(openPR) Frank Tornow malt Land-Stücke, die an Landschaften erinnern. Die neuen Serien von 2008, 2009 sind kleine, hochformatige Leinwände mit dick aufgetragener Ölfarbe und über den Leinwandrand tretende Farbreste, mit denen er Stimmungsbilder einer Landschaft erschafft.
Beim Autofahren durchstreift Frank Tornow industriell geprägte Landschaften und an Landstraßen liegende Felder. Durch das Anhalten, Beobachten, Weiterfahren und Hineinsehen in die Landschaft entsteht eine visuelle Sammlung von Natureindrücken. Ob „Dorf, Acker, Hof, Gebäude, Autobahn, Scheißwetter, Feld“, diese faktischen Bildtitel beschreiben eine brüchige Natur und geben den durchs Autofahren bedingten Ausschnittscharakter wieder. Frank Tornow will mit seiner Serie „Landstücke“ weder Desillusionierung thematisieren noch eine Nostalgie hervorrufen: er hat Lust am Malen, an der physischen Materialität der Farbe, er lässt die Farbe und ihren pastosen Verlauf das Bild bestimmen und setzt nur wenige Anhaltspunkte, wie horizontale oder vertikale Striche und objektbestimmende Farben hinzu, bis seine Bilderinnerung sich mit dem Bild auf der Leinwand deckt. Jedes Bild entsteht im Atelier und mittels des wiedererlebten Gefühlsmoments der Landschaftsbetrachtung.
Das serielle Vorgehen, das Vermeiden des Anspruches einer absoluten Naturwiedergabe, ein eher absichtsloses Tun, die experimentelle Offenheit beim Farbauftrag, der Objektcharakter der Leinwände: dies ist Frank Tornows Positionsbestimmung eines zeitgenössischen Umgangs mit dem traditionell geprägten Sujet Landschaftsmalerei.
Ausstellungseröffnung: Freitag, 15. Mai 2009, 19-22h
Dauer der Ausstellung: 16. Mai -27. Juni 2009
Durch die stark variierende Nah- und Fernwirkung der Ölbilder entsteht beim „Entlangstreifen“ an den Bildern ein besonderer Moment: der Blick des Betrachters ist immer im Bild, im Ausschnitt oder im Farbauftrag verfangen, die Weite entsteht beim Nachempfinden. Jeder Betrachter kann seine „eigenen Landschaften“ erahnen und Frank Tornows malerischen Spuren folgen, bis ein Farbaufwurf wieder den Blick ablenkt oder zum nächsten Bild überspringt. Was bleibt, sind Spuren von Erinnerungen, seien es die des Malers oder die eigenen.













