(openPR) Alter Adel fasziniert – deshalb gibt es auch heute noch Menschen, die gerne einen Adelstitel erwerben möchten. Im Grunde ist das in Deutschland kaum noch möglich, da es keine adlige Gesellschaftsschicht mehr gibt und die ehemaligen Titel nur noch als Bestandteil des Familiennamens weiter vererbt werden. Wer einen führen möchte und nicht einer der alten Familien entstammt, muss dort einheiraten – was zumindest Sympathie voraussetzen sollte – oder sich adoptieren lassen, was manche Adlige gegen entsprechende Bezahlung zu tun bereit sind.
Oder man kann sich die Rechte an einem ruhenden Adelstitel kaufen: Gesehen als außergewöhnliche Geschenkideen in Online-Geschenkeshops wie BRES (http://www.bres.de/index.php?cat=c107_Deutsche-Adelstitel.html). Ein wirkliches Mitglied der adligen High Society wird man damit nicht. Vielmehr handelt es sich um einen kleinen Spaß für Leute, die ein wenig in die Sphären der Von und Zus hineinschnuppern möchten.
Seit fast 100 Jahren leben wir in einer Republik. Einige davon waren alles andere als glanzvoll, aber inzwischen sind die meisten doch recht zufrieden damit. Regiert werden wir von Schmidts, Kochs und Merkels, auch das ist längst normal geworden. Und dennoch können wir uns der Faszination großer alter Namen selten entziehen und horchen auf, wenn zuweilen ein „von Bismarck“ oder ein „Otto Graf“ im politischen Geschehen auftauchen. Auf welche ruhmreiche Geschichte blicken diese Leute zurück? Wie lang ist die Reihe der Vorfahren, die in Öl verewigt das Treppenhaus des Familienstammsitzes zieren? Da wären wir doch auch gerne dabei gewesen. Auch unser Ur-Ur-Großpapa Heinrich war doch ein Original, das ein Porträt in der Ahnengalerie verdient gehabt hätte. Leider hat es in seinem Fall nur für einen Eintrag ins Kirchenbuch gereicht.
Zurückdrehen lässt sich die Zeit natürlich nicht, aber im 21. Jahrhundert wenigstens ein bisschen teilhaben am Glanz vergangener Zeiten, im Hotel eine Vorzugsbehandlung als Stefan Meister Graf von Andechs genießen und Visitenkarten verteilen, die das eigene Wappen zieren – das ist schon möglich.
















