(openPR) Biologen und Netze: da stellt sich wohl im Allgemeinen eher die Assoziation an Jagden mit dem Schmetterlingsnetz im tropischen Regenwald als der Gedanke an ein internationales Kunstportal im Internet ein. In den meisten Fällen dürfte man damit auch eher richtig liegen, aber es gibt eben die berühmten Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Zu ihnen zählt Bettina Wohlwend. Die gebürtige Karlsruherin absolvierte zunächst ein klassisches Biologiestudium in ihrer Heimatstadt und arbeitete danach mehrere Jahre in ihrem erlernten Metier. Was sich ziemlich bodenständig anhört, entpuppt sich auf Nachfrage als spannende Mitarbeit an verschiedenen Forschungsprojekten im In- und Ausland, zu deren Stationen etwa Wien, Stockholm, London oder München gehörten. Aus dem Bayerischen zurück ins Badische führte in den 1990er Jahre ein beruflicher Wechsel an das Forschungszentrum Karlsruhe. Eine interessante Zeit mit Kolleginnen und Kollegen aus fast aller Herren Länder, zu denen auch heute noch zahlreiche freundschaftliche Kontakte bestehen. So hätte denn alles bleiben können wie es war, wäre da nicht eine zweite große Leidenschaft gewesen, die Bettina Wohlwend zwar nicht seit Kindesbeinen aber dennoch seit Jahren entwickelt hatte. Eine Leidenschaft für die Kunst, genauer gesagt für die Bildende Kunst. Mit ihrem klaren, naturwissenschaftlich geschulten Blick erkannte sie früh die neuen Möglichkeiten, die das Internet gerade auch für diesen Bereich bot. Kurz entschlossen entschied sie sich, ihren Traum einer Tätigkeit im Kunstmetier mittels eines Kunstportals zu realisieren. Liebe macht zwar bekanntlich häufig blind, trübte in diesem Fall jedoch nicht den Blick der angehenden Unternehmerin für die unabdingbaren Grundlagen eines wirtschaftlichen Erfolges bzw. der Existenzfähigkeit eines derartigen Unterfangens. Nach einer Marktanalyse stand die Ausbildung als Programmiererin auf der Agenda, eine Entscheidung zu der sich Bettina Wohlwend bis heute beglückwünscht: ermöglichte sie ihr doch nicht nur sämtliche Programmierarbeiten in eigener Regie zu erledigen und somit ohne Fremdkapital an den Start zu gehen, sondern macht sie bis heute unabhängig bei allen anfallenden Änderungen und Erweiterungen. Verbunden war und ist dies allerdings mit einem harten Stück Arbeit. Rund ein Jahr dauerten die Vorarbeiten für das erste Portal, das unter dem Namen "Kunstfächer" im Jahr 2005 online ging und bundesweit private Galerien und deren Ausstellungen präsentierte. Schon bald, d.h. rund ein halbes Jahr später folgte mit dem "Kunstportal-Deutschland" ein entsprechendes Pendant für Museen, kommunale Galerien und Kunstvereine. Der dritte Streich in Gestalt von "Künstlersites", einer im Gegensatz zu vielen anderen Portalen von Anfang an ausschließlich professionellen Künstlerinnen und Künstlern vorbehaltenen kostenlosen Präsentationsplattform kam dann 2006 hinzu. Dank der strikten Auswahlkriterien erwarb sich "Künstlersites" rasch einen guten Ruf, sowohl in Künstler- als auch Galeristenkreisen. Vor allem verfolgte Bettina Wohlwend mit diesem Portal ein echtes Anliegen: die Künstlerförderung. Dank Kostenfreiheit und der Möglichkeit für die Nutzer ihre Arbeiten und Projekte selbst einzustellen und zu aktualisieren, bietet es ein barrierefreies Tor auch ohne eigene Homepage zum World Wide Web.
Dass in Zeiten der Globalisierung auch die Kunst und der Kunstmarkt immer internationaler werden, bedarf keiner besonderen Erläuterung, und so stellte sich nach der erfolgreichen Einführung auf Bundesebene schon bald die Frage nach einer entsprechenden Ausweitung. Zu Beginn des Jahres 2007 fiel nach reiflicher Überlegung die Entscheidung für eine Internationalisierung. In einem für das personell kleine Unternehmen Kraftakt sondergleichen erfolgte ein kompletter Relaunch: ergänzt um hunderte Galerien und Museen aus dem Ausland, wurden die bisherigen drei Portale unter dem neuen Label "artports.com" vereint und bereits im Frühjahr 2007 ins Netz gestellt und seitdem kontinuierlich ausgebaut. Mittlerweile umfasst "artports.com" neben den neuen Rubriken Auktionshäuser und Arthotels eine umfassende Übersicht über die Kunstmessen in aller Welt. Engagiert betreibt Bettina Wohlwend gerade auf diesem Sektor den Auf- und Ausbau von Medienpartnerschaften. Anfangs nicht immer einfach, aber dank der ständig wachsenden Bedeutung und des guten Renommees ihres Unternehmens inzwischen höchst erfolgreich. Mit der Art Basel, dem unbestrittenen Flagschiff unter den Kunstmessen, dem Art Forum Berlin, der fiac in Paris, um nur einige wenige Beispiele zu nennen, bestehen entsprechende Kooperationen.
Dies zieht eine ziemlich intensive Reisetätigkeit nicht nur in Europa nach sich: "Seit einiger Zeit erreichen mich vor allem auch aus Asien Anfragen, ob eine Zusammenarbeit möglich sei", freut sich die Kunstliebhaberin, die nach dem Besuch der Kunstmesse in Shanghai 2006, gerade von der "Korea International Art Fair" in Seoul zurückgekehrt ist. Nur gut, dass Reisen für Bettina Wohlwend zu den angenehmsten Tätigkeiten zählt. Dennoch weiß sie die Vorzüge Karlsruhes auch in beruflicher Hinsicht zu schätzen. Der keineswegs einfache Einstieg in ein völlig neues Metier, gelang u.a. dank wertvoller Hilfestellung des "Cyberforums" sicher reibungsloser als es ohne eine derartige Institution möglich gewesen wäre. Auch wenn sie andererseits manchmal die Erfahrung machte, dass die Prophetin im eigenen Land am wenigsten zu gelten scheint, will sie der Fächerstadt treu bleiben: fing doch schließlich alles mit dem "Kunstfächer" an.
Angelika Reiter













