(openPR) Köln, 06.03.09 – Immer mehr Menschen der Kriegskinder-Generation versuchen, ihre Herkunft und die ihrer Familien genauer zu erforschen. „Wer zwischen 1940 und 1950 geboren wurde, hat oft kleine, unerklärliche Lücken in seiner Kindheit. Sie entstanden, weil die kindlichen Erinnerungen und die späteren Erzählungen der Erwachsenen nicht zusammen passten“, berichtet die Biografin Daniela Martin. Vieles wurde spätestens mit Beginn des Wirtschaftswunders schnell überdeckt und verschwiegen. Unklare Vaterschaften, kurzfristige Aufenthalte in Heimen oder unbekannte Halbgeschwister seien nicht ungewöhnlich in solchen Kindheiten.
Die Biografin Martin hat deshalb das Projekt „Wurzel-Suche“ gestartet. Menschen, die erfolgreich Spuren in ihrer Vergangenheit entdeckt haben oder diese noch suchen, erzählen dabei von ihren Erlebnissen. „Wer seine Geschichte erzählt, macht anderen Mut, selbst diesen heimlich bohrenden Fragen nachzugehen“, sagt Martin. Aktuelle Debatten wie die um die 200.000 französischen Kriegskinder mit deutschen Vätern zeigten, wie groß der Bedarf an Wissen und Ermutigung sei. Das Projekt „Wurzel-Suche“ stehe auch den Kindern und Enkeln der Betroffenen offen. „Entscheidend dabei ist nicht, wie erfolgreich man bisher war“, betont Martin. „Entscheidend ist, ob man bereit ist, über diese sehr persönliche Erfahrung zu erzählen.“ Die Geschichten sollen gesammelt und später teilweise veröffentlicht werden.












