(openPR) Besser ausgbeildet - schlechter bezahlt: Lohngleichheit für Frauen auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen
Zu den heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zu den durchschnittlichen Bruttomonatsverdiensten erklärt die Vorsitzende der Gruppe der Frauen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Annette Widmann-Mauz MdB:
Im vergangenen Jahr haben Frauen weiterhin deutlich weniger verdient als Männer. Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte, verdienten weibliche Angestellte im produzierenden Gewerbe, im Handel, dem Kredit- und Versicherungsgewerbe 2003 durchschnittlich 2602 Euro im Monat - und damit rund 30 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Vollzeitbeschäftigte Arbeiterinnen erhielten im produzierenden Gewerbe einen durchschnittlichen Bruttomonatsverdienst von 1885 Euro - 26 Prozent weniger als die Arbeiter.
Als Grund für diese durchaus gravierenden Unterschiede wird von den Statistikern auf die unterschiedlichen Tätigkeiten und die unterschiedliche Einstufung in Leistungsgruppen verwiesen. Frauen in Führungspositionen sind leider nach wie vor eine Seltenheit.
Zum selben Fazit kam jüngst auch die EU-Kommission in ihrem aktuellen Gleichstellungsbericht: Frauen sind zwar besser ausgebildet als Männer, aber nach wie vor schlechter bezahlt und öfter arbeitslos. Die größte Einkommenskluft zwischen Frauen und Männern war in Deutschland und Großbritannien mit jeweils rund 20 Prozent zu verzeichnen. Diese Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt gefährden die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinschaft. Die rot-grüne Bundesregierung hat die wirtschaftliche Misere in Deutschland zu verantworten: Sie bekommt nicht grundlos von Seiten der anderen EU-Staaten eine rote Laterne nach der anderen umgehängt.
Die Gleichstellung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt hat unter der rot-grünen Bundesregierung keine Fortschritte gemacht. Die katastrophale Lage auf dem Arbeitsmarkt sowie die verfehlte Wirtschaftspolitik gefährden die Realisierung gleichstellungspolitischer Ziele mehr als alles andere. Nicht zuletzt: Niedrigere Löhne bedeuten niedrigere Renten für Frauen!
Frauendominierte Berufe sind viel zu häufig in ihrer Relevanz unterbewertet. Dies geht automatisch mit einer niedrigeren Lohnstruktur einher. Dies gilt für Erziehungs-, Gesundheits- und Sozialberufe als auch für den Einzelhandel. Eine Erhöhung des Männeranteils in diesen Bereichen ist vor diesem Hintergrund durchaus wünschenswert. Gerade im erzieherischen Bereich sollten Jungen und Mädchen stärker mit Männern konfrontiert werden, welche Haus- und Fürsorgearbeiten übernehmen, um auf diese Weise langfristig die bestehende Zuschreibung dieser Tätigkeiten zu Frauen aufzulösen. Der klassische Männerberuf darf nicht weiter der Maßstab sein, der den geringen Stellenwert - gekoppelt mit deutlich geringeren Löhnen - von so genannten Frauenberufen erhält.
Frauen sind ein echter Wirtschaftsfaktor. Heute und in Zukunft werden die Unternehmen in Deutschland - insbesondere angesichts der demographischen Entwicklung - nicht mehr auf die überdurchschnittlich gut ausgebildeten Frauen in Deutschland verzichten können. Die Unternehmen sind gefordert, Chancen- und Lohngleichheit zu befördern, um bei der internationalen Wettbewerbsfähigkeit nicht hinterher zu hinken.
Die Bundesregierung ist und bleibt gefordert, durch eine stringente Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik Chancen- und Lohngleichheit für Frauen auf dem Arbeitsmarkt möglich zu machen. Eine wesentliche Voraussetzung zur Verbesserung der Situation von Frauen am Arbeitsmarkt ist es, tragfähige Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu schaffen. Auch hier ist Rot-Grün noch keinen wesentlichen Schritt vorangekommen.


