(openPR) Im Dezember, wie auch schon über das gesamte Jahr 2008 hinweg, gab es wieder Superlative zu vermelden, wenn auch leider negative.
Am Dienstag, den 16.12.2008 senkte der Offenmarktausschuss der Federal Reserve Bank erwartungsgemäß den Zinssatz.
Alles andere als erwartungsgemäß war der Zielzinssatz. Es ist ein fluktuierender Zinssatz zwischen 0% und 0,25%, der niedrigste Satz in der Geschichte. Nach einer kurzen Rallye an den amerikanischen Börsen kam es am folgenden Tag zur Ernüchterung, und aus der kurzfristigen Euphorie wurde die Sorge, dass die Fed ihr Pulver nun - größtenteils - verschossen hatte.
Von Donnerstag, den 11.12. bis zum darauf folgenden Donnerstag, den 18.12. kam es u.a. wegen der Fed Entscheidung zu der größten Eurorallye gegenüber dem Dollar jemals.
Die Europäische Zentralbank reagierte am Donnerstag, den 04. Dezember auf „eine erhebliche Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivität“ (J.-C. Trichet) im Euroraum und nahm den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte auf nunmehr 2,50 Prozentpunkte zurück. Dies stellt den größten Zinsschritt in der Geschichte der EZB dar.
Gemäß dem National Bureau of Economic Research (NBER) befinden sich die USA seit Dezember 2007 in einer Rezession. Das Komitee von Wirtschaftsexperten verwendet hier eine andere, flexiblere Definition der Rezession. Die durchschnittliche Dauer von Rezessionen nach 1945 betrug 10 Monate, somit liegt die jetzige bereits über dem Durchschnitt.
Der am Freitag, den 04. Dezember veröffentlichte Arbeitsmarktbericht spiegelte die Situation deutlich wider, im November wurden 533.000 Stellen abgebaut, so viel wie seit 34 Jahren nicht mehr. Die Arbeitslosenquote stieg von 6.5% auf 6.7%.
Der designierte US Präsident Barack Obama kündigte das größte Infrastruktur-Programm seit über 50 Jahren an. Ziel ist es große Teile der Infrastruktur, wie beispielsweise Straßen, Brücken, Krankenhäuser, Schulen aber auch die Zahl schneller Internetanbindungen deutlich zu verbessern und dadurch 2,5 Mio. Arbeitsplätze zu sichern oder zu schaffen. Es soll sich hierbei um Dimensionen von über $ 1.000 Mrd. handeln.
Am Freitag, den 19.12. gab es für GM und Chrysler verfrühte Weihnachtsgeschenke in Form von Notfallkrediten in Höhe von $13,4 Mrd. sowie weitere $4 Mrd. im Februar.
Die Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC) beschloss dem niedrigen Erdölpreis durch eine massive Senkung der Förderquoten entgegen zu wirken. Die Förderquote wird ab Januar um -2.2 Mio. Barrel Erdöl täglich gesenkt. Die Meldung verpuffte zunächst wirkungslos.
Generell haben wir eine Beruhigung der Märkte in den vergangenen Wochen feststellen können und dies trotz bemerkenswert schlechter Daten und Nachrichten. Ein Gradmesser hierfür ist u.a. der oft zitierte VIX (Volatility) Index, welcher von seinen Hochs im November (80.9) auf 39.6 am Freitag, den 2. Januar 2009 zurückgekommen ist. Ebenfalls normalisiert hat sich die Intraday - Schwankungsbreite des Dow Jones Industrial Average. Im Dezember belief sich die durchschnittliche Schwankung auf ca. 300 Punkte, im November waren es ca. 430 Punkte und im Oktober immerhin 590 Punkte.
Index
Dow Jones: Dezember: + 10,87% / 2008: -30,74%
S&P 500: Dezember: + 14,16% / 2008: -35,61%
Nasdaq Composite: Dezember: + 16,75% / 2008: -37,45%
Nikkei 225: Dezember: + 1,93% / 2008: -41,74%
DAX Index: Dezember: + 13,16% / 2008: -37,44%
Future
Gold: Dezember: +13,22% / 2008: +2,03%
Öl: Dezember: - 8,56% / 2008: -53,48%
Euro/Dollar: Dezember: + 9,17% / 2008: - 6,18%
Monatsperformance bezieht sich auf den Zeitraum vom Mittwoch, den 01. Oktober bis zum Freitag, den 31. Oktober 2008 auf Basis der Tagesschlusskurse.
Die Jahresperformance bezieht sich auf den Zeitraum vom 31. September 2007 bis zum 31. Oktober 2008 wiederum auf Basis der Tagesschlusskurse.
Wirtschaftsdaten
Die Wirtschaftsdaten der letzten Wochen waren wieder einmal schlecht, insbesondere der ISM Index, der von 44.4 Punkte auf 37.3 Punkte fiel und auch die Factory Orders (Dollarvolumen der neuen Industrieaufträge für lang- und kurzlebige Wirtschaftsgüter) fielen von -2,5% im Vormonat auf -5,1% im November.
