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„Wir wollen alles überall können“

04.12.200813:05 UhrIT, New Media & Software

(openPR) Susanne Westphal, Kommunikationsexpertin und Zukunfsforscherin, referiert beim 7. datacForum im Zentrum für Gegenwartskunst

Augsburg – Gut 100 Kunden, Partner und Interessenten von datac Kommunikationssysteme GmbH trafen sich im H2 – Zentrum für Gegenwartskunst in Augsburg zum siebten datacForum. Nicht nur eine außergewöhnliche Location, auch ein hochkarätig besetzter Vortrag wartete auf die Teilnehmer: Susanne Westphal, Kommunikationsexpertin und Zukunftsforscherin aus Hamburg, referierte unter dem Thema „Information Overload“ über Megatrends und ihre Konsequenzen auf unser Kommunikationsverhalten.

Trends als Einflussfaktoren
E-Mail-Überflutung, ständige telefonische Erreichbarkeit, wachsende Medienvielfalt, Web 2.0 – nur einige Schlagworte, die den „Information Overload“ beschreiben. Als Trendfaktoren, die diese Art von Kommunikation und unsere zukünftige Kommunikation beeinflussen, nannte Susanne Westphal die Themen New Work, Kreative Klasse, Down-Aging, Individualisierung, Megatrend Frauen und Meta-Mobilität. „Die meisten dieser Trends kommen Ihnen bekannt vor,“ so die Referentin. Denn die so genannten Megatrends zeichneten sich gerade dadurch aus, dass sie eine Halbwertszeit von mindestens 30 Jahren haben. „Megatrends beeinflussen alle Lebensbereiche, sie haben grundlegend globalen Charakter und sind immun gegen Gegenbewegungen.“

Wissen als Erfolgsfaktor
Westphal beschrieb beispielsweise den Wandel der Wertschöpfung, die zunehmend durch „Wissensarbeit“ entsteht. Ihr Fazit: Die Übermittlung von passenden Informationen und Wissen sei erfolgsentscheidend. Im Ländervergleich zeige sich jedoch, dass als Wissensgesellschaft Deutschland Nachholbedarf hat. „Deutschland ist in Europa mit einem Anteil von nur 32 Prozent Hochschulberechtigten eines der Schlusslichter.“ Wachstum prognostizierte die Zukunftsforscherin für die so genannte Kreative Klasse. „In den USA arbeiten bereits 30 Prozent der Erwerbstätigen im Kreativsektor, in Deutschland sind es lediglich 18 Prozent.“
Das Wissenszeitalter hat bereits auch die Biographie des Einzelnen verändert. „Wir unterteilen heute nicht mehr in Phasen der Kindheit und Jugend, des Erwerbs- oder Familienlebens und schließlich des Ruhestandes.“ Post-Adoleszenz, Rush Hour, Selfness-Karriere, Sabbatical, mehrere Job- und Familienphasen etc. – Westphal sieht den Wandel von der Biographie zur Multigraphie. Dazu kommen die Pluralisierung der Lebensstile, das Erstarken des weiblichen Geschlechts und die Meta-Mobilität. „Meta-Mobilität bedeutet, wir wollen alles überall tun können.“ So werde das Wohnzimmer zum Medienzimmer, in dem Arbeitswelt und Freizeit miteinander verschmelzen. Wem dies alles zu viel wird, dem empfahl Susanne Westphal ein effektives Mittel gegen den Information Overload: Die Fernbedienung TV-B-Gone besitze nur einen Knopf – den Ausschalter.

Kunst als Rahmenprogramm
Beim anschließenden Get Together ging die Kommunikation unter den Forums-Teilnehmern jedoch munter weiter. Und wer dem Information Overload entkommen wollte, konnte sich den Ausstellungsstücken des H2 widmen, die im Rahmen von exklusiven Führungen vorgestellt wurden.

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