(openPR) Stationäre Umwege statt rascher ambulanter Hilfe: Verband Deutscher Druckkammerzentren e.V. fordert öffentliche Gelder, um Notfallbehandlung durch ambulante Druckkammerzentren aufrecht erhalten zu können
Traunstein, 23. Oktober 2008 - Gibt es noch weiße Flecken in der Medizin? Man könnte meinen, die heutige Versorgung wäre lückenlos gesichert. Nicht der Fall ist dies beispielsweise da, wo Druckkammertechnologie benötigt wird, also bei der Atmung von Sauerstoff unter Überdruck. Die Versorgung von Tauchunfällen und Rauchgasvergiftungen in der Druckkammer, als Standardbehandlung in diesen Fällen weltweit anerkannt, ist weder flächendeckend noch rund um die Uhr gesichert. Darauf weist der Verband der Deutschen Druckkammerzentren e.V. (VDD) hin.
Denn überwiegend ablehnend stehen die gesetzlichen Krankenkassen der ambulanten Versorgung von Tauchunfällen in Druckkammern gegenüber. Dr. Christian Heiden, Vorstand des Verbandes Deutscher Druckkammerzentren: „Gesetzliche Krankenkassen weigern sich, die Kosten einer ambulanten Tauchunfallbehandlung dem Taucher zu erstatten.“ Michael Kemmerer, Geschäftsführer der Druckkammerzentren Rhein-Main-Taunus ergänzt: „Die Kassen lassen die Rechnung einfach liegen und lehnen die Kostenerstattung ab. Bringt man die Presse ins Spiel, werden dann innerhalb einer Woche Rechnungen gezahlt, die älter als drei Monate sind, wie kürzlich bei der AOK geschehen.“ Eine für die Kassen und damit letztlich alle Versicherten teuere Praktik. So werden akut erkrankte Taucher aus der ganzen Republik in das Berufsgenossenschaftliche Krankenhaus in Murnau geflogen, um dort eine stationäre Behandlung durchzuführen, die möglicherweise ambulant in der Nähe des Patienten bei weitaus geringeren Transportkosten hätte erfolgen können.
Während für die so genannte „Sicherung der Versorgung im Wege der Bereitschaft“ - damit sind die rund um die Uhr tätigen Notfallstationen von Krankenhäusern oder anderen Rettungsstellen gemeint - öffentliche Gelder allgemein zur Verfügung stehen, gehen die 24-Stunden-Bereitschaften der Druckkammerzentren bei der Notfallversorgung von Tauchern und Rauchgasvergifteten unter anderem in dieser Hinsicht leer aus. „Dabei ist für Menschen, die etwa bei einem Brand eine Rauchgasvergiftung erlitten haben, die rasche Versorgung in einer Druckkammer zur Vermeidung von Spätschäden enorm wichtig. Diese kann oft nur durch eine ambulante Druckkammer in der Nähe gewährleistet werden“, erklärt Heiden.
Die regionalen, rechtlich selbständigen Druckkammerzentren vor Ort sind ohne zusätzliche Mittel nicht bzw. nicht mehr in der Lage, die Notfallversorgung für Taucher und Rauchgasvergiftete sicherzustellen. Der VDD macht auf diese Situation aufmerksam und wirbt zur Zeit um öffentliche Unterstützung bei Gesundheitspolitikern und Krankenkassen. „Ärzte und Mitarbeitern in den Druckkammerzentren möchten akuten Notfällen helfen, doch ohne öffentliche Mittel geht es nicht“, so Heiden.



