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US-Expert - Computer zwingen uns zu einem Dasein als Aktenknecht

06.01.200913:37 UhrIT, New Media & Software

(openPR) Benutzeroberflächen haben sich seit 30 Jahren kaum geändert

Zürich/München, 6. Januar 2008 - Computer und Computersoftware sind immer noch unausgereift: „Die Betriebssysteme von Microsoft, Linux und in geringerem Maße auch von Apple sind zu kompliziert, schlecht gemacht und nicht intuitiv. Da hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren kaum etwas gebessert. Ich beobachte viele hochintelligente Leute, die es gerade noch so knapp schaffen, einen Computer zu bedienen. Viele geben sich selber die Schuld - dabei liegt es an der lausigen Software. Anstatt dass Computer unseren Alltag erleichtern, sind sie eine einzige Quelle des Ärgers“, kritisiert der US-Computerexperte David Gelernter im Interview mit dem Magazin GDI Impuls http://www.gdi.ch.



Während die Hardware immer besser wurde, blieb das Grundprinzip der Software - die Benutzeroberfläche - in den 1970er-Jahren stehen: Hierarchisches Filesystem, Icons, Desktop-Interface, die Maus, all das wurde in den späten 1970ern von Xerox und Bell erfunden. Apple brachte es dann 1984 als erstes kommerzielles Produkt auf den Markt. „Seitdem entwickelte sich die Software kaum weiter, obwohl sich unser Nutzerverhalten radikal verändert hat. Anfang der 1980er-Jahre war es ungewöhnlich, einen Computer zu Hause zu haben. Computer wurden von professionellen Usern bedient; das Internet war praktisch nicht existent. Heute ist das Web allgegenwärtig und jedermann nutzt Computer. Die Grafik hat sich extrem verbessert - aber wir arbeiten immer noch mit den gleichen Benutzeroberflächen wie in den 1970er-Jahren“, so Gelernter, der mit seinen Thesen Widerspruch erntet: „Prinzipiell hat Gelernter recht. Betrachten wir aber die Bandbreite der Oberflächen, so bemerken wir Fortschritte. Der Erfolg von Apple basiert hauptsächlich auf der Ergonomie des ‚Desktops’. Auf die Spitze getrieben im iPhone. Also es gibt Fortschritte – und die fangen in der Regel in Nischen an“, sagt Andreas Rebetzky, Sprecher des cioforums http://www.cioforum.de, im Gespräch mit NeueNachricht http://www.ne-na.de.

Nach Meinung von Gelernter sind die Benutzeroberflächen immer noch die Achillesferse und zwingen den Anwender zu einem „Dasein als Aktenknecht“, der seine Zeit damit verplempert, Dateien zu beschriften und einzuordnen. „Das Desktop-Interface wurde nach dem Vorbild des Büroschreibtischs entwickelt: Man sitzt an einem Tisch mit Akten, und es gibt Schubladen und Ordner, in die man sie ablegt“, führt der amerikanische Spezialist für Künstliche Intelligenz aus. So arbeitete man bereits vor 80 Jahren. In den 1970ern sei dieses System dann einfach auf den Computer übertragen. Man verfolge dabei eine nicht mehr zeitgemäße Logik – sie entspreche nicht mehr der Funktion von Computern. „Ein Schreibtisch ist passiv, der Computer ist aktiv - er kann Dokumente selber beschriften, suchen und ordnen. Die Idee, dass wir jedem Dokument einen Namen geben sollen, ist schlicht lachhaft. Wenn Sie drei Hunde haben, ist das sinnvoll. Besitzen Sie aber 10.000 Schafe, ist es Irrsinn“, bemängelt Gelernter. Rebetzky sieht das ähnlich. Damals geizte man noch mit Bits und Bytes - eine Festplatte mit 10 MByte kostete mehrere tausend Euros. „Daher kam die Entwicklung des Dateinamens – das ist eine sehr kanonische Entwicklung. Heute gibt es bereits Systeme, die in Workflows und Timeflows arbeiten. Systeme, die Metadaten zulassen, volltextorientierte Suchmechanismen, die sogar zum Teil auf unscharfen Pattern basieren. Wir müssen das nur nutzen. Und das erfordert Zeit, den die tradierten Anwender werden zunächst erst mal in den bekannten Ordnern suchen“, glaubt Rebetzky, CIO des Technologieherstellers Bizerba http://www.bizerba.de.

