(openPR) Schumann, Brahms und Beethoven stehen auf dem Programm der Frühlingstournee des MCO, die das Orchester von Parma und Pistoia über Cremona und Bologna bis nach Budapest führt. Principal Conductor Daniel Harding leitet die Konzerte, als Solisten werden während der ersten Hälfte der Tournee Hélène Grimaud, während der zweiten Fazil Say zu erleben sein.
Robert Schumanns einzige Oper Genoveva wurde 25. Juni 1850 in Leipzig uraufgeführt, die Ouvertüre dirigierte Schumann bereits im Februar desselben Jahres zum ersten Mal in der Öffentlichkeit. Dem Werk war zunächst kein großer Erfolg beschieden, Schwächen des Librettos führten zu einer ausgeprägten Geringschätzung der Oper, die bis heute nur selten aufgeführt wird. Am Opernhaus Zürich wurde sie jedoch im Februar 2008 mit großem Erfolg in einer Inszenierung von Martin Kusej gezeigt. Die Ouvertüre zu Genoveva erinnert in mancherlei Hinsicht an die Opern Richard Wagners: so fallen auch hier ein starke Leitmotive auf, die zum einen die düstere Atmosphäre der Handlung anklingen lassen, zum anderen die treibenden Motive und Leidenschaften der Hauptfiguren vorwegnehmen.
Die Sinfonie Nr. 3 von Johannes Brahms entstand Anfang der 1880er Jahre, als zwischen den Vertretern der Neudeutschen Schule und den Verfechtern der absoluten Musik ein erbitterter Streit über Ausrichtung und Wert der Gattung Sinfonie schlechthin tobte. Entsprechend kontrovers wurde die Komposition diskutiert, und Brahms galt spätestens seit ihrer Uraufführung bei einem Teil des Publikums als konservativ und einfallslos. Der zahlenmäßig weitaus größere Teil nahm die Dritte Sinfonie jedoch mit Begeisterung auf, sowohl bei der Uraufführung 1883 in Wien, als auch bei Folgekonzerten in weiteren Städten. Knapp hundert Jahre später wurde der dritte Satz Poco Allegretto in der Verfilmung des Françoise Sagan-Romans Lieben Sie Brahms zusätzlich zu einem Klassiker der Filmmusik.
Die Klavierkonzerte Nr. 3 und 4 Ludwig van Beethovens stehen jedes für sich für Neugestaltung und Weiterentwicklung der Gattung. Im Dritten Klavierkonzert tritt der Solist zum ersten Mal dem Kollektiv Orchester als Individuum, als gleichberechtigter Partner entgegen. Der Satzbau hat sich vom traditionellen Virtuosenkonzert entfernt, vielmehr trägt er Züge des symphonischen Konzertes. Im Vierten Klavierkonzert wird die Virtuosität zugunsten einer tiefen Verinnerlichung noch mehr zurückgenommen. Die Uraufführung im Dezember 1808 hat Musikgeschichte geschrieben: gemeinsam mit dem Klavierkonzert wurden die Fünfte und Sechste Sinfonie sowie die Chorphantasie dem erstaunten Publikum im Theater an der Wien dargeboten.
Die italienischen Auftrittsorte eroberten sich Daniel Harding und das MCO bereits in der vergangenen Spielzeit mit allgemein bejubelten Konzerten. Eine »meisterhafte und perfekte Darbietung«, urteilte die italienische Presse begeistert nach dem Konzert im Teatro Ponchielli in Cremona im März 2008, und nach der triumphalen Eröffnung des Bologna Festivals 2008 erfolgte die Einladung für 2009 noch am selben Abend.
Osteuropa dagegen ist Neuland, dem das Orchester mit großer Vorfreude entgegensieht. Das Budapester Frühlingsfestival zählt seit seiner Gründung Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zu den renommiertesten Kulturveranstaltungen Osteuropas. Budapest präsentiert innerhalb dreier Tage Schauspiel, Bildende Kunst und Musik aller Stilrichtungen aus ganz Europa. Die Ausrichtung des Festivals ist international, und die Liste der auftretenden Künstler reicht vom Bayerischen Staatsorchester unter Kent Nagano über Nigel Kennedy und Maxim Vengerov bis hin zur Philadelphia Dance Company.







