(openPR) Im Advent laden neue Fundstücke aus dem Nachlass von Alois Koch zu einer Entdeckungsreise durch Leben und Werk des Künstlers.
An manchen Tagen im Winter wollten und wollten die Dinge für Alois Koch einfach nicht zusammenkommen: Auf der einen Seite die Lust und der Antrieb, stundenlang im Atelier an der Leinwand zu arbeiten, auf der anderen die kurzen Tage mit viel zu wenig hellem Licht. Nicht selten war ein mißgelauntes Westerwälder Grummeln zu hören über die tageslichtarme Saison. Für seine von Farbe und Licht geradezu explodierenden Gemälde, mit denen er sich weltweit einen Namen gemacht hatte, brauchte Alois Koch die richtige Beleuchtung von draußen und er mochte es nicht sehr, vom Wetter blockiert zu werden.
Kam allerdings die Wintersonne heraus und jagte ein Feuerwerk an verschiedenen roten, blauen und gelben Tönen ins Firmament, war Alois Koch mit der kalten Zeit sofort wieder versöhnt. Dann konnte es passieren, daß er Besucher aus seinem Altelier in das zur Donau hingewandte Treppenhaus führte und erklärte: „Schau Dir das an, nie ist der Himmel über Straubing so schön, wie im Dezember und im Januar.“ Wenn die Kälte die Flußlandschaft fest im Griff hatte, der Raureif über den Wiesen lag und in früherer Zeit sogar die Donau zugefroren war, speicherte Alois Koch in seinem Gedächtnis Motive ab, aus denen oft schon kurze Zeit später Gemälde entstanden wie das abgebildete „Wintermärchen“ aus dem Jahr 1963.
Koch hat hier in seiner charakteristischen Art mit nur wenigen Strichen und mehr konturenhaft die Schlittschuhläufer, die begabten und die weniger begabten, die aufschneiderischen und die bescheidenen, die eher eleganten und die eher sportlichen, in die winterliche Szene gesetzt und den Betrachter selbst im Hochsommer die Temperatur jenes Tages an der zu einer Eisbahn gewordenen Donau fühlen lassen. „Wintermärchen“ ist eines der Gemälde, in denen der Künstler „sein Straubing“ zum Hauptdarsteller gemacht hatte; Koch war 1939 nach Niederbayern gezogen und bis zum Ende seines Lebens im Jahr 2002 geblieben.
Für den kommenden Advent hat die Tochter des Künstlers eine kleine Werkschau unter dem Titel „Alois Koch – querschnitt 2008“ zusammengestellt; mit sehr viel Mühe und Akribie wird im Augenblick daran gearbeitet, Kochs Nachlass zu kategorisieren, um zu seinem hundersten Geburtstag im Jahr 2010 einen möglichst umfassenden Überblick über das Werk des Kunstmalers geben zu können. Für „Alois Koch – querschnitt 2008“ hat Oliver Scherffig in seinem Wohndesignladen „atmosphäre wohngestaltung“ die Wände freigemacht und somit den aktuellen „Fundstücken“ einen angemessenen Rahmen gegeben.
„Alois Koch – querschnitt 2008“ ist Erinnerung an die Spätnachmittage mit guten Gedanken und inspirierten Gesprächen, zu denen der Künstler gerne in der Vorweihnachtszeit seine Freunde empfing. Wenn die Kerzen brannten und seine Frau die nach traditionellem Rezept der Stadtfischerfamilie, aus der Sie stammte, gebackenen Lebkuchen anbot, nahm Alois Koch es dem Winter auch nicht mehr so sehr übel, dass dieser ihm immer gar so früh schon das Licht ausmachte.











