(openPR) Der Netcode hat zwei neue Qualitätssiegel verliehen und mit Experten über die vernetzten Welten und die virtuellen Erfahrungsräume von Kindern und Jugendlichen diskutiert.
Erfurt/ Berlin (Oktober 2008). Das Qualitätssiegel mit dem springenden Känguru „Erfurter Netcode“ wurde am 9. Oktober 2008 nun bereits zum siebten Mal vom gleichnamigen Verein an Anbieter besonders kindgerechter und qualitativ hochwertiger Angebote für Kinder im Internet verliehen.
Neue Träger der Auszeichnung sind die Internetseiten
www.notenmax.de des Kinder und Musik e.V. Berlin sowie das Online-Angebot für Kinder der Staatsoper München
www.maestro-margarini.de, welches beispielgebend für ein Kinderonlineangebot eines Opernhauses steht. Der Erfurter Netcode geht damit -ganz im Zeichen der Musik- mit
www.notenmax.de an eine virtuellen Musikschule, die Kinder sensibel wie spielerisch an die Welt der Musik heran führt und an den Dirigenten Maestro Margarini, der als Erzähler und Spielfigur, auch Kinder die noch nicht lesen können, auf unterhaltsame und spielerische Art und Weise in die Welt der Oper, des Konzerts und des Orchesters einführt.
Ein unabhängiger Siegelausschuss hatte zuvor in einem intensiven Verfahren über 30 Seiten von Internetanbietern geprüft und dem Vereinsvorstand anschließend die Siegelvergabe an die zwei Anbieter empfohlen.
Seit der ersten Vergabe des Siegels konnte damit das Siegel bislang insgesamt an 26 Internetanbieter in Deutschland verliehen werden.
Die Siegelverleihung im Französischen Dom in Berlin fand diesmal im Rahmen der gemeinsamen Fachtagung der Evangelischen Kirche Deutschlands, des Erfurter Netcodes, der Fachgruppe Medienpädagogik der DGPuK und des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung mit dem Titel „Mit der Welt vernetzt – Kinder und Jugendliche in virtuellen Erfahrungsräumen“ statt. Im Mittelpunkt der aus unterschiedlichen Perspektiven geführten Diskussionen standen Fragestellungen der Nutzung von Onlineangeboten durch Kinder und Jugendliche. Es wurden Ergebnisse aus aktuellen Studien vorgestellt, die aufzeigen, wie das Internet in unterschiedlichen Altersstufen genutzt wird und Angebote präsentiert, die Kindern und Jugendlichen eigene virtuelle Erfahrungsräume im Netz bereitstellen. Mit
Blick auf soziale Netzwerke wurden Risiken und Problembereiche in den Blick genommen, die mit dem web2.0 einher gehen können.
Der Erfurter Netcode geht auf eine Initiative der katholischen und der evangelischen Kirche, der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie, des Landes Thüringen, der Landesmedienanstalten in Thüringen und Nordrhein-Westfalen und der Stadt Erfurt zurück und möchte im Sinne eines Best-Practice-Ansatzes Impulse geben und ein Signal für die Entwicklung eines kindgerechten Internets setzen.
Die Grundlagen für die Verleihung des Siegels des Erfurter Netcode sind Kriterien wie u.a. Transparenz in der Selbstdarstellung, kindgerechte Gestaltung, der Umgang mit Datenschutz, Werbung und Verkauf sowie die Vermittlung von Medienkompetenz. Das Qualitätssiegel soll Eltern, Pädagogen und der interessierten Öffentlichkeit sowie den Anbietern selbst eine Orientierung hinsichtlich guter Surfangebote und Internetadressen für Kinder geben. Dabei gehen die Anforderungen des Erfurter Netcodes über die gesetzlichen Bestimmungen des Kinder- und Jugendmedienschutzes deutlich hinaus. Der Netcode setzt Zeichen für die besondere Verantwortung der Erwachsenen gegenüber Kindern und Heranwachsenden, die die Welt des Netzes erkunden möchten.
Erfurter Netcode e.V.
