(openPR) Im vergangenen Monat war für Börsen- und Wirtschaftsinteressierte wieder einmal einiges geboten.
In den USA wurde ein neuer Präsident gewählt, der Volkswagenkonzern war kurzzeitig das Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert weltweit, und Deutschland befindet sich nun „offiziell“ in einer Rezession.
Die Indexbewegung des S&P 500 gibt die Situation gut wieder. Nach einem neuen Tief Ende Oktober kam es zu einer kurzen Erholung und vor dem Wahltag (4.November) in den USA ergab sich ein relativ freundliches Bild. Am Wahltag verlor der Index kräftig und es folgten 2 Wochen der Abwärtsbewegung, die erst am 21. November spät abends gestoppt werden konnte. Der Grund für die starke abendliche Erholung war das Gerücht, dass der Chef der New Yorker Fed Bank, Timothy Geithner, neuer Finanzminister werden sollte. In der darauf folgenden, durch den Thanksgiving Day Feiertag, verkürzte Handelswoche kam es zu einer kräftigen Erholung an den Börsen. So konnte der S&P 500 an fünf aufeinander folgenden Handelstagen in der Spitze mehr als 150 Punkte, bzw. über 20% hinzugewinnen.
Indizes
Dow Jones: November: -5,27% / 2008: -33,97%
S&P 500: November: -7,25%/ 2008: -39,49%
Nasdaq Composite: November: -11,05% / 2008: -42,29%
Nikkei 225: November: -6,61% / 2008: -45,71%
DAX Index: November: -7,11% / 2008: -40,67%
Futures
Gold: November: +12,47% / 2008: +3,79%
Öl: November: -15,73% / 2008: -38,64%
Euro/Dollar: November: +0,72% / 2008: -13,27%
Die Monatsperformance bezieht sich auf den Zeitraum vom Mittwoch, den 01. Oktober bis zum Freitag, den 31. Oktober 2008 auf Basis der Tagesschlusskurse.
Die Jahresperformance bezieht sich auf den Zeitraum vom 31. September 2007 bis zum 31. Oktober 2008 wiederum auf Basis der Tagesschlusskurse.
Wir gehen davon aus, dass es sich um eine Bärenmarktrallye handelt, nachdem sich die Lage fundamental nicht verbessert hat. Eher das Gegenteil ist der Fall. Im folgenden Teil ein paar Beispiele, die den Zustand der Wirtschaft beschreiben:
Deutschland, die Eurozone und Japan befinden sich in einer Rezession. Die USA werden folgen.
China hat aus Angst vor den negativen Auswirkungen den Leitzins massiv gesenkt und ein eigenes, ambitioniertes Konjunkturprogramm aufgelegt. Dieses Programm hat einen Wert von $ 586 Mrd. und soll primär zur Verbesserung der Infrastruktur des Landes verwendet werden.
Aus den USA kamen im letzten Monat besorgniserregende Nachrichten vom Automobilsektor.
Nach dem Durchgreifen der Finanzmarktkrise auf die privaten Haushalte und den Endverbraucher, mussten die US Automobilhersteller starke Absatzeinbußen hinnehmen. Dies und ein kollabierender Aktienkurs veranlasste die CEOs der „Big Three“ (General Motors, Ford und Chrysler) zu einer Reise nach Washington um staatliche Hilfe zu erbitten (erbetteln?). Ob die Finanzspritze gewährt wird, sollte sich Anfang Dezember zeigen. Wir tendieren zu der Meinung, dass sie die dringend benötigten Gelder auch erhalten werden. Grund für die Annahme ist, dass ansonsten eine Insolvenz nach Chapter 11 - mit all seinen Nebenfolgen, wie Massenentlassungen – drohen würde.
Selbstverständlich haben auch die Finanzinstitute weiterhin Liquiditätsprobleme, beispielsweise die Citigroup. Nach dem Verlust von über 60% an Börsenwert innerhalb von nur 5 Tagen, entschied der Staat auch hier zu intervenieren. Es wurden $ 20 Mrd. Soforthilfe erteilt und eine Garantie in Höhe von $ 306 Mrd. übernommen.
