(openPR) Umstrittener Ilisu-Staudamm in der Türkei auf der Kippe / Bremer Stiftung unterstützt die Kampagne „Rettet Hasankeyf – Stop Ilisu!“ / Filmvorführung zu Ilisu am Donnerstag im Kino ABATON in Hamburg um 19.30 und am Freitag im Kino 46 in Bremen um 20:30 h
Berlin/ Bremen (16.09.08). Der jüngst veröffentlichte Expertenbericht zur Lage von Umwelt, Kultur und Menschenrechten in der vom Ilisu-Staudamm betroffenen Region Südostanatoliens schreckte die Europäischen Vertragspartner der Türkei auf. Die Experten wiesen auf ihrer zweiten Inspektionsreise zum wiederholten Male nach, dass die Türkei sich nicht an vereinbarte Auflagen hält, die eine Schadensbegrenzung der von Zerstörung und Verelendung bedrohten Ilisu-Region beinhalten. Sogar der Drei-Schluchten-Staudamm in China sei sorgfältiger geplant gewesen als Ilisu. Ungeachtet ihrer Vereinbarungen mit den Europäischen Partnern beginnen am Tigris schon die Bauarbeiten. Bundesentwicklungsministerin Wieczorek-Zeul gegenüber der Süddeutschen Zeitung letzte Woche: „Sollte es nicht zur Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen kommen, müssen die Exportkreditgarantien zurückgezogen werden.“ Ulrich Eichelmann aus Wien von der Kampagne „Rettet Hasankeyf – Stop Ilisu“ sieht das Staudammprojekt bereits an einem Wendepunkt: „Wenn sich die am Staudamm beteiligten Regierungen, Banken und Bauunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zurückziehen, so wird der Ilisu-Staudamm auf Jahre, wenn nicht für immer, vom Tisch sein – zumal auch der Widerstand in der Türkei immer stärker wird.“
Die Bremer Manfred-Hermsen-Stiftung für Natur und Umwelt, die sich in vielen Renaturierungsprojekten für intakte heimische Fließgewässer wie z.B. die Wümme mit ihren Nebenarmen einsetzt, ist seit einem Jahr an der internationalen Kampagne gegen den Ilisu-Staudamm beteiligt. „Wir können einfach nicht tatenlos zusehen, wie der mächtige Tigris an empfindlicher Stelle über 400 km zu einem Stausee (so groß wie die Stadtgemeinde Bremen!) degradiert wird!“, erklärt die Geschäftsführerin Stefanie Hermsen das Engagement der Stiftung, „Im Zweistromland ist der Tigris im Vergleich zum Euphrat der letzte große noch gesunde Fluss. Die Region hat eine Artenfülle, die diejenige ganz Europas übertrifft; der Ilisu-Stausee hingegen würde nur wenige Allerweltsarten beherbergen.“ Die nur hier vorkommende Weichschildkröte sowie Rotlappenkiebitz, Habichtsadler, Streifenhyäne würden durch Ilisu vom Aussterben bedroht, vielleicht auch viele Arten mehr. Genaues weiß man nicht, vor allem über die Fischfauna, denn eine echte Umweltverträglichkeitsprüfung wurde für den Tigris nicht erstellt. „Wir haben einen Bezug zu der Region!“, betont Stefanie Hermsen. „Das biblische Mesopotamien mit seiner antiken Stadt Hasankeyf und 12.000jähriger Geschichte verschiedenster Kulturen gilt als die Wiege unserer Zivilisation. Dort aus dem Fruchtbaren Halbmond stammen viele unserer Nutzpflanzen wie Pflaume, Mirabelle, Ur-Weizen. So eine Region darf nicht zerstört werden!“
Die Schönheit und die Besonderheiten im Zweistromland thematisiert ein Dokumentarfilm mit dem Titel „Und macht euch die Erde untertan“, der jetzt in einer Auftaktveranstaltung am 18.9. um 19.30 in Hamburg im Kino Abaton und am 19.9. um 20.30 Bremen im Kino46 zu sehen ist. Der Film informiert überdies über die Folgen des Ilisu-Staudamms, insbesondere für die rund 55.000 betroffenen Menschen und über den Widerstand gegen das Projekt. Der Koproduzent und Leiter der Internationalen Kampagne „Rettet Hasankeyf – Stop Ilisu“, Ulrich Eichelmann, wird zur anschließenden Diskussion anwesend sein.
Weitere Informationen: www.stopilisu.com und www.m-h-s.org