Gelernter entwickelte eine Software, die Informationen auf völlig neue Art strukturiert. Jedes Dokument will er in einer Zeitachse anordnen - einem „Lifestream“. Informationen werden zeitlich strukturiert statt räumlich in Ordnern. So korrespondiert die Anordnung der Information mit den Ereignissen des Lebens. „Unser erstes Dokument ist die elektronische Geburtsurkunde, und jedes Dokument, das hinzukommt, wird chronologisch bis zur Gegenwart eingeordnet. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um E-Mails, Fotos, MP3s oder den Entwurf eines Buchkapitels handelt - alles wird einfach in den Lifestream geworfen“, erläutert Gelernter. Dateien müsse man dann mehr mit Namen bezeichnen, da sie sich selbstständig nach Inhalten, Stichworten, Ort und Zeit vernetzen. Ordner werden überflüssig. Der Lifestream erstrecke sich auch in die Zukunft: Man könne ein Dokument an jene Stelle auf der Zeitachse kopieren, an der es wieder auftauchen soll.

Für den IT-Fachmann Rebetzky ist das eine nette Idee, aber zu eindimensional: „Bilden wir dadurch nicht alles auf einer Perlenschnur ab? Ich glaube, wir müssen Informationen aus dem Cyberpool filtern, indem wir sie in einen Kontext stellen. Zum Beispiel können wir den Kontext ‚Globalisierung’ mit dem Kontext ‚Offshore Softwareentwicklung’ kombinieren und damit im Cyberpool suchen. Ich bin der festen Überzeugung, dass Google und Co. genau diesen Weg beschreiten werden. Derzeit ist die Suche immer noch zu unspezifisch“. Gelernter setzt auf Assoziationen. Wer eine Stimme höre, denke an ein Gesicht. „Damit ist eine zeitliche Information verbunden: Wann habe ich die Person das letzte Mal gesehen? Eine Kombination aus assoziativer Vernetzung und zeitlicher Strukturierung ist die natürliche Art, Information in einer Software zu speichern“. Leider könnten die meisten Softwaresysteme nicht assoziativ „denken“, bemängelt Rebetzky: „Darin unterscheiden sich Computer noch von Menschen. Höchstwahrscheinlich werden die assoziativen Fähigkeiten von Softwaresystemen in den nächsten 20 bis 30 Jahren extrem zunehmen, was unsere Interaktionsmöglichkeiten mit dem Cyberspace erheblich beeinflussen wird. Vorhersehen kann das aus meiner Sicht niemand: Selbst Computergrößen wie Bill Gates dachten ja einst, dass 640 kByte für jeden völlig ausreichen. Welch ein Irrtum“, stellt Rebetzky fest.

Gelernter geht in Zukunft von dreidimensionalen Benutzeroberflächen aus. Das Interface ähnele dann mehr einem Videospiel: „Statt auf den Screen werden wir durch ihn auf eine beliebig große virtuelle Welt sehen. Der Bildschirm wird wie eine Art Fenster sein. Wenn Sie Ihren Computer anstellen, öffnet sich eine Cyberlandschaft vor Ihren Augen, in die Sie meilenweit hineinsehen können. Im Vergleich dazu ist die heutige Desktop-Benutzeroberfläche furchtbar limitiert und langweilig: Ein Hintergrund mit Dokumenten. Ich sehe lieber aus dem Fenster auf Bäume, Menschen und Verkehr als auf Akten auf einem Schreibtisch. Mit dem Lifestream erlauben Benutzeroberflächen virtuelle Zeitreisen: Wir fliegen dann durch die Cyberlandschaft in die Zukunft und die Vergangenheit“. 3D sei nicht der Stein der Weisen, kontert Bizerba-CIO Rebetzky. „Die virtuelle Welt des Business bedeutet Meeting, Prioritäten, Projekte in ständigem Wandel. Wenn mir mein Kalender einmal für die Tagesbesprechungen die Referenzen zu den Dokumenten vorlegt, die für die folgenden Meetings sinnvoll sind, dann haben wir einen ersten Fortschritt. Stand heute: Miles away”.

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