Aus diesen ausgewählten Beispielen lässt sich erkennen, dass die Krise noch lange nicht überwunden ist, und es mit Sicherheit noch zu weiteren Abschreibungen, Entlassungen und Konsolidierungen kommen wird.
Wirtschaftsdaten
Die Wirtschaftsdaten aus den USA waren überwiegend schlecht.
Wie bereits oben beschrieben wirkt sich die Finanzmarktkrise nun auf die Realwirtschaft aus, dementsprechend negativ sind die Daten. Wir gehen davon aus, dass sie uns auch in dieser Form noch eine Weile begleiten werden.
Der Arbeitsmarktbericht fiel schlechter als erwartet aus. Es gingen 240.000 Jobs verloren und es war der 10. Monat mit Jobverlusten infolge. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,1% auf 6,5%, insgesamt gingen im Jahr 2008 bisher 1,2 Millionen Jobs verloren.
Ebenfalls schlecht fiel der ISM Non Manufacturing Index aus, er fiel von 50.2 auf 44.4. Dies ist der niedrigste Stand seit Auflegung des Index.
Die Autoverkäufe gingen erheblich zurück, waren es im Vormonat noch 12,50 Mio. Einheiten, so waren es im Oktober nur noch 10,56 Mio. Einheiten.
Die Retail Sales (Einzelhandelsumsätze) fielen im vergangenen Monat um 2,8%, der schlechteste Wert seit Auflegung dieses Index im Jahr 1992.
Ebenfalls stark fiel - auf Grund der schwachen Nachfrage - der Producer Price Index auf ein Niveau von -2,8%.
Das amerikanische Bruttoinlandsprodukt war mit -0,5% schlechter als erwartet.
Die Daten zu den Auftragseingängen für langlebige Wirtschaftsgüter waren mit -6,2% verheerend.
Vom Immobiliensektor kamen ebenfalls wieder schlechte Daten, so fiel die Anzahl der Verkäufe neugebauter Eigenheime, alleine in der letzten Novemberwoche um - 5,3%.
In Deutschland sank das Business Confidence um 4,4 auf nur noch 85,8 - dem schlechtesten Wert seit 1993.
LRT Portfolios im Oktober
Bereich Aktien Trading
Aktien Trading I +170% seit 1. Januar 2008
Aktien Trading II + 28% seit Ende Juli 2008
Aktien Trading III + 32% seit Anfang August 2008
Bereich Aktien
Aktien USA +28% seit 1. Januar 2008
Aktien Deutschland +8,3% seit 1. Januar 2008
Bereich Futures Trading
Futures Trading +448% seit 1. Januar 2008
Ausblick
Trotz des negativen Bildes das momentan vorherrscht, sind wir uns sicher, dass es in den kommenden Wochen und Monaten immer wieder attraktive Investmentmöglichkeiten geben wird.
Der Dezember gilt, im historischen Vergleich, als einer der besten Börsenmonate. Anfang Dezember erwarten wir Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie der Bank of England (BoE). Mitte des Monats denken wir, dass auch die FED noch einmal einen Zinsschritt machen wird.
Die Wirtschaftsdaten werden aller Voraussicht nach weiter schlecht bleiben, die Frage ist nur, in wie fern schlechte Nachrichten schon in die Kurse eingepreist sind? Denken Sie an die letzte Handelswoche im November, die Daten waren bei weitem schlechter als erwartet, die Börse und die Aktienkurse nahmen das jedoch nicht zur Kenntnis und stiegen unbeirrt.
Wie das ganze Jahr hinweg werden wir auch weiterhin nach unserer bewährten Strategie handeln - unsere Performance gibt uns Recht!
Ein so wirres und extremes Börsenjahr trennt die Spreu vom Weizen. Nicht nur in der Industrie und der Wirtschaft, auch bei den Anbietern von Börsenbriefen, Fonds und Finanzdienstleistungen, auch hier wird es zu Konsolidierungen kommen.
Wir wünschen unseren Mitgliedern und Lesern weiterhin erfolgreiche Investments.
Ihr LRT Team.
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