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Tabakentwöhnung im Alltag einer Rehabilitationsfachklinik

09.09.200814:53 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Tabakentwöhnung im Alltag einer Rehabilitationsfachklinik

Im Bereich der Atemwegserkrankungen nimmt in den letzten Jahren das Krankheitsbild der COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung und Emphysem) einen zunehmend hohen Stellenwert ein. Im Jahre 2020 wird dieses Krankheitsbild zu den 4 häufigsten Todesursachen weltweit zählen.


Der auslösende Faktor für diese Krankheit ist in 80% der Fälle das inhalative Rauchen. Zielsetzung einer am Wohle des Patienten orientierten Gesundheitspolitik muss also das Vermeiden des Rauchens sein, bzw. das Anbieten von Hilfestellungen zur Nikotinkarenz.

In speziellen Rehabilitationsfachkliniken, wie z.B. in der ESPAN-Klinik in Bad Dürrheim, , werden vorwiegend Tabakentwöhnungsprogramme angeboten, die den besonderen Bedürfnissen und gesundheitlichen Problemen der von Lungenerkrankungen betroffenen Patienten gerecht werden. Dabei werden die Vorteile des stationären im Vergleich zum ambulanten Setting genutzt, die Nachteile werden in der Konzeption berücksichtigt.

Einer der wichtigsten Vorteile besteht im interdisziplinären Angebot aus Psychotherapie, Medizin und Physiotherapie, das zur Versorgung der Patienten kontinuierlich zur Verfügung steht. Gewohnheiten können durch eine veränderte Alltagsgestaltung in einer rauchfreien Umgebung leichter erlernt und eingeübt werden. Außerdem begünstigen Ruhe und Entlastung von Alltagsverpflichtung die Interventionen.

Durch die begrenzte Dauer des Aufenthaltes von 3 bis 4 Wochen ergibt sich ein gewisser Nachteil – lange Entwicklungen unter normalen Alltagsbedingungen sind nicht überschau- und prognostizierbar. Die Alltagstauglichkeit zeigt sich erst später nach der Behandlung. Im Falle eines Rückfalls nach der Behandlung besteht keine Möglichkeit der weiteren Begleitung durch die Therapeuten der Klinik.

Die Berücksichtigung der Vor- und Nachteile findet Ausdruck in einer zielorientierten, kurzzeitoptimierten Gestaltung mit modularem Aufbau und unterschiedlichen Zielen. Während für viele Patienten das Ziel die komplette Abstinenz ist, geht es für andere um die Reduktion des Konsums, um Rückfallprophylaxe oder zunächst um den Aufbau einer inneren Motivation.



Beschreibung der Module der Tabakentwöhnung in der ESPAN-Klinik:

Alle Patienten:
Schon im ärztlichen Aufnahmegespräch, das den Beginn einer jeden stationären Behandlung bildet, wird der Tabakkonsum der Patienten erhoben. Rauchern oder Personen, die erst vor kurzem mit dem Rauchen aufgehört haben, wird das Angebot einer Tabakentwöhnung unterbreitet und eine Teilnahme nahegelegt. Dennoch entscheidet der Patient selbst über die Teilnahme; das gesamte Programm beruht auf Freiwilligkeit.

Patienten mit Verordnung:
Das erste Modul der Tabakentwöhnung besteht in einem psychologischen Erstgespräch. Die Motivation zur Tabakentwöhnung entsteht in der Regel durch bereits bestehende Beeinträchtigungen der Lungenfunktion sowie Appelle von behandelnden Ärzten und Angehörigen. Die innere Bereitschaft ist oft noch gering und soll gefördert werden.
Neben der Erfassung der individuellen Motivation wird das Rauchverhalten der Patienten analysiert. Ein standardisierter Anamnesebogen dient als Grundlage zur Erhebung der aktuellen Motivationslage und bisheriger Ausstiegsversuche. Um die Tabakabhängigkeit zu erfassen, wird der weit verbreitete Fagerström-Fragebogen herangezogen.
Im Gespräch kommen neben den Angaben bezüglich des Tabakkonsums häufig andere Problembereiche aus der aktuellen Lebenssituation der Patienten zur Sprache. Nicht selten wird dabei ein akuter Beratungsbedarf deutlich. Hierfür steht das Angebot einer parallelen psychologischen Einzelberatung zur Verfügung und wird unmittelbar in die Wege geleitet.
Falls der Patient äußert, dass ihm das Sprechen in einer Gruppe schwer fällt oder er es aus anderen Gründen ablehnt, besteht auch die Möglichkeit, die Probleme, die bei der Tabakentwöhnung auftreten, in einem weiteren Einzelgespräch zu thematisieren.

Das zweite Modul ist ein Gruppenangebot, bestehend aus zwei Gruppengesprächen.
Innerhalb der Gruppengespräche gibt es einen eher psychoedukativen Teil, in dem gezielte Fragen zur körperlichen und psychischen Abhängigkeit beantwortet und Sachinformationen vermittelt werden. An dieser Stelle wird über Möglichkeiten und Grenzen medikamentöser Unterstützung und anderer Therapiemethoden aufgeklärt. Häufige Probleme bei der Tabakentwöhnung wie z.B. Rückfallrisiko, körperlicher Entzug, Umgang mit Stressoren, Verhalten im sozialen Umfeld, Entwicklung alternativer Verhaltensweisen u.ä. werden besprochen. Anhand typischer Risikosituationen, deren Profil sich für jeden Pat. individuell gestaltet, werden die unterschiedlichen Motivationen zum Tabakkonsum analysiert und konkrete Verhaltensveränderungen für die Abstinenz oder die Reduktion erarbeitet. In diesem Teil ist der Therapeut strukturierend und unterstützend tätig.
Außerdem ist der Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern über aktuelles emotionales Erleben, Erfolge wie aber auch Frustrationen oder Rückfälle Bestandteil der Gruppengespräche. Dieser Erfahrungsaustausch dient häufig zur emotionalen Entlastung und zur Stabilisierung der Teilnehmer, da sie Misserfolge durch die Bestätigung ähnlicher Erfahrungen durch andere eher als Normalität akzeptieren können, anstatt sich selbst unter Druck zu setzen. Hierbei hat der Therapeut eher moderierende Funktion.
Für die meisten Pat. endet hier das strukturierte Angebot zur Tabakentwöhnung.

Das dritte Modul bietet für Patienten, die weitergehende Hilfen über das Gruppenangebot hinausgehend benötigen, die Möglichkeit, zusätzliche Einzelberatung wahrzunehmen.

Die strukturierte Vorgehensweise wird durch das stationäre Setting mit seinem interdisziplinären Angebot aus medizinischen, physiotherapeutischen und psychologischen Heilmaßnahmen vervollständigt. Alle Angebote helfen bei der Umsetzung der Verhaltensveränderungen.

Ein Tabakentwöhnungsprogramm kann die eigene Entscheidung zur Abstinenz nicht ersetzen. Dennoch können durch diese flexible Vorgehensweise viele Patienten motiviert werden, die Anregungen für ein verändertes, rauchfreies Verhalten umzusetzen.

Ursula Schloemer, Dipl.-Psych.
Thomas Schmitt, Dipl.-Psych.
Espan-Klinik, Bad Dürrheim

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