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"Zu Diensten Ihrer Majestät" - Management-Tools der Corporation "Kaiserhof"

16.03.200913:43 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: "Zu Diensten Ihrer Majestät" - Management-Tools der Corporation "Kaiserhof"
Eine SOP – Standard Operation Procedure – der Kaiserzeit
Eine SOP – Standard Operation Procedure – der Kaiserzeit

(openPR) Dass der Wiener Kaiserhof mit seiner gewaltigen Größe von bis zu 3.000 Beschäftigten effizient wie ein Unternehmen "gemanagt" wurde, zeigen Historiker jetzt erstmals detailliert auf. So untersuchen sie aktuell die sogenannten Instruktionsbücher, die dem Hofpersonal genaue Anweisungen gaben, wer welche Aufgabe wie zu erledigen hatte. Durch deren Auswertung im Rahmen eines Projektes des Wissenschaftsfonds FWF wird die organisatorische Praxis am Wiener Hof wieder nachvollziehbar und in Form einer Darstellung der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.



Der Wiener Hof war wohl eines der ersten Großunternehmen. Denn spricht man von der "Größe" des Kaiserhofes, ist damit keineswegs dessen Bedeutung als eines der wichtigsten politischen Entscheidungszentren Europas gemeint, sondern dessen tatsächliche physische Größe: Im Umfang einer kleinen Stadt beschäftigte der Kaiserhof im 17. Jahrhundert 1.000 und im 19. Jahrhundert bereits 3.000 Menschen. Diese kümmerten sich darum, dass der Kaiser sein Essen auf den Tisch bekam, dass die Wäsche gewaschen oder die Pferde versorgt wurden.

Doch wie hat man damals die vielfältigen Aufgaben organisiert, wie genau hat der Wiener Hof funktioniert? Umfassende Antworten auf diese Fragen geben jetzt erstmals Wissenschaftler des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung an der Universität Wien. Im Rahmen des Projektes "Zu Diensten Ihrer Majestät!" werden die organisatorischen Abläufe am Hof rekonstruiert und ihnen damit neues Leben eingehaucht.

Strenges Regiment
Die Koordination der vielen Beschäftigten, die am Wiener Kaiserhof die verschiedensten Funktionen bekleideten, bedeutete einen großen Organisationsaufwand und bedurfte klarer Entscheidungsstrukturen – wie in einem modernen Unternehmen. Um den Überblick nicht zu verlieren und Leerläufe zu vermeiden, griff man am Kaiserhof auf ein ganz spezielles "Management-Tool" zurück: sogenannte Instruktionsbücher, die nun im Rahmen des Projektes analysiert werden.

"In den Instruktionsbüchern wurden Instruktionen, also Handlungsanleitungen für 80 verschiedene Ämter am Wiener Hof festgehalten. Diese gaben den Beschäftigten vor, wie Arbeitsaufgaben korrekt und im Sinne des Hofes erledigt werden mussten. Dementsprechend wurde auch gleich festgehalten, wie die Bediensteten kontrolliert wurden, welchen Befehlsstrukturen Folge zu leisten war und welche Organisationsstruktur am Hof generell galt", so Projektleiter Prof. Martin Scheutz. Aber auch eine Art "Corporate Identity" ist in den Instruktionsbüchern enthalten: So kommt darin beispielsweise immer wieder der Ruf nach Ordnung, Effizienz und Sparsamkeit vor, wird die wichtige Rolle von Rang und Würde betont oder aus religiöser Sicht die Angst vor dem Protestantismus offensichtlich.

Dem Kaiser(hof) ganz nah
Die Instruktionsbücher wurden über einen Zeitraum von mehr als 200 Jahren geführt und vom Personal des Obersthofmeisters, der obersten administrativen Instanz, aktuell gehalten. Dabei entstanden vier Bände mit insgesamt 1.400 handgeschriebenen Seiten. Im Rahmen des Projektes wird nun eine Edition dieser Handschriften angefertigt und im Anschluss daran ausgewertet, um die Organisation des Wiener Hofes detailgetreu darzustellen. "Unser Ziel ist es, über eine statische Beschreibung der Organisationsstrukturen hinauszugehen und ein lebendiges Bild der Praxis vom Funktionieren des Wiener Hofes zu erstellen. Wir werden die Organisationsebenen, die Vorgänge, die Interaktionen und Interdependenzen im Detail betrachten und dicht beschreiben, um die Organisation am Kaiserhof als dynamischen Prozess darzustellen", betont Prof. Scheutz.

Während die Edition der bisher nur handschriftlich vorliegenden Instruktionsbücher vor allem der nationalen und internationalen Forschungscommunity dienen soll – unter anderem um mit deren Hilfe Vergleiche zu anderen Höfen herzustellen –, kommen auch alle Interessierten aus der breiten Öffentlichkeit nicht zu kurz. Denn gestützt auf die Edition der Instruktionsbücher wird im Rahmen des FWF-Projektes auch eine Darstellung zur Organisationsgeschichte des Wiener Hofes erarbeitet.

Informationen zu dem Projekt auch unter: http://www.univie.ac.at/hoforganisation

Bild und Text ab Montag, 16. März 2009, 09.00 Uhr MEZ verfügbar unter:
http://www.fwf.ac.at/de/public_relations/press/pv200903-de.html

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