(openPR) Anlässlich des diesjährigen Jubiläums des Deutschen Musikinformationszentrums (MIZ) trafen sich in der Bad Godesberger Redoute über hundert Gäste aus Politik und Kultur zu einem Festakt, um die herausragende Bedeutung der Einrichtung für die musikinteressierte Öffentlichkeit zu würdigen und zugleich einen Blick in die Zukunft von Musik in Zeiten des Internets zu werfen.
„Es bedarf in erster Linie einer ausgeprägten geistigen Trennschärfe, um aus der Menge an Daten zum deutschen Musikleben die wesentlichen herauszufiltern und zu dokumentieren", lobte Martin Maria Krüger, Präsident des Deutschen Musikrats, die Arbeit des Deutschen Musikinformationszentrums. Seit seiner Eröffnung 1998 stellt sich das MIZ der Herausforderung, die seit Jahrhunderten gewachsene, mitunter schwer überschaubare und vielfältige Infrastruktur des Musiklebens systematisch aufzubereiten und zu vermitteln - durch Publikationen, die hauseigene Internetplattform www.miz.org sowie mittels individueller Beratung. Das Informationsspektrum reicht von der musikalischen Bildung und Ausbildung über das Laienmusizieren, die professionelle Musikausübung und das Veranstaltungswesen bis zu den Medien und der Musikwirtschaft. Die Datenauswahl und -aufbereitung, die nutzerfreundliche Informationsstruktur der Website und die individuelle Betreuung der Anfragenden unterstreichen den besonderen Servicecharakter des MIZ für die musikinteressierte Öffentlichkeit und machen es zum Vorbild auch für andere Kultursparten, so die einhellige Meinung der Gastredner, die stellvertretend für Bund, Länder und Gemeinden an der Jubiläumsveranstaltung teilnahmen.
Musik und Internet - Kreativbranche sollte die neuen Medien als Chance begreifen
Im Mittelpunkt des Festakts stand der Blick in die Zukunft von Musik in Zeiten des Internets. Der Strukturwandel in der Musikwirtschaft, ausgelöst durch das Internet, erzeuge in weiten Teilen der Branche wirtschaftliche Ängste, so Helmut Scherer, Professor für Journalistik und Kommunikationsforschung in Hannover. Die Musikwirtschaft führe den verzeichneten Umsatzrückgang im Einzelhandel auf das vermehrte Raubkopieren zurück, und fordere in der Folge zumeist nach Verboten und Sanktionen. Scherer unterstreicht, dass diese Sichtweise verkürzt sei. Die Umsatzeinbußen resultierten auch aus Mehrausgaben für Computerspiele und Handys. Scherer ermunterte zu einem kreativen Umgang mit den Herausforderungen des neuen Mediums, das doch in erster Linie Chancen biete: „Downloads halten die Produktionskosten niedrig und ermöglichen zugleich eine immense Auswahl - allein die vier größten Musikportale bieten mehr als 30 Millionen Titel an." Gerade durch seinen Netzwerkcharakter ermögliche das Internet völlig neue Wege des Beziehungsaufbaus und der Kommunikation. Ein gelungenes Beispiel hierfür sei das Kompetenznetzwerk MIZ. Scherer zeigte sich überzeugt, dass die Musikindustrie durch Annahme der Herausforderungen durch das Internet letztlich neue Ideen und schließlich Wertschöpfungsprozesse generieren werde.








