(openPR) Rhein-Main ist ein starker Pharmastandort, darin waren sich die Diskussionsteilnehmer der insgesamt vierten medlounge rhein-main im FIZ Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie einig. Am 26. März 2009 diskutierten die Teilnehmer zum Thema „Pharmastandort FrankfurtRheinMain: Stärken stärken“.
Die zahlreichen kleinen und großen Unternehmen in der Region beweisen, dass Rhein-Main als Pharmastandort nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch heute noch eine große Bedeutung hat, betonte Florian Gerster, der Vorsitzende der Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main, in seiner Begrüßungsrede.
Welchen Stellenwert die Region darüber hinaus als Standort für die Pharma-Forschung hat, verdeutlichte Dr. Jochen Hückmann, der Vorsitzende des Gesellschafterrates von Merz. In seinem Vortrag betonte er, dass das mittelständische Unternehmen seinen Erfolg vor allem der Forschung zu verdanken hat. In den letzten fünf Jahren verdreifachte Merz die Zahl der Forscher auf mittlerweile 300, im kommenden Jahr möchte das Unternehmen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung weiter erhöhen. Der wirtschaftlich schwierigen Lage zum Trotz verzeichnete Merz 2008 ein erneutes Umsatzplus. Maßgeblich dazu beigetragen habe, so Hückmann, der Blockbuster des Hauses Merz: das bisher einzige zugelassene Medikament gegen mittlere und schwere Verlaufsformen der Demenzerkrankung - Memantine.
„Die Standortbedingungen in Rhein-Main sind besser als oft angenommen“, so auch Prof. Dr. Werner Kramer, der Geschäftsführer der Forschung & Entwicklung bei Sanofi-Aventis Deutschland. Kramer äußerte sich positiv über die Qualifikation der akademischen Mitarbeiter in Deutschland und wies zudem auf die Bedeutung des hohen Niveaus der Ausbildungsberufe hin, die es so im angelsächsischen Raum nicht gebe.
Kramer lobte darüber hinaus die „Akkumulation an Know-How“, die zahlreichen Möglichkeiten des Austauschs und der Zusammenarbeit zum Beispiel mit der Universität Frankfurt, den ansässigen Forschungsinstituten und den vielen kleinen und mittleren Unternehmen am Standort Rhein-Main.
Kerstin Hanning, Wirtschaftsförderin der Stadt Frankfurt am Main, wies zudem auf die gute Infrastruktur in Frankfurt hin. Die Stadt gelte durch ihre zentrale Lage und den Frankfurter Flughafen als Tor zum internationalen Markt. Sie wünschte sich aber gleichzeitig eine stärkere Marktorientierung vieler Unternehmer und Gründer. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten fehle außerdem allzu oft die nötige Risikobereitschaft bei der Finanzierung neuer Projekte. Dies stelle besonders in der Pharmaindustrie ein Problem dar, weil in dieser Branche etliche Jahre vergingen, bis ein Arzneimittel marktreif sei.
Dass die Zusammenarbeit zwischen der universitären Forschung und der Industrie noch weiter verbessert werden könnte, darin waren sich die Diskussions-Teilnehmer einig. „An den Universitäten sollte mehr auf unternehmerische Grundverständnisse eingegangen werden“, forderte Dr. Christian Garbe, der Geschäftsführer des FIZ Frankfurter Innovationszentrums Biotechnologie. Die Interessen von universitärer Forschung und von Unternehmen lägen noch zu weit auseinander. So fehle oft der Mut zur Unternehmens-Gründung im Anschluss an das Hochschulstudium, bestätigte auch Dr. Anna Eichhorn, die mit der Gründung der humatrix AG nach ihrem Studium selbst den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Sie erklärte diese Tatsache damit, dass an den Universitäten zu wenig unternehmerisches Handwerkszeug vermittelt werde. „Es muss weiter verstärkt zur Zusammenarbeit von akademischen Gruppen und der Industrie ermuntert werden“, bestätigte auch Kramer. Die angesprochenen Hemmnisse betreffen allerdings nicht nur den Standort Rhein-Main, sondern sind ein gesamtdeutsches Problem, so das Resümee der Moderatorin und stellvertretenden Vorsitzenden der Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main Dr. Eichhorn.











