(openPR) Experte Univ.-Prof. Joachim Bauer beantwortet die Frage nach den Grundmotivationen des Menschen
Die Nachrichten sind voller negativer Schlagzeilen. Unternehmen kämpfen ums Überleben; Manager bangen um ihr Lebenswerk. Gerade in Krisenzeiten sind Konkurrenz und Kampf reale Tatsachen. Aber hat die Theorie, dass Kampf, Egoismus und Aggression die Leitmotive des menschlichen Handelns sind, noch Bestand? Oder weisen neue Erkenntnisse nicht vielmehr darauf hin, dass immer dort, wo Menschen mit Menschen zu tun haben, ein Umdenken passieren muss?
Der bekannte und renommierte Neuroimmunologe, Prof. Bauer, wird am 28.03.2009, 10 bis 13 Uhr, im Robert Schuman Haus in Trier einen Vortrag „Kampf und Kooperation – Der Mensch aus dem Blickwinkel der Neurobiologie“ halten.
Charles Darwin, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 200. Mal jährt, forderte, der Mensch müsse einem fortwährenden Kampf ausgesetzt bleiben. Einige Jahrzehnte nach Aufstellung dieses Appells stellte Konrad Lorenz seinerseits die These auf, der Mensch werde durch einen „Aggressionstrieb“ geleitet. Vor wenigen Jahren schließlich entwickelte der darwinistische Biologe Richard Dawkins seine Theorie von den „egoistischen Genen“.
Außer Frage ist, dass Kampf und Konkurrenz reale Tatsachen menschlichen Handelns sind und auf einer biologischen Grundlage basieren. Doch die Theorie, dass Kampf, Egoismus und Aggression Leitmotive menschlichen Handelns seien, hat sich als falsch herauskristallisiert. Die moderne Hirnforschung belegt, nicht Kampf und Aggression sondern der Wunsch nach Kooperation und sozialer Akzeptanz sind die wichtigsten menschlichen Grundmotivationen. Auch Gene sind, anders als die aufgestellten Behauptungen, nicht „egoistisch“.
Die beiden Phänomene „Angst“ und „Aggression“ sind neurobiologische und psychologische Signalgeber. Sie helfen dem Menschen, gefährliche Situationen zu erkennen und abzuwehren. Wie die Angst, so ist auch die Aggression ein bei Bedarf abrufbares, biologisch fundiertes Programm. Was die Dynamik der menschlichen Aggression besser als bisher verstehen lässt, sind aktuellere neurobiologische Experimente, die zeigen, dass die Schmerzzentren des Gehirns nicht nur durch die Zufügung von körperlichem Schmerz aktiviert werden, sondern auch durch die Erfahrung sozialer Ausgrenzung.
Überall dort, wo Menschen mit Menschen zu tun haben, muss ein Umdenken passieren. Das betrifft nicht nur die Erziehung und die Arbeit in den Schulen, sondern auch die Situation an jedem anderen Arbeitsplatz. Insbesondere die Frage, was eine „gute Führung“ ist, muss aufgearbeitet und beantwortet werden.
Professor Bauer zeigt neueste Ergebnisse der Hirnforschung auf und gibt Hilfestellungen, hier speziell auch für die Berufsgruppen Lehrer und Erzieher sowie darüber hinaus für Eltern.
Univ.-Prof. Dr. Joachim Bauer, geb. 1951, ist Arzt, Neurobiologe und Psychotherapeut. Er lehrt als Medizinprofessor am Uniklinikum Freiburg. Bauer ist Autor von viel beachteten Bücher wie "Das Gedächtnis des Körpers", "Warum ich fühle was du fühlst" oder "Prinzip Menschlichkeit". Zuletzt erschien sein Buch "Das kooperative Gen".









