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Förderprogramm für Exzellenzzentren der Krebsmedizin

23.01.200915:18 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Deutsche Krebshilfe führt Begutachtung für zweite Förderstufe durch

Bonn (ek) – Die Standards der medizinischen Versorgung von Krebs-Patienten sind bundesweit bislang noch sehr unterschiedlich. Dies will die Deutsche Krebshilfe ändern: Bis zum Frühjahr 2009 plant die gemeinnützige Organisation, insgesamt zehn Exzellenzzentren der Krebsmedizin in Deutschland zu initiieren und zu fördern. Für dieses Schwerpunktprogramm läuft in dieser Woche (19. bis 23. Januar 2009) die Begutachtung zur zweiten Förderstufe: Ein Gremium aus internationalen Gutachtern, begleitet von Vertretern der Deutschen Krebshilfe, evaluiert ausgewählte Universitätskliniken. „Wir wollen einheitliche Strukturen, Prozesse und Standards schaffen, aber auch die translationale Forschung voran bringen, um die bestmögliche Versorgung für Tumorpatienten zu erreichen“, betonte Professor Dr. Otmar Wiestler, Vorsitzender des Beirats und Vorstandsmitglied der Deutschen Krebshilfe.



Fortschritte in der Vorbeugung, Früherkennung, Diagnostik und Therapie der Krebserkrankungen haben die Überlebenschancen und die Lebensqualität krebskranker Menschen in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Doch nach wie vor werden Krebs-Patienten sehr unterschiedlich versorgt. „Es kann nicht sein, dass eine Frau mit Brustkrebs oder ein Mann mit Prostatakrebs in Norddeutschland anders behandelt werden als in Süddeutschland“, so Wiestler.

Daher hat die Deutsche Krebshilfe das Förder-Schwerpunktprogramm “Onkologische Spitzenzentren“ ausgeschrieben. Zentrale Anlaufstellen für Krebs-Patienten, interdisziplinäre Tumor-Boards, interdisziplinäre Patientenbehandlung auf höchstem Niveau, ein modernes Qualitätssicherungssystem, Grundlagenforschung und klinische Forschung, Vernetzung und enge Kooperationen mit den umliegenden Krankenhäusern sowie den niedergelassenen Ärzten in der Region sind nach Auffassung der Deutschen Krebshilfe die Grundvoraussetzungen für solche Exzellenzzentren.

Aus den 18 eingegangenen Bewerbungen für die zweite Förderstufe wurden zehn universitäre Standorte ausgewählt, die einer kritischen Evaluation unterzogen werden. Das international besetzte Expertengremium unter der Leitung von Professor Dr. Alexander Eggermont, Direktor der Abteilung für Chirurgische Onkologie der Universitätsklinik Rotterdam, besuchte bereits im November 2008 die Universitätskliniken Kiel, Hamburg, Göttingen, Berlin und Essen. In der Woche vom 19. bis zum 23. Januar 2009 werden die Universitätskliniken Düsseldorf, Erlangen, Frankfurt, Ulm und Würzburg begutachtet. Das Expertengremium wird begleitet vom Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Krebsforschungszentrums und Vorstandsmitglied der Deutschen Krebshilfe, Professor Dr. Otmar Wiestler, sowie vom Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, Gerd Nettekoven. Als Patientenvertreter begleitet Professor Dr. Gerhard Englert, Vorsitzender der Deutschen ILCO, die Gutachterkommission. Auch ein Vertreter der Deutschen Krebsgesellschaft nimmt an den Begehungen teil.

Von den Exzellenzzentren verspricht sich die Deutsche Krebshilfe bundesweit eine deutliche Verbesserung der Patientenversorgung und neue Impulse für die translationale Forschung: „Wichtig erscheint uns hierfür insbesondere die Vernetzung mit den übrigen Krankenhäusern und den niedergelassenen Ärzten in der Region“, betonte Wiestler. So soll sicher gestellt werden, dass krebskranke Menschen ohne Reibungs- oder Informationsverlust aus dem stationären Versorgungsbereich in die ambulante Betreuung gehen. Auch die Einbindung von Krebs-Selbsthilfeorganisationen sowie die Berücksichtigung von Krebsregistern sind unverzichtbare Voraussetzungen für eine Förderung.

Seit März 2007 werden in der ersten Stufe des Förderungsschwerpunktprogramms bereits vier Zentren von der Deutschen Krebshilfe gefördert: das Universitäts KrebsCentrum Dresden, das Tumorzentrum Ludwig Heilmeyer am Universitätsklinikum Freiburg, das Centrum für Integrierte Onkologie der Universitätskliniken Köln/Bonn sowie das Südwestdeutsche Tumorzentrum am Universitätsklinikum Tübingen. Auch das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg wird von der Deutschen Krebshilfe unterstützt. „Unser langfristiges Ziel ist es, dass jeder Krebs-Patient in Deutschland innerhalb von maximal einer Stunde Fahrzeit ein Exzellenzzentrum der Krebsmedizin erreichen kann“, so Wiestler.

Onkologische Spitzenzentren
Die Spitzenzentren der Krebsmedizin, die zukünftig von der Deutschen Krebshilfe gefördert werden, müssen unter anderem folgende Kriterien erfüllen:

Fachübergreifende interdisziplinäre Onkologie für alle Tumorerkrankungen mit zentraler Anlaufstelle für Krebs-Patienten.
Einrichtung von interdisziplinären Konferenzen („Tumor-Boards“).
Entwicklung und/oder Umsetzung von Behandlungspfaden im Sinne von Leitlinien.
Einbringung von Patienten in klinische Studien.
Enge Verzahnung von Forschung und Klinik (translationale Forschung).
Psychoonkologische und palliative Betreuung.
Einbindung von Krebs-Selbsthilfeorganisationen.
Interaktion mit niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern der Umgebung.
Vorhaltung von Ausbildungsprogrammen für Ärzte, Wissenschaftler und Pflegepersonal.
Nachweis eines Qualitätssicherungssystems.
Dokumentation durch klinische Krebsregister.
Entwicklung von Programmen zur Früherkennung und Prävention.
-
Bonn, 23. Januar 2009

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