(openPR) Dank seiner technologischen Spitzenposition wird Deutschland international ein führender Standort für die Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) bleiben. Ermöglicht wird dies durch technologische Spitzenpositionen, wie etwa bei den „Embedded Systems“, dem Herzstück der Infrastruktur¬systeme und Endgeräte. Zu diesem Ergebnis gelangt ein aktuelles Positionspapier des VDE, das der Verband anlässlich der CeBIT 2009 in Hannover vorgestellt hat. Autoren der Studie sind namhafte Experten aus Hochschule und Industrie der Informationstechnischen Gesellschaft (ITG) im VDE.
„Die Krise an sich ist ein produktiver Zustand – man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“ Dieses Zitat des bekannten Schweizer Architekten und Schriftstellers Max Frisch sollte man sich gerade jetzt einmal auf der Zunge zergehen lassen. Doch wie lässt sich aus einer Krise Nektar saugen?
„Die IKT-Branche ist mit über 800.000 Arbeitsplätzen und einem Gesamtumsatz von circa 140 Milliarden Euro einer der größten industriellen Sektoren und ein starker Motor der deutschen Wirtschaft. Deutschland hat durch seine gut ausgebaute Forschungslandschaft und die breit aufgestellte, international ausgerichtete und leistungsfähige IKT-Industrie große Chancen, aus dem gegenwärtigen Strukturwandel – von manchen auch Krise genannt – gestärkt hervorzugehen“, ermutigt Prof. Dr. Ingo Wolff, Vorstandsvorsitzender der ITG im VDE, die Unternehmen der Branche, jetzt die Weichen in die richtige Richtung zu stellen.
Als zukunftsträchtige benannte Wolff insgesamt sechs Technologiebereiche:
• Das Internet der Zukunft
• e-Effizienz und e-Mobilität
• Automotive
• Ambient Assisted Living
• Intelligentes Energiemanagement (e-Energy und Green-IT) sowie
• Sensor- und Aktornetzwerke
Ausbau der Kommunikations-Infrastruktur
Das Internet durchdringt zunehmend sowohl den Privatbereich als auch den Arbeitsbereich des Menschen. Für die zukünftige Nutzung des Internets in beiden Bereichen ist allerdings ein gezielter Ausbau der Kommunikations-Infrastruktur in Deutschland dringend erforderlich. Der VDE begrüßt deshalb den von der Bundesregierung geplanten Ausbau des Glasfasernetzes. Notwendig ist aber nach Ansicht des Verbandes auch der Ausbau eines breitbandigen drahtlosen Zugangs- und Kommunikationsnetzes. „Nichtversorgte, ländliche Gebiete können damit umgehend mit einem breitbandigen Internetanschluss versorgt werden, um sie im wirtschaftlichen Wettbewerb nicht zu benachteiligen“, zog Wolff Bilanz.
Durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik und Steigerung der Vernetzung der Menschen untereinander werde es auch zu einer weiteren Durchdringung des Alltags mit diesen Techniken kommen. Wolffs Worten zufolge werden e-Effizienz und e-Mobilität nicht nur der Information und Unterhaltung der Menschen dienen und die Kommunikation untereinander verbessern, sondern auch die Effizienz des Alltags, des beruflichen Lebens sowie die Mobilität in Freizeit und Beruf vergrößern. Der Wunsch nach Unterhaltung und Kommunikation sei ein deutlicher Treiber für die zunehmende Vernetzung innerhalb der Haushalte und der Konvergenz der Medien wie Internet, Telefonie, Rundfunk und Fernsehen in einem System.
„Die Technologien der Informations- und Kommunikationstechnik sind bereits heute in großem Umfang in Kraftfahrzeugen im Einsatz“, führte Wolff weiter aus. Multimediasysteme würden den Wunsch nach Information und Unterhaltung mit Radio, Navigationssystemen, Verkehrsinformationssystemen sowie drahtlosen Telefonsystemen bedienen. Zukünftige Entwicklungen seien die in der Planung befindlichen Kommunikationssystemen von Auto zu Auto (Car-to-Car) und vom Auto zu einer aufzubauenden Infrastruktur (Car-to-Infrastructure. Die Entwicklung des Autos hin zu einem Elektroauto werde darüber hinaus eine Neuentwicklung der gesamten Fahrzeugelektronik auf der Basis von Sensorik und Aktorik und der sie verbindenden Bussysteme notwendig machen.
Einer Expertise des VDE zufolge wird auch die Informations- und Kommunikationstechnik den Bereich des Gesundheitswesens und der Medizintechnik durch softwaregestützte Dienstleistungen, intelligente Steuerung und drahtlose Anbindung auf eine neue Basis stellen. Diese sollen dazu beitragen, dass ältere Menschen länger selbständig in eigenen Wohnungen leben können, Verbindung zu ihren Verwandten haben und im Notfall automatisiert mit einem Notarztsystem verbunden werden. Hierzu dienen autonome, vielfach drahtlose Sensorsysteme, die in der Wohnung untergebracht oder in die Kleidung eingebaut vielfache Aufgaben der Überwachung von Vitalfunktionen übernehmen können und damit den Menschen ein erhöhtes Gefühl und eine Realität größerer Sicherheit bieten.
Energieeffizienz und zur Reduzierung des Energieverbrauchs
IKT-basierte Methoden können auch die Basis zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Reduzierung des Energieverbrauchs sein. „Energieverteilnetzwerke, die auf allen Ebenen durch IKT-Verfahren gesteuert werden und energieeffiziente IKT-Geräte, deren Stromverbrauch durch intelligente Verfahren reduziert wird, sind ein wichtiges Anwendungsfeld für die Informations- und Kommunikationstechnik mit einem breiten Innovations- und Investitionsbereich für die kommenden zehn bis fünfzehn Jahre“, versicherte Wolff anlässlich der CeBit.
Sensoren wiederum, die Parameter verschiedener Art messen können, und Aktoren, die nach vorgegebenen Situationen gezielt Maßnahmen einleiten, sollen in der Zukunft vermehrt als autonome Netzwerke, die sich selbst installieren und aktualisieren zum Einsatz kommen. Die Netze können drahtgebunden oder drahtlos über Funk vernetzt aufgebaut werden.
Die bedarfsgerechte Entwicklung der Kommunikationsinfrastruktur sowohl im Fest- als auch im Mobilnetz ist eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung neuer, innovativer Anwendungen der Informations- und Kommunikationstechnik.
Wolffs Fazit: „Wenn die bemerkenswert gute Technikposition Deutschlands im Bereich von IKT in den kommenden Jahren zur Verbesserung der Infrastruktur und mit neuen und intelligenten Technologien zur Entwicklung von innovativen Anwendungen voll genutzt wird, kann Deutschland gestärkt aus der Krise und dem jetzigen Umstrukturierungsprozess der Wirtschaft hervorgehen.“ Die Informations- und Kommunikationstechnik werde nicht nur den Wirtschaftsbereich IKT selbst, sondern darüber hinaus die gesamte deutsche Wirtschaft befruchten und international weiter wettbewerbsfähig machen.










