(openPR) In den PSTN (Public Switched Telephone Network) ist man gute Qualität des Sprachdienstes gewohnt. Die verwendeten Kanäle sind dedizierte Kanäle, die entsprechende Bandbreite zur Verfügung stellen. Die maximalen Werte der Netzparameter für QoS (wie z.B. Delay < 150 ms nach ITU G.114, oder Packet los < 2 Prozent) sind festgelegt und werden von den Netzbetreibern garantiert.
Aschheim, 09. Oktober 2008 - Dieses ist bei VoIP alles nicht gegeben. Die Übertragung von Sprachpaketen in einer IP-Plattform erfolgt in den nicht dedizierten Kanälen nach dem bekannten Prinzip „Best Effort Delivery“. Zusätzlich ist zu bemerken, dass die QoS bei VoIP stark von den verwendeten, oft unterschiedlichen und nicht immer zueinander kompatiblen Codecs abhängig ist.
In den PSTN verfügt der Sprachdienst über viele komfortable Merkmale, wie z.B. Rufumleitung, Halten und Ruf heranholen, Parken einer Verbindung, Anklopfen, Automatischer Rückruf, Anzeigen einer Nachricht, Namensidentifizierung und andere. Bei VoIP kann man zwar telefonieren, jedoch ist die Vielfalt der Dienstmerkmale sehr beschränkt und oft sehr von den Anbietern des Dienstes abhängig.
PSTN zählen zu den sicheren Kommunikationssystemen. Messungen (ausgenommen im Teilnehmerbereich) sind nur den Techniken des Netzanbieters gestattet. Daher ist es nicht einfach, den Zugang zur Transportplattform zu bekommen, um dort übertragende Informationen abzuhören und evtl. zu missbrauchen. Dieses sieht in einer IP-Transportplattform ganz anders aus. Den gängigen Protokollanalysatoren ist es möglich, die RTP-Pakete (genutzt bei VoIP-Sessions) zu empfangen und die Inhalte zu dekodieren. Die Situation kann durch Verwendung von Firewalls verbessert werden. Andererseits erschwert die Verwendung von Firewalls die Gebührenerfassung. In diesem Fall muss sichergestellt sein, dass die Gebührenerfassungssysteme den Zugriff auf die in den abgeschirmten Intranets erzeugten Accounting Data erhalten. Dieses kann jedoch in der Praxis zu Problemen führen.
Die Regulierungsbehörden verlangen, dass die PSTN-Teilnehmer eindeutig identifizierbar und lokalisierbar sein müssen. Bei Internet-Telefonie werden oft DSL-Anschlüsse (Digital Subscriber Line) verwendet. Dort werden die IP-Adressen dynamisch (gemäß dem DHCP) zugewiesen. Mehr noch, sie ändern sich im Laufe der Zeit ständig. Eine Identifizierung des Benutzers ist damit nur mit enorm großem Aufwand möglich (Voraussetzung ist Datenaustausch zwischen Dienstanbietern). Die Endgeräte können über unterschiedliche Plattformen (auch mobile) den Zugang zu dem VoIP-Dienst bekommen. Eine Lokalisierung des Endteilnehmers kann in diesem Fall nicht gewährleistet werden. Dieses wird jedoch vor allem bei einem Notruf als Voraussetzung angenommen.
Resümierend lässt sich sagen, dass VoIP-Telefonie nicht die gewohnten Merkmale und Eigenschaften wie PSTN-Telefonie aufweißt, aber der große Vorteil von VoIP ist die Nutzung der IP-Plattform, denn künftig werden unsere Netze alle IP-basierend aufgebaut sein. Man spricht von den sogenannten „Next Generation Networks“ (NGN).








