabe aus Teamcenter nach SAP. Das Gateway erzeugt 2D- und 3D-Produktdarstellungen als Neutralformat und überträgt diese und andere Dokumente anschließend an das ERP-System. Umgekehrt übernimmt es SAP-Materialnummern, Status und weitere Informationen in den Zeichnungsschriftkopf nach Teamcenter. Auf diese Weise gewährleistet es konsistente Daten bei der Änderung von Zeichnungen und anderen Dokumenten und stellt sicher, dass Fehler vermieden werden. Die Qualität stimmt dadurch auch bei der hohen Anzahl an Varianten.
Mit dem Ergebnis zeigen sich Reinhold Rauh und Harald Hofmann, die an der Migrationsentscheidung maßgeblich beteiligt waren, sichtlich zufrieden. "Mit der Umstellung von I-deas TDM auf Teamcenter und das Teamcenter Gateway for SAP haben wir uns bewusst für eine High End-Lösung entschieden. Mit dem Schritt haben wir die Weichen für ein hochwertiges und umfassendes Produktlebenszyklusmangement gestellt, das über eine reine Konstruktionsdatenverwaltung hinausgeht," sagt Rauh. Der Konstruktionsleiter und sein Team haben guten Grund, stolz zu sein: Nicht nur bei Home Entertainment Systemen, auch in der Konstruktion hat Loewe Systemgrenzen überwunden.










