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Anne Doris Borgsen – Brigitte Fuhrmann-Mau Malerei, Installation, Fotografie

06.09.200812:55 UhrKunst & Kultur
Bild: Anne Doris Borgsen – Brigitte Fuhrmann-Mau Malerei, Installation, Fotografie
Anne Doris Borgsen, Brigitte Fuhrmann-Mau
Anne Doris Borgsen, Brigitte Fuhrmann-Mau

(openPR) Am Freitag, den 12.09.2008 ab 19 Uhr wird die Ausstellung in den Räumen der Artists Unlimited e.V, August-Bebel-Str.94 in Bielefeld eröffnet. Die Einführung hält die Kunsthistorikerin Christiane Hoffmann M.A. aus Rheda-Wiedenbrück.

Der gemeinsame Ausstellungstitel von den bekannten Bielefelder Künstlerinnen Anne Doris Borgsen und Brigitte Fuhrmann-Mau hört sich für den Außenstehenden vielleicht wenig spektakulär an.



Der Kenner und die Freunde der Kunst der beiden Künstlerinnen wissen aber, dass beide für ungewöhnliche, emotional tief berührende Kunst stehen, die sich Raum schafft. Beide Künstlerinnen sind über Jahre freundschaftlich verbunden, so dass beide ihre jeweilige Formensprache auch im Spannungsfeld zueinander aushalten und sich gegenseitig befeuern.

Anne Doris Borgsen ist einem Phänomen der Menschheit auf der Spur. Dem Kopf, genauer dem weiblichen Kopf bzw. dem zu verhüllenden, verstellenden für jede Form von Interaktion offenen Körperteil des Menschen, an dem sich, weil immer und überall sichtbar, seit Jahrhunderten Diskussionen entzünden, ist die Künstlerin nachgegangen.

Das Mittelalter hat nach Köpfen gezählt, ohne Hut ging man nicht aus dem Haus, „man wurde unter die Haube gebracht“, „man nahm den Schleier“. Bei den meisten dieser Begriffe geht es um den Kopf „der Frau“, auch wenn neutrale bzw. männliche Begriffe wie „man“ als Synonym für alle Menschen gemeint ist.

Kulturkreise der Erde kennen unterschiedliche Umgehensweisen mit dem Kopf der Frau. Der Kopf wird geschlechtsspezifisch geschmückt, tätowiert, bemalt, ideologisch geprägt verhüllt, die Haare werden offen oder zu kunstvollen Frisuren aufgetürmt getragen. Es wird mit Perücken gearbeitet und immer wieder in die Natur, nach dem Schönheitsideal der Zeit und der Gesellschaft korrigierend eingegriffen.

Neben der Diskussion um das Tragen eines Kopftuches im öffentlichen Raum, ist der Lockenwickler zu dem Synonym für Veränderung des weiblichen Kopfes geworden. Waren im 18. Jh. noch Brennschere und Perücke notwendig, um das Schönheitsideal der Zeit zu erreichen, wird die Lockenpracht im 19. Jh. durch die Französische Revolution nur noch mäßig durch die Bürgerhaube gebändigt. Die Hütchen kokett getragen, werden um die Jahrhundertwende von Lockenbergen gehalten. Mit der Dauerwelle und dem Eindrehen der weiblichen Haare in immer ausgeklügeltere Lockenwickler ist der „Löwenmähne“ Tor und Tür geöffnet.

Auf Fotos und in Fernsehsendungen der End80er Jahre ist diese Dauerwellen-Manie bis heute zu greifen. Borgsen setzt zu Recht an diesen unscheinbaren, durch ihre rosa Farbigkeit als „no-Objekt“ greifbaren Lockenwicklern in die Diskussion um authentische, „echte“ Frauenköpfe ein.

Ist ein „freier, unverhüllter“ Frauenkopf authentisch unter künstlich erzeugten Lockenbergen? Ist auch hier die scheinbare Freiheit durch äußere Zwänge auferlegt. Ist der verhüllte Frauenkopf frei von äußeren Zwängen, weil er religiös motiviert ist? Sind beide nicht ähnlich determiniert, nur die Form ist eine andere. Immer geht es um den männlichen Blick auf den Frauenkopf. Anziehend, exklusiv, privat oder öffentlich.

