(openPR) Holz ist bekanntermaßen einer der wichtigsten Roh- und Werkstoffe der Menschheit. Die jährliche Holzproduktion übersteigt auch aktuell die Mengen an Stahl, Aluminium und Beton. Die Gesamtmenge der weltweit in den Wäldern akkumulierten Holzmasse wurde für das Jahr 2005 auf etwa 422 Gigatonnen geschätzt. Jährlich werden derzeit 3,2 Milliarden Kubikmeter Rohholz eingeschlagen, davon rund die Hälfte in Tropen-Ländern. Fast 50 Prozent des globalen Holzaufkommens wird als Brennholz verwendet, was vor allem auf die Länder der tropischen Zone zurückgeht. Unter diesen Voraussetzungen rückt der Rohstoff "Holz" immer mehr auch in den Fokus von Investoren. Die Anlage-Trends.de-Redaktion sprach mit Mike Bayer, Portfolio-Manager bei Caudex Capital in Frankfurt, über die Investmentchancen, die dieses Rohstoff-Segment bietet.
ATN: Nach so genannten nachhaltigen Investments wird in diesen Krisenzeiten händeringend gesucht. Ihr künftiger Fonds setzt auf "Holz" .Was zeichnet diese Investmentklasse aus?
Bayer: Für institutionelle Anleger ist Holz schon lange ein Thema. Aktuell wird das Volumen dieses Marktes auf 850 Milliarden Dollar geschätzt. Angelsächsische Investoren sind schon seit über 30 Jahren in diesem Markt aktiv. Jetzt ist diese Welle auch auf dem europäischen Kontinent gelandet. Es wurde erkannt, dass der wichtige Werttreiber das biologische Wachstum des Holz ist, und dieser ist bekanntlich unabhängig von DAX-Volatilitäten.
Auf welchem Niveau investieren diese institutionellen Anleger?
Portfolio-Manager Mike Bayer.
Diese sehen "Holz" in aller Regel als strategische Beimischung. Das reicht vom einstelligen Prozentbereich bis zu über zehn Prozent in ihrem Portfolio, das den Themenbereich "Holz" abbildet.
Sie haben für institutionelle Investoren einen Holz-Spezialfonds entwickelt. In Kürze soll dieser im Rahmen eines Private Placement an den Markt gebracht werden. Wo ist dieser Fonds investiert?
Der Fonds investiert in bis zu zehn Forstprojekte in Panama, Costa Rica, Argentinien und in der Dominikanischen Republik. Das Chance-Risiko-Verhältnis halten wir in diesen Ländern für gut. Darüber hinaus schätzen wir deren logistischen Vorteile. Das Holz kann schnell geerntet und abtransportiert werden. In der Endphase streben wir ein Fondsvolumen im mittleren, dreistelligen Millionenbereich an.
Auf welche Produkte setzen Sie?
Eindeutig auf Edelhölzer wie Teak, Mahagony, Mandel- und Rosenholz. Hier sehen wir den größten Nachfragebedarf im Markt. Edelhölzer kommen in der Möbelindustrie, Yachtbau oder im Musikinstrumenten-Bau zum Einsatz. All diese Produkte sind im hochwertigen Konsumbereich angesiedelt.
Wie schätzen Sie die Renditeerwartungen bei einem Investment in "Holz" ein?
Wir gehen davon aus, dass in Lateinamerika bei einem professionellen Management Renditen über zehn Prozent zu erzielen sind.
Wo sehen Sie die Nachteile für Investoren?
Das liegt natürlich an der geringen Handelbarkeit von Holz. Auf das normale Börsenleben gemünzt, hieße das, die Liquidität besteht nicht in ausreichendem Maße.
(ATN/Dieter Hintermeier)
Info: www.anlage-trends.de