Erwähnenswert sind der schlechter als erwartet ausgefallene ISM Mfg Index (32.4 im Dezember) und auch das Consumer Confidence, welches mit einem Wert von 38 ein historisches Tief markiert.
Das amerikanische Bruttoinlandsprodukt kontrahierte im 3. Quartal - wie erwartet - um -0.5%.
Ebenfalls negativ waren die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter. Mit -1% waren sie zwar besser als erwartet (-8,4% im Oktober), jedoch ist dies trotzdem der 4. monatliche Rückgang in Folge.
Die Wirtschaftsdaten aus den USA waren überwiegend negativ.
Wie bereits oben beschrieben wirkt sich die Finanzmarktkrise nun auf die Realwirtschaft aus, dementsprechend schlecht sind die Daten. Diese werden uns auch weiter durch das Jahr 2009 begleiten.
LRT Portfolios im Dezember
Bereich Aktien Trading
Aktien Trading I +170% seit 1. Januar 2008
Aktien Trading II + 28% seit Ende Juli 2008
Aktien Trading III + 32% seit Anfang August 2008
Bereich Aktien
Aktien USA +28% seit 1. Januar 2008
Aktien Deutschland +8,3% seit 1. Januar 2008
Bereich Futures Trading
Futures Trading +448% seit 1. Januar 2008
Die Kombination aus einem rigorosen Risikomanagement mit der Auswahl an viel versprechenden Aktien und Futures, gepaart mit der notwendigen Geduld, hat es uns und unseren Kunden ermöglicht überdurchschnittlich zu profitieren.
Für das Jahr 2009 sind weitere Portfolios in Planung. Wir informieren Sie sobald diese verfügbar sind.
Ausblick
Nachdem das Jahr 2008 als das Jahr der Finanzkrise in die Analen eingehen wird, rechnen wir damit, dass das Jahr 2009 geprägt sein wird durch eine Abnahme des weltweiten Wirtschaftswachstums. Wir gehen davon aus, dass fast alle westlichen Industrieländer sich in einer Rezession befinden oder darauf zusteuern.
Auch die sog. Schwellenländer und aufstrebenden Staaten (wie z.B. China und Indien) werden nicht annähernd an die bisherigen Wachstumsraten anknüpfen können.
Konkret wird dies bedeuten: mehr Arbeitslose, mehr Kurzarbeit, mehr Insolvenzen, weniger Aufträge, geringere Absätze und eine schlechte Stimmung in der Wirtschaft.
Für die Börsen bedeutet dies nicht unbedingt nur schlechtes. Es wird weiter zu Konsolidierungen und Übernahmen kommen.
Selbstverständlich wird es weiterhin Aktien geben, welche die Indizes outperformen. Unsere Aufgabe ist es, Ihnen diese und weitere interessante Titel zu präsentieren.
Internationale Krisen werden uns leider auch im Jahr 2009 beschäftigen. Nicht nur die aktuelle Krise in Nahost, auch den immer wieder aufflammenden Konflikt zwischen Russland und der Ukraine beobachten wir mit Besorgnis.
Nach den schrecklichen Anschlägen von Mumbai muss auch ein Auge auf den - schon lange bestehenden - Konflikt zwischen Indien und Pakistan geworfen werden.
Nicht nur Krisen und Kriege sind denkbar, sondern auch nationale Unruhen aufgrund einer Unterversorgung mit Lebensmitteln oder einer starken Entwertung der Währung.
Trotz des negativen Bildes das momentan vorherrscht, sind wir uns sicher, dass es in den kommenden Wochen und Monaten immer wieder attraktive Investmentmöglichkeiten geben wird.
Die wichtigsten amerikanischen Indizes haben von ihrem Tief am 20. November bis Anfang Januar bereits wieder zwischen 15% und 20% zulegen können. Viele Fonds und institutionelle Investoren haben sehr viel Geld an der Seite und warten nur auf Investitionsmöglichkeiten. Einem Bericht der Leuthold Gruppe und Bloombergs zufolge ist dieses Niveau so hoch wie seit 1990 nicht mehr.
Mitte Januar gehen wir von einer Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) aus.
Mit Spannung erwarten wir auch die Amtsantrittsrede des zukünftigen US Präsidenten und den damit einhergehenden Impulsen für die Wirtschaft und die Börsen.
Die Wirtschaftsdaten werden aller Voraussicht nach weiter schlecht bleiben. Wir werden versuchen eine Trendwende hier möglichst früh auszumachen.
Das Jahr 2009 birgt aufgrund der vorangegangenen, ungewöhnlichen Situation viele lukrative Investmentmöglichkeiten. Krise bedeutet immer auch Chance.
Wir wünschen unseren Mitgliedern und Lesern weiterhin erfolgreiche Investments und freuen uns auf das Jahr 2009.
Ihr LRT Team.
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