(openPR) Die Berliner Filmemacher Magdalena Dobrowolska und Lutz Günther schufen den beeindruckenden Dokumentarfilm "38081" ohne jegliche finanzielle Förderung, nicht zuletzt auch, um wirtschaftlichem Druck zu entgehen. Hinter den Projekten der beiden steht großes persönliches Interesse an den Themen.
Während der Dreharbeiten zum Film "38081" feierte Antoni Dobrowolski seinen 103. Geburtstag. Der nachdenkliche, fröhliche, humorvolle Greis blickt auf ein erfülltes Leben zurück und fühlt auch keinen Groll, dass seine Enkelin heute in Deutschland lebt, dem Land, das ihm während des NS-Regimes so viel Leid angetan hat.
Von 1942 bis 1945 war Antoni Dobrowolski Häftling Nr. „38081“ und politischer Gefangener der Nazis in den Konzentrationslagern Auschwitz-Birkenau, Groß-Rosen und Sachsenhausen. Wie durch ein Wunder gelang ihm gegen Kriegsende die Flucht aus dem Außenlager Falkensee, wohin er verlegt worden war, um als Zwangsarbeiter für die Rüstungsindustrie bei der DEMAG zu arbeiten.
Nach dem Krieg siedelte er sich im ehemaligen Neudamm, dem heutigen Dæbno an, wo er seinen Beruf als Lehrer wieder aufnehmen konnte und als Oberschulleiter in Rente ging. Doch Pädagoge ist Antoni Dobrowolski bis ins hohe Alter geblieben. Heute erzählt er den Jungen von seinen Lagererlebnissen, als Warnung, dass so etwas nie mehr passieren möge. Bei einem seiner Besuche in Berlin, wo seine Enkelin lebt, äußerte er sogar den Wunsch, noch einmal nach Falkensee und Sachsenhausen zu fahren, wo auch die Idee zu unserem Film geboren wurde.
Dort entstanden auch die vielleicht eindrucksvollsten Aufnahmen des Films, in Schwarz–Weiß gehalten, um den Erinnerungscharakter hervorzuheben. Auf Bilder des Grauens haben die Macher des Films verzichtet. Die detaillierten Beschreibungen von Antoni Dobrowolski genügen, um sich das Leid der Inhaftierten vorzustellen. Der Zuschauer wohnt einem Gespräch zwischen Antoni Dobrowolski und seinem Sohn Andrzej Dobrowolski bei, das durch die sehr persönlichen Erinnerungen ein äußerst plastisches Bild vermittelt. Die Kamera, ruhig auf den 103jährigen gerichtet, fängt seine Stimmungen schräg von der Seite ein und hält fest wie lebendig die Erinnerungen und wie stark seine Gefühle dazu nach über 50 Jahren immer noch sind.
Magdalena Dobrowolska und Lutz Günther sprechen am 18. November 2008 um 12 Uhr im Kinomagazin "ds1 Kino Kino" mit Moderator Tom Kolbe über ihren neuen Film und die Leidenschaft, Filme zu machen. Tom Kolbe dazu "Ich kenne Lutz Günther schon 8 Jahre. Wir haben beide vieles gemeinsam am Set erlebt und ich bewunderte von Anfang an Lutz' cineastisches Wissen, seine Akkuratesse bei der Arbeit und seine Leidenschaft am Filmemachen. Magdalena lernte ich auf einer Filmpremiere vor einigen Jahren als eine sehr gebildete und interessante Gesprächspartnerin kennen. Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit den beiden und ganz besonders auf ein ganz sicher sehr kurzweiliges und interessantes Gespräch, an dem auch die Hörer unseres Kinomagazins teilhaben können."
ds1 Kino Kino - "38081": Dokumentarfilmer Magdalena Dobrowolska und Lutz Günther im Filmgespräch bei ds1 Kino Kino
18. Oktober 2008 um 12 Uhr nach den Nachrichten
Livestreams auf http://www.ds1-online.de
Foto: Lutz Günther












