(openPR) Planegg-Martinsried. Sie hat den Charme einer quirligen Zweijährigen. Und sie weiß ihre Gesprächspartner um den Finger zu wickeln. Gesprächspartner – eines erst 28 Monate alten Kleinkindes? Elise Tan-Roberts sorgt dieser Tage nicht nur in Großbritannien für Schlagzeilen. Per wissenschaftlichem Intelligenztest wurde bei der kleinen Londonerin ein IQ von über 150 diagnostiziert – ein Wert, mittels dessen sie das Aufnahmekriterium des Hochbegabten-Vereins Mensa erfüllte und nun als dessen jüngstes Mitglied aller Zeiten gilt. Die Britin beherrscht bereits das Alphabet, kennt 35 Hauptstädte und tat mit fünf Monaten ihre ersten Schritte. „Wir wussten einfach nicht, was wir mit ihr anfangen sollten, und brauchten eine gewissen Anleitung“, erklärt Vater Edward Nosegbe-Roberts, warum sich die Eltern an Mensa wandten.
Hilfestellungen finden Eltern hochbegabter Kinder und Jugendlicher auch bei Mensa in Deutschland e. V. (MinD). Mit 7 500 Mitgliedern ist die deutsche Sektion die drittgrößte weltweit und verzeichnet einen regen Zulauf: Binnen der vergangenen fünf Jahre hat sich die Mitgliederzahl verdoppelt. MinD spricht alle Altersgruppen an – so werden in diesem Jahr fast 500 vierte bis 16. Geburtstage gefeiert. Teilnehmer an den wissenschaftlichen Gruppen-Intelligenztests von Mensa müssen zwar 14 Jahre alt sein, jüngere Kinder können aber ein Psychologen-Gutachten aus einem extern durchgeführten Intelligenztest einreichen. Das Aufnahmekriterium erfüllt, wer bei der Testung besser abgeschnitten hat, als es 98 Prozent der Bevölkerung täten – in Deutschland bedeutet dies einen IQ von mindestens 130.
Zwar variieren die wissenschaftlichen Positionen dahingehend, ab wann IQ-Werte relativ stabil sind, „ab dem Alter von zwei Jahren und sechs Monaten kann man bei Kindern aber schon eine aussagekräftige Intelligenzdiagnostik durchführen. Wenn sie in der Folgezeit gut gefördert werden und sich alle anderen Umstände gut entwickeln, ist davon auszugehen, dass sich ihre Intelligenz noch weiter nach oben entwickelt“, erläutert die auf Hochbegabung spezialisierte Kieler Psychologin Dr. Karin Joder.
Um die Förderung durch ein herausforderndes Umfeld geht es auch den Eltern, die ihre Sprösslinge bei MinD anmelden. Der Verein veranstaltet für seine jungen Mitglieder Kids- und Juniors-Aktivitäten und Camps auf lokaler und überregionaler Ebene. Überdies kooperiert Mensa mit der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind (DGhK). Nicht etwa eine Elite-Bildung, sondern Kontaktmöglichkeiten für den hochbegabten Nachwuchs und die Chance auf einen Austausch für dessen Eltern sind die gemeinsamen Ziele. Denn auf diese Weise können die Väter und Mütter mit der Hochbegabung ihrer Schützlinge umzugehen lernen – und helle Köpfe wie Elise Tan-Roberts auf andere nicht der „Norm“ entsprechende Altersgenossen stoßen.












