(openPR) Ein Spektakel der ganz anderen Art wurde am 22. Januar 2009 im Zirkus- und Artistikzentrum Köln (ZAK) präsentiert: 182 Erst- und Zweitklässler der Kölner Montessori-Grundschule wurden mit neuen, passgenauen Schuhen beschenkt. Die Aktion unter der Zirkuskuppel bildete den perfekten Rahmen für die Präsentation des ersten deutschen Kinderfuß-Reports. Das Deutsche Schuhinstitut (DSI) hat in Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam die Studie herausgegeben, die zeigt, wie es um die Kinderfüße in Deutschland steht. Mehr als 20.000 Kinderfüße sind in Deutschland und der Schweiz vermessen worden. Das Ergebnis: Kinderfüße sind in den vergangenen Jahren breiter geworden, und 40 Prozent der Kinder tragen Schuhe, die teilweise eine bis drei Nummern zu groß sind. Die Kinderschuhhersteller, die das Gütesiegel WMS nutzen, bieten aufgrund der gesammelten neuen Daten ab Februar 2009 entsprechend angepasste Schuhkollektionen an.
Köln/Offenbach, 22.01.2009. Alles Wissenswerte rund um den Kinderfuß — der erste deutsche Kinderfuß-Report widmet sich der Anatomie und Entwicklung eines oft vernachlässigten Körperteils: dem Fuß. Immer mehr Erwachsene leiden unter Platt- oder Spreizfüßen, Hammerzehen oder anderen schmerzhaften Fußproblemen. Der Kinderfuß-Report unterstreicht: „Bereits im Kindesalter muss vorgebeugt werden, da eine nachträgliche Korrektur oft nicht mehr möglich ist. Nur gutes, genau passendes Schuhwerk kann das gesunde Wachstum der Kinderfüße richtig unterstützen“, betont Prof. Dr. med. Frank Mayer vom Institut für Sportmedizin und Prävention der Universität Potsdam, der die Studien zum ersten umfassenden Kinderfuß-Report Deutschlands geleitet hat. Der Report wurde unter anderem vom Deutschen Schuhinstitut und dem Hauptverband der Deutschen Schuhindustrie (HDS) in Auftrag gegeben und basiert auf einer umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchung von Kindern unterschiedlicher Altersgruppen, in deren Rahmen die Experten über einen Zeitraum von zwei Jahren über 20.000 Kinderfüße vermessen haben — an über 60 Orten in Deutschland und der Schweiz.
„Durch den Report sollte auch die Frage geklärt werden, ob die dem WMS zugrunde liegenden Größeneinteilungen noch die Gesamtheit der Kinderfüße abdecken“, erklärt Manfred Junkert, Geschäftsführer des Deutschen Schuhinstituts. WMS steht für das Weiten-Maß-System, das Gütesiegel, das vom Hauptverband der Deutschen Schuhindustrie ins Leben gerufen worden ist und einer Reihe von namhaften Schuhherstellern als Richtlinie für geprüfte Qualitätsstandards und kinderfußgerechte Passform dient. „Mithilfe eines WMS-Fußmessgerätes kann in Fachgeschäften jeder Kinderfuß genau vermessen werden, um den am besten passenden Schuh zu finden“, sagt Hans Meurer, Vorsitzender des WMS-Arbeitskreises im DSI. Da die Füße der Kinder in den vergangenen Jahren tendenziell etwas breiter geworden sind, wird diese Entwicklung vom WMS-System aufgegriffen und fließt in die aktuellen Kollektionen ein, die ab Februar 2009 in die Läden kommen. Eltern müssen sich nicht umstellen. Sie können sich auch beim aktualisierten WMS auf die bewährten Einheiten weit, mittel und schmal verlassen.
Der Kinderfuß-Report machte deutlich, dass Eltern offenbar zum Teil Probleme beim Schuhkauf haben. Sie wollen auf die Gesundheit ihrer Kinder achten, aber ihr Nachwuchs wächst aus den Schuhen unglaublich schnell wieder heraus, und das Finden der richtigen Größe erscheint Eltern teilweise schwierig. Innerhalb von wenigen Monaten kann es Veränderungen der Schuhgröße geben, so die Experten. Manche Eltern kaufen gerne etwas zu große Schuhe, wie Prof. Dr. Frank Mayer beobachtet hat. „Sie wollen so vermutlich einen Spareffekt erzielen“, erklärt der Mediziner des Institutes für Sportmedizin und Prävention. Früher habe es das Phänomen gegeben, dass die Kinder oft zu kleine Schuhe getragen haben.
Kinderschuhe dürfen nicht zu groß sein!
Aber der Experte warnt: Nicht nur ein zu kleiner Schuh stellt für die im Wachstum befindlichen Kinderfüße eine Gefahr für die gesunde Fußentwicklung dar, sondern auch der zu große Schuh. „Für die empfindlichen Kinderfüße im Wachstum ist es notwendig, dass die Schuhe nicht zu klein und nicht zu groß sind. Rutscht der Fuß im Schuh ständig nach vorne, werden die Zehen gestaucht. Wird der Fuß eingeengt, können sich ebenfalls Fehlstellungen bilden“, erläutert Mayer.
Der Schuh müsse den Fuß fest umschließen, aber im Zehenbereich noch Platz zum Abrollen und eine Wachstumszugabe vorhalten. „Das falsche Schuhwerk kann Kinderfüße nachhaltig schädigen“, sagt der Orthopäde, so dass im Erwachsenenalter dauerhafte schmerzhafte Beschwerden auftreten könnten. Der Kinderfuß-Report kann den Eltern also eine wichtige Hilfestellung beim Schuhkauf bieten. Vielen ist nicht bewusst, dass sie durch ihr Kaufverhalten möglicherweise spätere Fußprobleme ihrer Kinder begünstigen.










