(openPR) Der kaschmirische Shivaismus (Tantrismus) ist ein Jahrtausende alter Weg, dessen Gründertexten eine unglaubliche Modernität und eine seltene Entblößtheit innewohnt. Sie richten sich an intuitive und freie Intelligenzen, indem sie ihnen auf Anhieb die absolute Wahrheit anbieten.
“Du bist Shiva,
Shiva ist das Selbst
Erleuchtet seit Anbeginn,
weder Geburt noch Tod.
Das Universum ist das Spiel deines Bewusstseins“ ¹
Eine der Besonderheiten des Tantrismus ist die beträchtliche Präsenz der weiblichen Meisterinnen, die ermöglichen, dass dieser mystische Strom nie durch Satzungen und zu sehr perfektionierte Formen schwerfällig wird, oder in einem hierarchischen System verkalkt. Sie wussten Unterweisungen zu erschaffen, die gänzlich aus der Wirklichkeit auftauchen und die offen für die ganze Menschheit, ohne jegliche Diskriminierungen, sind.
Die tantrischen Lehren laden uns ein, eine immer direktere und tiefergehende Präsenz mit der Wirklichkeit zu schmecken. Sie lassen uns eine entspannte und klare Aufmerksamkeit entdecken, die aufhört, das was sich zeigt, auszusortieren. Unsere Aufmerksamkeit befreit sich von Kommentaren und Urteilen. Und so steigen wir ein in ein leichtes und intensives, sensibles und immer neues, nie vorgefertigtes Bewusstsein gegenüber dem was ist. Das Leben selbst wird dann unser Forschungs- Praxis- und Kreativitätsfeld sein. Durch die verschiedenen vom Tantrismus vorgeschlagenen Yogapraktiken, entwickeln wir ein immer feineres Bewusstsein über unseren Körper und unser Atmen. Von diesem sensiblen Bewusstsein getragen entdecken wir, dass wir im Kern der Aktivitäten das Absolute berühren können.
Der shivaitische Weg setzt gleichermaßen Leidenschaft und Mut voraus, um mit sich selbst in völliger Intimität zu verschmelzen, ohne die Unterstützungen von ritualisierten, sichernden Formen.
Auf diesem Weg ist der Mensch in seiner Gesamtheit aufgenommen, es gibt nichts zu transzendieren oder zu befreien. Die Gesamtheit aller Gedanken, Emotionen und Empfindungen wird als mystischer Weg verwendet.
Im Kern dieser uneingeschränkten Intimität mit uns selbst, befindet sich das Kleinod des Selbst, die räumliche Quelle, aus der alles auftaucht und wohin alles zurückkehrt um sich aufzulösen, in einem unaufhörlichen Zyklus. Der Shivaismus bringt uns in eine reine Nicht-Dualität zurück, es gibt keine Göttlichkeit außerhalb des Selbst. Er lädt uns ein, zu der Wiedererkennung unserer reinen und schon immer freien Essenz, um endlich ein lebendiger, freier und spontaner Mensch zu werden.
Nathalie Delay hat die Übertragung der Pratyabhijnâ Linie des Tantrismus nach 12 Jahren intensiver Praxis bei Daniel Odier erhalten. Sie ist heute eine der erwachten Meisterinnen dieser Linie.
¹ Auszüge aus „Tantra Yoga. Der Weg zur höchsten Erleuchtung“ übersetzt und kommentiert von Daniel Odier (c) Heinrich Hugendubel Verlag, 2006
Nathalie Delay, bietet ein Vortrag über das tantrische Shivaismus aus Kashmir,
am 30. Januar 2009, um 20 Uhr im Moveo, Eintritt € 12.-
An das Wochenende Seminar mit Nathalie Delay von 31. Januar bis 1. Februar 09, wird von 9:30 bis 18 Uhr, unter anderem die Praxis von Tandava erklärt und praktiziert. Kosten € 130.-

















