(openPR) Die Frage, die sich momentan stellt, ist nicht ob es zu einer Rezession kommt, sondern eher wie lange diese dauern und wie das Ausmaß sein wird.
In der letzten Oktoberwoche wurde in den USA das vorläufige GDP (Gross Domestic Product) für das 3. Quartal 2008 veröffentlicht. Demnach befindet sich die amerikanische Wirtschaft in einer Phase negativen Wachstums (-0,3%).
Anfang November hat die EU Kommission einen Bericht veröffentlicht, wonach das erwartete Wachstum für die Eurozone im Jahr 2009 sich auf nur +0,1% belaufen wird.
Das weltweite Wachstum in 2007 betrug (nach Angaben des IMF, International Monetary Fund) 3,7%, die momentane Vorhersage für 2008 beläuft sich auf 2,7%, und für 2009 sind gerade einmal noch 1,9% prognostiziert.
Diese schlechten Vorgaben waren mit ein Grund für die Federal Reserve Bank im Oktober zweimal die Zinsen zu senken. Einmal Anfang Oktober, in einer konzertierten Aktion senkten die amerikanische, europäische, englische, kanadische, schwedische und die schweizer Notenbank die Leitzinsen um 50 Basispunkte, sowie zum regulären Termin am 29. Oktober ein zweites Mal um 50 Basispunkte auf nunmehr 1%.
Ein Blick auf die Performance der Indizes und einiger ausgewählter Futures verdeutlicht die Brisanz.
Index
Dow Jones Industrial Average: Oktober: -13,79% 2008: -32,97%
S&P 500: Oktober: -16,56% 2008: -37,47%
Nasdaq Composite: Oktober: -16,84% 2008: -39,81%
Nikkei 225: Oktober: -24,55% 2008: -48,76%
DAX Index: Oktober: -14,09% 2008: -37,80%
Future
Gold: Oktober: -19,06% 2008: -9,69%
Öl: Oktober: -30,75% 2008: -28,27%
Euro/Dollar: Oktober: -9,53% 2008: -12,19%
(Monatsperformance bezieht sich auf den Zeitraum vom Mittwoch, den 01. Oktober bis zum Freitag, den 31. Oktober 2008 auf Basis der Tagesschlusskurse. Die Jahresperformance bezieht sich auf den Zeitraum vom 31. September 2007 bis zum 31. Oktober 2008 wiederum auf Basis der Tagesschlusskurse.)
Beeindruckend waren die Tagesschwankungen bei den Indizes. So kam es beispielsweise am Montag, den 15. Oktober zum größten Punktgewinn (+936 Punkte) in der Geschichte, und dann gleich zwei Tage später zum zweitgrößten punktmäßigen Verlust (-733 Punkte) des Dow Jones Industrial Average.
Auch die Bewegungen intraday waren in vielen Fällen nicht mehr nachvollziehbar oder rationalen Entscheidungen geschuldet. Alle diese Faktoren kombiniert mit weiteren Einflüssen brachten uns Ende Oktober neue Tiefs an den meisten Börsen.
Dass die Finanzkrise auch auf die Realwirtschaft überschwappt kann man nun deutlich in Deutschland sehen. Beispielsweise daran, dass fast alle Autokonzerne bereits Stellen für Zeitarbeiter streichen und den Weihnachtsurlaub zwangsweise verlängern.
Nun jedoch zu den - durchaus auch vorhandenen - positiven Anzeichen.
Die letzten Handelstage im Oktober lassen zumindest kurzfristig die Hoffnung auf eine kleine Rallye zu. So haben sich die Indizes, die Financials und auch die Währungen in ihren Bewegungen stabilisiert.
Auch der Libor ist sehr deutlich zurück gekommen. Aktuell steht er bei 0,73125%, noch vor wenigen Wochen war er bei 6,43% - ein Zeichen für das zurückkehrende Vertrauen zwischen den Banken.
Ebenfalls positiv ist der deutliche Rückgang des Erdölpreises auf knapp unter $70. Starke Rückgänge sind u.a. bei Kupfer, Weizen, Soja und Mais zu verzeichnen, was die Lebenshaltungskosten wieder verbilligen sollten.
Hoffnung auf eine Besserung bietet der Blick in die Statistiken. So ist traditionell die 2. Jahreshälfte für die Märkte die deutlich bessere - besonders in amerikanischen Wahljahren. Hätte man von 1950 bis heute nur in der Jahreshälfte beginnend vom 31. Oktober (deshalb sog. „Halloween“ Indikator) bis Ende April investiert, wäre eine deutliche Out-Performance im Vergleich zur anderen Jahreshälfte das Ergebnis.
Wirtschaftsdaten
Die Wirtschaftsdaten aus den USA waren überwiegend schlecht. Besonders das bereits oben erwähnte GDP ist besorgniserregend.
Ebenfalls sehr schlecht fiel das Verbrauchervertrauen (das sog. Consumer Confidence) aus. Mit nur 38 Punkten ist es so niedrig wie noch nie zuvor.
Der Arbeitsmarktbericht für September fiel ebenfalls negativ aus. Auch wenn die Arbeitslosenquote unverändert bei 6,1% liegt, gingen trotzdem Arbeitsplätze verloren.
Die einzigen Lichtblicke kamen vom Immobiliensektor wo mehr Häuser als erwartet gekauft wurden. Dies ist aber momentan noch ein einzelnes Event und liegt mit Sicherheit auch an den äußerst günstigen Bewertungen einiger Immobilien.
LRT Portfolios im Oktober
Bereich Aktien Trading
Aktien Trading I +164% seit 1. Januar 2008
Aktien Trading II + 28% seit Ende Juli 2008
Aktien Trading III + 32% seit Anfang August 2008
Bereich Aktien
Aktien USA +28% seit 1. Januar 2008
Aktien Deutschland +8,3% seit 1. Januar 2008
Bereich Futures Trading
Futures Trading +448% seit 1. Januar 2008
Ausblick
Wir sind verhalten optimistisch, dass es zumindest kurzfristig zu einer Erholung an den Börsen kommen kann. In den letzten Handelstagen des Oktobers scheint es, als ob sich die Märkte ein wenig beruhigt hätten.
Das Hauptargument dafür ist, dass das fehlende Vertrauen in unser Finanzsystem wieder langsam zurück kommt. Einige Zeichen hierfür sind, dass diverse Banken in den USA sowie in Deutschland unter den staatlichen Rettungsschirm wollen.
Diese Sicherheitsgarantie wird auch wieder das Vertrauen in die Märkte im allgemeinen und auch das Vertrauen in Aktien als Anlageform - langsam - wiederbringen. Des Weiteren gehen wir auch davon aus, dass schon zum jetzigen Zeitpunkt eine mögliche Rezession bereits teilweise in die Kurse eingepreist ist.
Andererseits gilt es abzuwarten wie stark uns eine Eintrübung der Weltwirtschaft tatsächlich belastet.
Wir werden sehen, was die kommenden Wochen uns bringen. Für viel Gesprächsstoff wird mit Sicherheit gesorgt sein.
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