(openPR) 11.09.2008 Pressemitteilung zum Bildungsgipfel
Deutschland muss seinen Studierendenanteil deutlich erhöhen, um im internationalen Vergleich mithalten zu können. Das ist jedoch nur möglich, wenn auch Berufstätigen, die keine klassische „Hochschulzugangberechtigung“ erworben haben, der Weg in Universitäten und Fachhochschulen geebnet wird. Dazu müssen Kompetenzen anerkannt werden, die auch außerhalb etablierter „Lehranstalten“ erworben wurden. „Neue Wege ins Studium zu öffnen, ist eine der Hauptaufgaben zukünftiger Bildungspolitik“, sagt Prof. Dr. Peter Faulstich von der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium e.V. (DGWF) mit Blick auf den „Bildungsgipfel“, den die Bundeskanzlerin am 22. Oktober in Dresden veranstaltet.
In Deutschland ist der Studierendenanteil im internationalen Vergleich viel zu gering. Darüber hinaus bleibt der Weg ins Studium vielen verschlossen: Die traditionellen Zugänge über das Abitur dominieren noch immer. „Andere Wege ins Studium zu öffnen, stellt deshalb eine der Hauptaufgaben zukünftiger Bildungspolitik dar“, so Prof. Dr. Peter Faulstich.
Es gibt (mindestens) zwei Wege, die Studierendenquote zu erhöhen: Das Nachholen schulischer Abschlüsse erleichtern und über die Berufstätigkeit. Um mehr Berufstätige in die Hochschulen zu bekommen, müssen jedoch auch Kompetenzen anerkannt werden, die auf unüblichen Wegen jenseits klassischer „Lehranstalten“ erworben worden sind. Warum soll eine Krankenschwester nicht mindestens ebenso gut für ein Medizinstudium geeignet sein als ein Abiturient, der das Gymnasium durchlaufen hat?
„Wir müssen endlich zugestehen, dass Kompetenzen nicht nur in
Lehranstalten, sondern im Lebenszusammenhang, am Arbeitsplatz, in der Familie, in der Gemeinde erworben werden. Das muss beim Hochschulzugang berücksichtigt werden“, fordert Faulstich. „Zweifellos ist es notwendig, durch eigene Erfahrungen das Lernen wieder zu lernen. Hier kommt der Weiterbildung eine wichtige Aufgabe zu.“ Die Hochschul-Weiterbildung kann dabei einen wichtigen Beitrag leisten: Sie kann die Anerkennung vorher erworbener Kompetenzen überprüfen und die Lernfähigkeit reaktivieren. Bisher sind die Universitäten und Fachhochschulen vielen Menschen, die kein Abitur haben, aber weitgehend verschlossen.
Es ist deshalb eine der zentralen Aufgaben der Bildungspolitik, Übergangsmöglichkeiten zu prüfen und Zugangswege in die Hochschulen zu öffnen. „Die Erhöhung der Kompetenzen der Gesamtbevölkerung ist notwendig, um im internationalen Wettbewerb mitzuhalten“, sagt Faulstich. Wünschenswert ist, dass das Thema beim Bildungsgipfel in Oktober angemessen berücksichtigt wird. Die Deutsche Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium e.V. (DGWF) bietet bei diesem Wandel der Politik und den Hochschulen ihre Unterstützung an.
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