(openPR) Die Schere zwischen Arm und Reich klafft weit auseinander. Dies berichtet das Inkassounternehmen mediafinanz AG mit Bezug auf den vierten diesjährigen Wochenbericht des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung DIW. Demnach beträgt das durchschnittliche Pro-Kopf-Vermögen für 2007 in der Bundesrepublik 88.000 €. Allerdings verfügen die meisten Bürger lediglich über höchstens 15.000 €.
Mit seiner Beobachtung bestätigte das Forscherteam um die Wirtschaftswissenschaftler Joachim R. Frick und Markus Grabka einen gefährlichen Trend hin zum sozialen Ungleichgewicht, der sich schon seit dem Jahr 2002 fortsetzt. Zwar stieg dem Bericht nach das Gesamtvermögen im Beobachtungszeitraum um rund zehn Prozentpunkte an. Diese Zahl verschleiert jedoch, dass rund zwei Drittel der Bevölkerung aufgrund der extrem ungleichen Verteilung über gar kein oder nur ein geringes Vermögen verfügen. Die Angehörigen der reichsten zehn Prozent besitzen hingegen jeweils mindestens 220.000 €. Anteilig betrachtet verwahren die ärmsten sieben Zehntel der Bevölkerung nur 10 Prozent der gesamten Vermögensmasse, während die Angehörigen des wohlhabendsten Zehntels weit mehr als die Hälfte aller Vermögenswerte hüten.
Reich bleibt reich, Ost bleibt Ost.
Das eingangs bezeichnete Vermögenswachstum vollzog sich denn auch recht einseitig, es war lediglich für den ohnehin privilegierten Teil der Bevölkerung spürbar. Für andere Gruppen verschlechterte sich die finanzielle Lage sogar weiter. Insbesondere auf dem Gebiet der ehemaligen DDR haben die Berliner Forscher Vermögensrückgänge dokumentiert. Östlich der ehemaligen innerdeutschen Grenze herrschen deutlich schlechtere Rahmenbedingungen für die Vermögenspflege als im restlichen Deutschland. Beziffert sich das individuelle Nettovermögen in den alten Bundesländern auf mehr als 100.000 Euro, beträgt es im Osten lediglich 31.000 Euro. Vor allem haben die Personen mittleren Alters zwischen 36 bis 65 Jahren einen Teil ihrer Besitztümer eingebüßt, teilweise um bis zu 14.000 Euro seit 2002. Für diesen Rückgang sehen die Studienverfasser im DIW-Wochenbericht eine ganze Reihe von Gründen. Einerseits seien die Immobilienpreise gerade im Osten Deutschlands rückläufig und sorgten für ein verschlechtertes Verhältnis von immobilen Werten einerseits und belastenden Hypotheken andererseits. Außerdem hätten die Ostdeutschen generell weniger Möglichkeiten, Vermögen zusammenzutragen, als ihre westdeutschen Nachbarn. Aufgrund des höheren Arbeitslosigkeitsrisikos müssten sie deutlich häufiger ihre privaten Reserven anzapfen, bevor ihnen Leistungen nach dem Arbeitslosengeld II zusteht. Solche Rücklagen, die den Konsum in Zeiten von Einkommensausfällen stabilisieren könnten, sind jedoch mittlerweile rar. So setzt sich der Teufelskreis aus konjunkturellem Abschwung und weiter steigender Arbeitslosigkeit fort. In der Folge erwartet Grabka speziell für den Osten gravierende Probleme in der Altersversorgung. Im Wochenbericht des DIW teilte er mit, dass „bereits in den mittleren Altersgruppen ein deutliches Entsparen zu beobachten ist“. Das Risiko für Altersarmut, so Grabka, steige.
Liquidität gefährdet?
Als Folge der Wirtschaftskrise wird diese Entwicklung in naher Zukunft ein gesamtdeutsches Phänomen werden. Bereits im Januar 2009 teilte die Allianz Gruppe in einer Pressemitteilung mit, das Privatvermögen der Bundesbürger sei innerhalb des zurückliegenden Jahres um 2,5 Prozent eingebrochen. Schon jetzt ist absehbar, dass als Folge des Abschwungs hunderttausende Werktätige ihre Arbeit verlieren und – abhängig von der Rezessionsdauer - mittelfristig auf Harz-IV angewiesen sein werden. Sobald deren Vermögen aufgebraucht ist, werden viele von Ihnen nicht mehr in der Lage sein, ihren regelmäßigen oder spontanen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, die sie jetzt noch problemlos bedienen können.
Besitztum berechnen
Nach der Definition des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung fließt in das Nettogesamtvermögen der Immobilienbesitz, das Geldvermögen, Versicherungen, Betriebsvermögen, aber auch Wertgegenstände wie etwa kostbare Sammlungen, Gold oder Schmuck ein. Dem gegenüber stellen die Wirtschaftsforscher sämtliche Verbindlichkeiten wie Konsumentenkredite oder Hypotheken.
Probleme tauchen bei befragungsbasierten Datenerhebungen insbesondere dann auf, wenn der Interviewte zu wenig Marktkenntnis besitzt, um den Wert seines Eigentums zum gegebenen Zeitpunkt abzuschätzen. Daher fließt der Immobilienbesitz nur in Höhe des Einheitswertes in die Berechnung ein. Private Kraftfahrzeuge sowie der Hausrat bleiben außerhalb der Bewertung. Ebenfalls bleiben Sozialversicherungsvermögen wie Rentenansprüche unberücksichtigt. Somit unterschätzt diese Methode das tatsächliche Vermögen leicht und bildet nur etwa 80 Prozent des tatsächlich vorhandenen Besitzes ab.









