(openPR) Etwa drei Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Tinnitus. Die quälenden Ohrgeräusche gehen manchmal so weit, dass sie mit Schlafstörungen, Nervosität und Konzentrationsstörungen verbunden sind. Im schlimmsten Fall kommt es zu depressiven Verstimmungen, die die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen können.
„In vielen Fällen bewährt sich eine psychosomatische Behandlung des Tinnitus“, erklärt Diplom-Medizinerin Christa Kuhnt, Oberärztin in der Burg-Klinik. Das weiß sie aus den Erfahrungen, die die Klinik für psychosomatische und psychotherapeutische Rehabilitation in der thüringischen Rhön mit der Behandlung des Ohrgeräusches in den letzten 10 Jahren gemacht hat. Die Fachärztin für Innere Medizin und Psychotherapie betreut das Tinnitus-Behandlungsprogramm der Stadtlengsfelder Reha-Klinik seit dessen Startschuss und hat dieses maßgeblich mit gestaltet.
Bei der Jubiläumsveranstaltung
„Chronischer Tinnitus und Rehabilitation“
am Samstag, dem 4. April 2009
von 9.30 bis 15.00 Uhr
in der Burg-Klinik Stadtlengsfeld
möchte die Burg-Klinik gemeinsam mit Betroffenen, deren Angehörigen, Interessierten sowie ärztlichen und psychologischen Fachleuten Schwerpunkte und Behandlungsergebnisse ihrer eigenen therapeutischen Arbeit reflektieren. Wie kann es dazu kommen, dass die Patienten derart unter dem Tinnitus leiden? Was muss und darf dagegen getan werden? Und wie kann der Betroffene letztendlich seine Lebensfreude wieder finden? Solche und ähnliche Fragen diskutieren namhafte Referenten auf diesem Gebiet mit den Gästen der Veranstaltung. Privatdozent Dr. Manfred Pilgramm, HNO-Arzt im Tinnitus-Zentrum Detmold, berichtet über sinnvolle Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten aus seinem Fachgebiet. Im Anschluss referiert Prof. Dr. Gerhard Goebel, Chefarzt der Medizinisch-Psychosomatischen Klinik Roseneck in Prien am Chiemsee über den Effekt einer ambulanten und stationären Rehabilitation. Auch eine Patientin kommt zu Wort und schildert ihre Erfahrungen mit dem „Untermieter Tinnitus“. Diplom-Medizinerin Christa Kuhnt spricht abschließend über die Behandlungsmöglichkeiten bei chronischem Tinnitus in der Burg-Klinik Stadtlengsfeld. Am Nachmittag finden verschiedene Workshops statt.
Die Veranstaltung ist kostenfrei und wurde von der Landesärztekammer Thüringen mit fünf Punkten in der Kategorie A zertifiziert. Des Weiteren wurde der Zertifizierungsantrag bei der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer gestellt. Anmeldungen bitte bei Iris Paudler im Tagungssekretariat der Burg-Klinik.
10 Jahre Tinnitus-Therapie in der Burg-Klinik
„Leidet der Patient erst einmal unter dem Ohrgeräusch, müssen nicht die Vorgänge im Ohr, sondern die damit verbundenen emotionalen, kognitiven und wahrnehmungspsychologischen Begleitumstände betrachtet werden“, bringt Christa Kuhnt das Tinnitus-Konzept der Burg-Klinik auf den Punkt. Der stationäre psychosomatische Behandlungsansatz sieht ein systematisches Bewältigungstraining vor. Zunächst sollen die Betroffenen die Zusammenhänge ihrer Erkrankung verstehen, erst dann können sie in Zusammenarbeit mit den Therapeuten sinnvolle Lösungsstrategien für sich selbst erarbeiten. Das Angebot der thüringischen Einrichtung besteht in diesem Zusammenhang aus der Vermittlung von Informationen zur Krankheit, dem Herbeiführen von Einstellungs- und Verhaltensänderungen sowie der Lösung psychischer Konflikte oder psychosozialer Problemkonstellationen. Hierzu stehen – je nach Krankheitsbild – Bausteine wie die Klang- und Hörtherapie, die Tanz- und Kreativ-Therapie, verschiedene Entspannungsverfahren, psychotherapeutische Einzelgespräche, das Hyperakusistraining sowie physiotherapeutische Maßnahmen zur Verfügung. Außerdem erhalten die Patienten bei Bedarf entsprechende Medikamente, Sauerstoffinhalationen und eine sozialmedizinische Betreuung. Dank einer Kooperation mit einem ortsansässigen Hörakustiker ist auch eine Versorgung mit Hörgeräten, Noisern oder Kombigeräten gewährleistet.
Das gesamte Behandlungsprogramm orientiert sich dabei an den Richtlinien der Deutschen Tinnitus-Liga. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse werden kontinuierlich abgerufen und in das Programm integriert.





