(openPR) Ausstellung "Abschweifung" bei Koeln-art & Kreon & Vektron
01.11.2008 bis 20.12.2008
Slitscanfotografie
Was Jean Gebser in „Die apersperktivische Welt“ über des Kubismus schrieb, wird in ähnlicher Weise für Egbert Mittelstädts Fotoarbeiten aktuell: »...das, was auf den ersten Blick als Verzerrung erscheint ..., wird zu einer sich ergänzenden Überschneidung zeitlicher Faktoren und räumlicher Sektoren durch das Wagnis, sie auf eine Bildfläche gleichzeitig und gleichräumig zu bannen. Derart erhält das Dargestellte jenen konkreten Ganzheits- und Gegenwarts-Charakter, der nicht aus dem seelisch betonten Schönheitsverlangen genährt wird, sondern der aus der Konkretisierung der Zeit lebt.«
Der Mensch und seine Bewegung steht im Zentrum von Egbert Mittelstädts Arbeit. Die Auseinandersetzung mit dem medialen Erfassen von Erscheinung und Bewegung brachte ihn immer weiter weg von einer „realistischen“ Abbildung. Er untersucht vielmehr den Prozess des Fotografierens und die technische Begründung für ein realistisches oder ästhetisches fotografisches Abbild.
Ermöglicht wird dieser erweiterte, künstliche Blick, indem er das Filmmaterial konstant und bei offenem Verschluss belichtet. Die Serie „Passanten“ und später „Timaios“ und „Unfolding“ sind eine Reihe von Arbeiten die auf der analogen fotografischen Slitscan-Technik beruhen. Hierbei werden räumliche Gegebenheiten kompremiert zu farbigen Streifen und lediglich Bewegungen von der Kamera in konkreter Form auf das Filmmaterial geschrieben - Eine Spannung zwischen Unschäfe und Abbildung, konkreten und abstrakten Bildelementen entsteht.
Unfolding
Die Serie „Unfolding“ ist die Suche nach einer “umfassenden”, fotografischen Darstellung des Menschen. Im Gegensatz zu herkömmlichen fotografischen und auch filmischen Mitteln, bei denen die Darstellung einem zeitlichen Raster unterliegt (bei der Fotografie die Momente des Auslösens - beim Film 24 Bilder in der Sekunde) wird bei „Unfolding” die zeitliche Kontinuität einer Aufnahme genutzt. “Unfolding” versucht so eine Lücke zwischen Fotografie und Film zu schließen. Die Kamera erfaßte die Bewegungen des Modells und speicherte sie wie eine Scannerabtastung auf das Filmmaterial. Das Modell, welches sich bei einer Belichtung einer bestimmten Choreographie folgt, wird im Verlauf einer Aufnahme von allen Seiten fotografisch erfaßt. Bei den Aufnahmen erfolgt, bedingt durch die Aufnahmetechnik (Slitscan-Fotografie), eine Umkehrung der Schärfezeichnung. Alle Momente ohne Bewegung erzeugen Unschärfe, erst die Bewegungen erzeugen scharfe, allerdings verzerrte Bildteile.
Timaios
Die Arbeiten dieser Serie sind Platons Timaios und der darin beschriebenen Idee des Werdenden, Seienden und Bleibenden. Die Passanten einer automatischen Schiebetür in einer Einkaufspassage liefern das Material für das Video „Timaios - 1st Moment“ und die Fotoarbeit. Die Bildwelten von Timaios sind angelegt als zeitliche Versuchsanordnung; ein weiterer Schritt nach den Arbeiten aus den Serien „Passersby“ und „Unfolding“. Die Erscheinung der Personen in den Arbeiten erfahren durch eine strenge (De-)Montage der Bildelemente eine zeitlich visuelle Metamorphose - der Betrachter übt sich in einer ungewohnten Sichtweise mit einer neuen zeitlichen und räumlichen Bilddarstellung.
Koeln-Art & Kreon und Vektron präsentieren
EGBERT MITTELSTÄDT
"ABSCHWEIFUNGEN"
Neue Slitscans und Videoarbeiten
01.11.2008 - 20.12.2008
Eröffnung: 31.10.2008, 19 h
Kreon - Showroom
Brühler Str. 11-13
50668 Köln













![[ TIMESLICES ] - Live Performance von Egbert Mittelstädt (DE) Bild: [ TIMESLICES ] - Live Performance von Egbert Mittelstädt (DE)](https://cdn.open-pr.de/pressemitteilung/e/7/0/e7033ea3.640x400.webp)