Borgsen umwickelt die Lockenwickler mit Spitze oder Baumwollstreifen. Sie zieht die Objekte quasi an, nimmt die Stofflichkeit der Spitzenhaube, die nicht so fern ist und das Kopftuch auf. Die Installation sieht die so gestalteten Objekte auf einer Wäscheleine. Dem Zerrbild der Hausfrau, die mit Lockenwicklern auf dem Kopf die Hausarbeit des Wäscheaufhängens verrichtet. Wer kennt diese Bilder nicht.

Auch autobiografisches fließt ein, Erinnerungen an das eigene Kopftuchtragen als Metapher für die innere Anteilnahme an der Auseinandersetzung um den freien Frauenkopf. Mulmig und ein Spannungsbogen der genährt wird durch die hunderte von Metern langen Infusionsschläuche, auf denen rosa Lockenwicklern wie Perlen an der Schnur aufgefädelt sind. Durch den Raum, tief in den Boden sichtbar hinein, als Zeichen der Dauer dieser Diskussion um den Frauenkopf in der Kulturgeschichte.

Tief in die Erinnerungsschichten hinein geht auch Brigitte Fuhrmann-Mau mit ihren Ausstellungsarbeiten. Die Malerin ist ähnlich alten Fragen der Menschheit mit anderen Mitteln auf der Spur. Materialbilder zeigen scheinbar wenig Farbe, gepaart mit amorphen Strukturen, die an Pantoffeltierchen erinnern.

Filz, Folie, bemaltes Papier. Diese Abschnitte werden mit Fotografien kontrastiert. Die Malerin macht sich mit dem malerischen Blick, die Fotografie als dienendes Hilfsmittel im Einsatz, auf Motivsuche. Was sie findet sind scheinbar „nur“ schwarz-weiß Kontraste.

Das Spektrum umfasst aber auch alle Schattierungen dazwischen und so wird im zweiten Blick erkennbar, daß sich ein ungeheurer Facettenreichtum und eine große Differenzierung auftut. Die Abbildungen zeigen Ausschnitte aus Bildern, die ihre räumliche und zeitliche Verortung verloren haben.

Die Perspektive ist nicht real nachvollziehbar, eher wie Fuhrmann-Maus Malerei ohne Perspektive unmittelbar durch den Blick zu öffnen. Genauso schnell wie das scheinbare Erkennen passiert, genauso schnell schließen sich die Bilder wieder, da sie im Kontrast zu den Materialbildern als Gesamtheit zu sehen sind.

Figürliches, das einen über zeitlichen, da erkennbar aus einem Menschheitszusammenhang stammenden Hintergrund hat. Unwillkürlich fragt sich der Betrachter, wo ist die Form schon mal in sein Gesichtsfeld geraten. Wo kann ein solcher Bildausschnitt passieren?

Durch die Hängung und die Augenhöhe von Dingen, die dort scheinbar nicht hingehören, wird ein Bogen erzeugt, der den Betrachter „schrumpfen“ lässt. Klein ist man, wenn die Tasche auf den Stufen vor einem diese Dimension annimmt. Wortlos ist man, wenn man nicht lesen kann, was an der Tür geschrieben steht. Gummistiefelfußstapfen im Sandkasten können diese Form der amorphen Strukturen annehmen.

Egal welche Assoziation sich einstellt, die Zeit und der Raum die Fuhrmann-Mau in ihren Bildern bemüht ist nicht zu lokalisieren. Gestern, vor 1.000 Jahren oder morgen; hier oder woanders. Das macht den Zauber und die Kraft der Arbeiten aus und webt damit den zarten Beziehungsfaden zwischen Erinnerung, Menschheitsgeschichte und Kulturfragen, die auch Anne Doris Borgsen in ganz andere künstlerischer Ausdrucksform webt.

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