(openPR) Ambulante Behandlung: Großteil der Versorgung von Hautpatienten durch niedergelassene Dermatologen realisiert
- Vergütungsreform: Kritisches Verhältnis zwischen Innovativen Ansätzen der Hautmedizin und realer Versorgung
- Hautkrebs: Kostenloses Screening erfolgreich gestartet
- Schuppenflechte: Innovative Behandlungsmethoden halten Einzug
Dresden, 30. April 2009 – die Hautarztpraxen in Deutschland stehen vor großen Herausforderungen, denn der Versorgungsbedarf steigt kontinuierlich. Dies gilt insbesondere für die Behandlung von Hauttumoren inkl. deren Vorstufen sowie für allergische Erkrankungen. Insgesamt wird die dermatologische Versorgung heute zu rund 95 Prozent durch niedergelassene Hautärzte (ca. 3000 Praxen behandeln knapp 20 Millionen Patienten pro Jahr) gewährleistet, jedoch sind die Möglichkeiten der Dermatologen durch die ambulante Vergütungsreform erheblich eingeschränkt.
Ambulante Vergütungsreform in der Kritik
Die ambulante Vergütungsreform hat in der Mehrzahl der fünf neuen Bundesländer zur lange überfälligen Angleichung an das sogenannte „West-Niveau“ geführt. Trotz dieses Erfolges sehen sich vor allem die niedergelassenen Hautärzte in Sachsen, Brandenburg und Thüringen, ebenso wie ihre Kollegen in einer Vielzahl der westlichen Bundesländer, einem bis heute nicht bewältigten Vergütungschaos ausgesetzt. So verursacht bspw. das monatliche Regelleistungsvolumen von ca. 5 Euro eine große Spannung zwischen den innovativen Impulsen aus der modernen Hautmedizin und den Möglichkeiten der realen Versorgung der Patienten, denn hierdurch werden etwa 70 Prozent aller dermatologischen Leistungsangebote abgegolten.
Aufgrund dieser schwierigen Situation fordert der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) Versorgungsgerechtigkeit für die oft im Verborgenen stigmatisierten Patienten. Zudem erwarten die Dermatologen, dass die überfällige Vergütungsfrage nach der positiven Entscheidung des gemeinsamen Bundesausschusses für die ambulante Balneophototherapie geklärt wird.
Erste Erfolge des Hautkrebs-Screenings in der Hautarztpraxis
Personen ab dem 35. Lebensjahr haben seit Juli 2008 die Möglichkeit, alle zwei Jahre an einem kostenlosen Hautkrebs-Screening teilzunehmen. Dieses Vorsorgeprogramm wird offenbar gut angenommen. Bereits jetzt nehmen insgesamt rund 90 Prozent aller 3300 niedergelassenen Hautärzte am Screening teil, wobei jeder von ihnen durchschnittlich 300 bis 500 Screenings pro Quartal durchführt. Darüberhinaus bieten ca. 30.000 Hausärzte, die die Patienten je nach Bedarf den Hautärzten zuweisen, das Screening an.
Hinzu kommen abgestimmte Angebote in der Versorgungskette zwischen ambulanter und stationärer Behandlung. Je nach Bedarf werden die präventiven Maßnahmen durch innovative medikamentöse Behandlungsoptionen ergänzt.
Erfolgreiche Behandlung der Schuppenflechte in der Hautarztpraxis
In den letzten Jahren wurden verschiedene innovative Behandlungsoptionen für die Schuppenflechte (Psoriasis) in den Hautarztpraxen eingeführt. Hierbei haben sich z.B. die sogenannten Biologics als sehr erfolgreich erwiesen. Durch den Einsatz dieser Wirkstoffe können viele schwer betroffene Patienten ein weitgehend normales Leben führen. Ein Großteil der Hautarztpraxen in Deutschland bietet diese differenzierte Therapie bereits heute an und ermöglicht so eine flächendeckende, wohnortnahe Versorgung der Betroffenen.
In den vergangenen Jahren ist eine Vielzahl von sogenannten Psoriasis-Netzen entstanden. Auf dieser Basis ist es heute möglich, die Schuppenflechte-Patienten effektiv zu unterstützen und regional abgestimmte Versorgungsangebote zu organisieren.