Geschäftsstelle
Steigerstr. 10
99096 Erfurt
Tel.: 0361-2117780
Fax: 0361-2117755
E-Mail: geschäftsstelle@erfurternetcode.de
www.erfurternetcode.de
Kontakt: Thomas Eichler (Geschäftsführer)
Über das Unternehmen
Der Erfurter Netcode e. V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit dem Jahr 2002 für die Qualität von Kinderseiten im Internet einsetzt(der Text des Erfurter Netcodes kann unter www.erfurter-netcode.de
abgerufen werden). Dem Verein gehören zurzeit folgende Institutionen an: die Stadt Erfurt, die Universität Erfurt, das Thüringer Kulturministerium, die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Thüringen, die Evangelische Kirche der Kirchenprovinz Sachsen, die EKD, das Bistum Erfurt, das Bistum Dresden- Meißen, das Deutsche Kinderhilfswerk e. V., die Landesanstalt für Medien NRW (LfM), die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM), die Deutsche Bischofskonferenz, die Bundeszentrale für politische Bildung, die Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK), die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) und die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR).
Die Initiative hat zwei Ziele: Erstens ein Qualitätssiegel zu schaffen und damit gute Internetseiten für Kinder auszuzeichnen. Zweitens einen breiten Diskussionsprozess mit Anbietern, Nutzern, Eltern, Pädagogen und der interessierten Öffentlichkeit über die Kriterien von qualitätsvollen Angeboten für Kinder zu führen. Dem Erfurter Netcode ist es dabei gelungen, Qualitätskriterien zu erarbeiten, um Eltern gute und sichere Internetseiten für ihre Kinder zu empfehlen und um den Anbietern eine imagewirksame Orientierung zu qualitätvollen Internetangeboten für Kinder zu geben. Diese Qualitätskriterien bilden die Grundlage des Erfurter Netcodes. Nachdem die ersten Siegel am 21. Februar 2005 in Erfurt verliehen wurden, konnte im Rahmen von bislang sieben Siegelverleihung an derzeit 26 Anbieter hochwertiger Internetseiten für Kinder das Qualitätssiegel „Erfurter Netcode“ verliehen werden.
Der Netcode-Text selbst fasst in fünf Bereichen die Qualitätskriterien von Internetseiten für Kinder zusammen. Unter den Überschriften Selbstdarstellung (der Anbieter), Beachtung der Jugendschutzbestimmungen, Vermittlung von Medienkompetenz, Werbung
und Verkauf sowie Datenschutz werden eine Vielzahl von Kriterien zusammengefasst, die eine fundierte Beurteilung von Kinderseiten im Internet ermöglichen. Der Netcode geht über den Jugendschutz weit hinaus und formuliert positive Standards in Inhalt, Bedienung, Ordnung, Kommunikation, Transparenz und Gestaltung von Internetseiten für Kinder. Das Siegel soll angesichts der Komplexität des Netzes auch für Kinder eine Möglichkeit bieten, sich auf einfache Weise Zugang zu Seiten zu verschaffen,
die für Kinder attraktiv sind. Gleichzeitig bietet das Siegel für Eltern die Gewissheit, dass es sich um ausgewählte und von Experten begutachtete Seiten handelt, auf denen sich ihre Kinder bewegen. Hier zeigt sich, dass eine Qualitätsauszeichnung im Bereich der Kinderkultur stets einen doppelten Adressatenkreis von Erwachsenen und Kindern hat.
Kriterien und Werte wie Glaubwürdigkeit, Vertrauen, Verlässlichkeit, Transparenz oder auch Vollständigkeit, Umfang und der Nachweis der Herkunft von Informationen sind zentral für die Beurteilung von Kinderseiten. Kindern einen gefahrlosen Zugang zum Internet zu ermöglichen, stellt eine besondere Herausforderung an die Anbieter dar.
Das Angebot für Kinder ist dabei stets in einem Verhältnis zwischen den Generationen zu sehen. Das heißt, eine Internetseite für Kinder ist nicht einfach ein Kommunikationsakt zwischen Anbieter und Nutzer, sondern steht in einem Spannungsverhältnis zwischen dem Anbieter, der sein Angebot für eine bestimmte Zielgruppe aufbereitet, den Kindern, die mit bestimmten Fähigkeiten und Interessen auf die Suche gehen, den Eltern, die von den Internetseiten eine bestimmte Qualität (etwa was Sicherheit und Lernmöglichkeiten angeht) erwarten, und der Öffentlichkeit, die an die kindliche Internetnutzung Fragen der heutigen Kindheit stellt.