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FRIEDEMANN GRIESHABER - Wolkenheim / Skulptur und Zeichnung

22.04.200908:22 UhrKunst & Kultur
Bild: FRIEDEMANN GRIESHABER - Wolkenheim / Skulptur und Zeichnung
Wolkenheim, 2006, Betonunikatguss, 31 x 30 x 30 cm
Wolkenheim, 2006, Betonunikatguss, 31 x 30 x 30 cm

(openPR) 5.6. - 25.7.2009 / Galerie ARTAe Leipzig
Eröffnung am Freitag, 5. Juni von 18 – 21 Uhr
Der Künstler ist anwesend

Einführung um 19 Uhr: Dorothea Ullrich
Volontärin am Museum der Bildenden Künste Leipzig


Friedemann Grieshaber (*1968 in Ravensburg) zeigt mit "Wolkenheim", in der Galerie ARTAe erstmals eine monographische Ausstellung in Leipzig. Grieshaber arbeitet hauptsächlich skulptural mit den Materialien Beton und Bronze. Aber auch Zeichnungen, die einen weiteren Teil seiner Arbeit ausmachen, werden in der Ausstellung zu sehen sein.


Merkmale seiner Arbeiten sind Zurückhaltung und Reduktion im Bezug auf Material und Farbe, der Komplexität und Vielschichtigkeit hinsichtlich seiner Konzeption sowie den Wahrnehmungsmöglichkeiten, die seine Arbeiten erschließen, gegenüberstehen.

Beschreiben lässt sich dies am Besten an einem Beispiel. Grauer Torso (2000) ist eine monolithische Figur, die auf den ersten Blick in der Tradition minimalistischer oder auch kubistischer Skulpturensprache stehen könnte, was für viele von Grieshabers Arbeiten zutrifft. Die Figur ist aus roh gegossenem Beton und erinnert an Treppenstufen, die senkrecht nach oben führen. Doch sind es wirklich Treppenstufen? Wenn ja, wo führen sie hin? In das angekündigte Wolkenheim? Der Titel der Figur eröffnet andere Assoziationen. Und tatsächlich kann der an klassischen Figuren geschulte Blick Parallelen, zumindest Verwandtschaften zu einem nach dem
menschlichen Körper gebildeten Torso feststellen: Mit der Schwere, der scheinbaren Bewegtheit, dem Spiel von Kräften und Balance sowie der trotz des "kalten" Materials warm und lebendig erscheinenden Oberfläche werden hier Formeln erkennbar, die auch für klassische Beispiele dieses Skulpturengenres gelten. Den Torso von Friedemann Grieshaber als Körper, sowohl im physischen als auch im physikalischen Sinn, zu bezeichnen, erscheint nicht weit hergeholt. Dass ein solcher Körper stets in Bezug zum Raum tritt, erscheint als Teil eines Gesetzes. Dieses Gesetz macht sich auch
Friedemann Grieshaber zueigen. Die Beziehung zwischen Körper und Raum spielt in seinen Arbeiten eine wesentliche Rolle. Genau wird darauf geachtet, wie die Figuren für den Blick des Betrachters positioniert sind, einzeln, aber auch im Zusammenspiel, wenn mehrere seiner Figuren zu einem Szenario wie dem in dieser Ausstellung zusammen kommen.

Doch zurück zu zwei Begriffen, die weiter oben fielen: Treppe und Heim. Beide Begriffe verweisen auf Architekturen. Auch das Verhältnis von Architektur und Skulptur ist eines, das sich als Thema durch Friedemann Grieshabers Arbeit hindurchzieht. Besonders deutlich wird dies in Arbeiten wie Gedrücktes Haus (2000), aber auch auf assoziativer und
fragmentarischer Ebene wie z.B. im Grauen Torso. Die Auseinandersetzung mit Architektur, speziell antiker, archaischer und romanischer Architektur, begann bei ihm bereits früh. Und Grieshaber reiste nach dem Abschluß seiner Steinmetzlehre durch Israel und Ägypten, was ihn nachhaltig prägte. Gerade Bauformen wie die einfacher Lehmhütten oder auch der Pyramiden spiegeln sich in seinen in ihrer Formsprache eher an archaische als an moderne Architekturen erinnernden Arbeiten wieder.

Mit dem Titel "Wolkenheim" eröffnet sich eine weitere, in diesem Fall sinnliche und poetische Ebene, die neben der konzeptuellen eine weiteres Merkmal von GrieshabersArbeiten darstellt. Diese Sinnlichkeit gelingt ihm im Wesentlichen über seinen Umgang mit dem Material, dem Verhältnis von Massen und Proportionen und der Balance, die er zwischen Innen und Außen, Haut und Kern, Hinzufügen und Wegnehmen stets findet. Doch was nun ist das Wolkenheim? Der Titel lässt an Begriffe wie Leichtigkeit und Flüchtigkeit der Form, an eine Behausung denken, die irgendwo im Himmel,
auf Wolken schwebt. Friedemann Grieshabers Figuren mit ihrer scheinbaren oder auch tatsächlichen Schwere scheinen in ein solches Szenario auf den ersten Blick nicht hineinpassen zu wollen - oder doch? Wo kann man sich die "Häuser" von Griehaber hindenken? An welchem Ort könnten sie stehen? Und weisen seine Figuren nicht oftmals in die Höhe wie z.B. die "Treppenstufen", die eigentlich ein Torso sind, oder auch seine schlanken Stelen, die auch als Außenarbeitengezeigt werden? Und geht mit dem Eindruck der Schwere nicht auch ein Eindruck Leichtigkeit oder Beweg-
ung einher wie beim Gedrückten Haus, dessen Kanten vor- und zurückzuspringen scheinen? Wie verhält es sich überhaupt mit den Kanten, sind sie fixierte Linien im Raum (und stellen damit einen Bezug zur Zeichnung her) oder erscheinen sie nicht eher als eingefangene Bewegung? Fragen dieser Art sind es, die die Vielschichtigkeit in Grieshabers Werk beschreiben können und die Phantasie des Betrachters anregen.


Text: Dorothea Ullrich
Volontärin am Museum der Bildenden Künste Leipzig

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