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thallos Vermögensbrief - Obamania in den USA

(openPR) Um bei unserem Thema der letzten Woche anzuknüpfen: Medizin und Heilung.
Obama gilt schlechthin als Wunderheiler. Charisma, Hoffnung, Freude - all diese Dinge werden ihm zugeschrieben. Und er enttäuscht seine Wähler und Anhänger nicht. Mit einem bemerkenswerten Tempo geht er die dringlichsten Probleme an und lässt damit nicht nur seine us-amerikanischen Landsleute stauen. Er war kaum vereidigt als er verkünden ließ, er habe soeben angeordnet das Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba binnen einen Jahres schließen zu lassen.



Und so ging es Schlag auf Schlag weiter: Umweltpolitik, Kooperationen mit anderen Ländern, Offenheit, Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit, Eingestehen von Fehlern in der us-amerikanischen Außenpolitik, …
Das sind alles Dinge, welche wir aus der europäischen Politik schon lange kennen. Das Wunder an sich ist, dass nun auch die USA aussprechen, wir schon lange wissen. Die Umweltpolitik und die Bekämpfung des Klimawandels schaffen durchaus auch Arbeitsplätze und machen zugleich unabhängiger vom Öl.

Und dann kam im gleichen Satz noch ein kleines Wunder: Selbst formulierte Kritik am eigenen American Way of Life. Oder in den Worten des neuen US-Präsidenten: „Die Art und Weise, wie wir bisher gelebt haben, hat uns zuviel Energie verschwenden lassen, die Umwelt belastet und uns abhängiger und angreifbarer gemacht.“

Für die Amerikaner ist Obama ein wichtiger psychologischer Effekt: Er tut etwas, er verändert Dinge. So hat er z.B. in dieser Woche die Krawattenpflicht im Oval Office abgeschafft und die US-Außenpolitik um 180 Grad gedreht. Erstes Ergebnis: Russland verzichtet auf die Stationierung von Raketen in Richtung der us-amerikanischen Abwehrzentren, die in Polen geplant sind.

Ganz augenscheinlich bringt das schnelle, entschlossen Handeln von Obama schnelle Erfolge. Man sollte die Psychologie auf die amerikanische Wirtschaft nicht unterschätzen. Der erste Beleg: die US-Banken öffnen wieder die Kreditvergabe und ermöglichen die größte Fusion auf dem US-Pharmamarkt seit fast zehn Jahren: Der Arzneimittelriese Pfizer will für 68 Milliarden Dollar (rund 52 Milliarden Euro) seinen Konkurrenten Wyeth übernehmen, wie die beiden Unternehmen bekannt gaben. Ein Bankenkonsortium habe zugestimmt, die Fusion mit 22,5 Milliarden Dollar zu unterstützen.

Die Fusion dieser beiden Unternehmen kostet 52 Milliarden Euro – also etwa soviel wie das Konjunkturpaket II, das heute in erster Lesung im Bundestag besprochen wurde. Und private US-Banken stemmen dieses Paket fast zur Hälfte. Es sieht so aus, als ob der Knoten auf dem US-Kreditmarkt zu platzen beginnt.

Es wäre schön, wenn sich das auf Deutschland übertragen würde. Vielleicht braucht es auch bei uns nur etwas mehr Mut und entschlossenes Handeln in der Politik und der Knoten auf dem deutschen Finanz- und damit Kapitalmarkt platzt? Leider wird hierzulande schon wieder viel zu lange und kontrovers diskutiert und nicht gehandelt. Ein jeder Abgeordnete weiß alles besser und findet den einen oder anderen Aspekt nicht ausreichend gewürdigt.

Dabei gibt es Positives über den eigenen Mut der großen Koalition zu berichten. Die Zeitungen schreiben unisono, dass die Abwrackprämie greift und den Autoabsatz kräftig ankurbelt. Einige Händler berichten, dass sie zwei- bis dreimal soviele Fahrzeuge verkauft haben wie im Vorjahresmonat. Im Großraum Stuttgart sind sogar einige Kleinwagenmodelle ausverkauft.

Das zeigt, dass schnelle, mutige Schritte zu schnellen, messbaren Erfolgen führen können – auch in Deutschland. Nur Mut, möchte man unseren Politikern zurufen. Die Märkte werden es ihnen danken. Und damit auch die Kurse.

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