(openPR) Osnabrück / Schüttorf - Ungünstige Wettbewerbsbedingungen kennzeichnen in zunehmendem Maße die Situation heimischer Transport- und Logistikunternehmen. Auf die sich verschlechternden Marktbedingungen macht der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) aufmerksam und fordert Entlastungen für die betroffenen Unternehmen.
Aktuell belasten insbesondere hohe Kraftstoffpreise und die beschlossene Mauterhöhung die mittelständisch geprägte Transport- und Logistikbranche. Manfred Kock, geschäftsführender Gesellschaft der SLK-Kock Internationale Spedition & Logistik GmbH in Schüttorf, beklagt daneben den zunehmenden Mangel an LKW-Stellplätzen: „Eine Folge der starren Lenk- und Ruhezeiten ist, dass viele Standstreifen als Parkfläche genutzt werden.“ Als Beispiel führt Kock die Verkehrssituation um Bad Oeynhausen im Bereich der A30 und A2 an. Das Sonn- und Feiertagsfahrverbot, so Kock, führt zu einem Andrang auf die LKW-Stellplätze. „Die starren Fahrverbote, besonders nachts, behindern den Verkehrsfluss und belasten Transport- und Logistikunternehmen“, resümiert Kock.
Ursache für die fehlenden Kapazitäten ist auch das stark gestiegene Verkehrsaufkommen in der Region. Nach Aussage von Prof. Dipl.-Ing. Wolfgang Bode, Leiter des RIS-Kompetenzzentrums für Verkehr und Logistik LOGIS.NET in Osnabrück, liegt der Anteil des Schwerverkehrs am Gesamtverkehr auf der A1 bei bis zu 25 Prozent, auf der A30 sogar bei bis zu 33 Prozent. Die Strecke zwischen der Anschlussstelle Osnabrück-Hafen und dem Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück befahren täglich oft mehr als 60.000 Fahrzeuge, davon mehr als 12.000 LKW. Ein Hauptgrund für das immer weiter gestiegene Aufkommen liegt darin, dass Deutschland sich im Rahmen der EU-Erweiterungen und der zunehmenden Globalisierung der Wirtschaft immer mehr zur wichtigsten Logistik-Drehscheibe in Europa entwickelt. Zudem hat sich der Bestand an LKW in Deutschland seit 1990 verdoppelt und dieses Wachstum wird auch für die weitere Zukunft prognostiziert.
„Neben dem Erhalt und Ausbau der Infrastruktur geht es um neue innovative Systeme und Lösungen, die besonders den Bedürfnissen der betroffenen Unternehmen besser entsprechen“ betont Bode. Dies stehe leider im Widerspruch zu den von der Bundesregierung für die Zukunft geplanten Reduzierungen der Investitionen in Verkehrsinfrastruktur. „Die regionalen Verkehrs- und Logistikunternehmen bilden eine Schlüsselbranche mit erheblichen Wachstums- und Beschäftigungschancen für den Großraum Osnabrück-Emsland, die jedoch besser geschützt bzw. mehr unterstützt werden müssen“, betont der Wissenschaftler.
Der BVMW fordert die politischen Entscheidungsträger auf, sich aktiv für die Interessen der heimischen Transport- und Logistikbranche einzusetzen. „Vor dem Hintergrund der Finanzkrise ist es wichtig, dass die Branche durch Rahmenbedingungen unterstützt wird, die ein mittel- und langfristiges Wachstum ermöglichen“, erklärt Michael Woltering, Leiter des BVMW-Kreisverbands Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim.









