(openPR) Schwertransporte stellen Deutschlands Binnenschiffer vor immer größere Herausforderungen / Fachausschuss fordert erweiterte Ausbildung
Frankfurt am Main, 3. September 2008 - Die wachsende Zahl an Schwergütern, die aufs Wasser verladen werden, stellt Deutschlands Binnenschiffer vor immer größere Herausforderungen. „Die Ausbildung für Binnenschiffer muss hinsichtlich der Anforderungen bei Großraum- und Schwertransporten deutlich erweitert werden“, fordert Wolfgang M. Draaf, geschäftsführender Vorstand der Bundesfachgruppe Schwertransporte und Kranarbeiten (BSK) und Vorsitzender des Fachausschusses „Binnen-, See- und Fährschifffahrt“ in Frankfurt.
„Jeden Tag werden in Deutschland zwei Brücken für den Schwertransport über die Straße gesperrt“, beschreibt Draaf den Grund für die wachsende Bedeutung des Binnenschiffs beim Transport von schweren Industriegütern. Ein weiterer: Der Trend zur Modulbauweise im Maschinen- und Anlagenbau verstärkt sich, Teile werden immer größer.
Damit gigantische, Millionen teure Kraftwerksturbinen mit bis zu 500 Tonnen Gewicht auf der Wasserstraße unbeschadet von A nach B verschifft werden können, müssen Binnenschiffer und –schifferinnen eine Menge fachspezifisches Know-how besitzen, Transporte im Dialog mit Logistikern und Ingenieuren planen und unter Berücksichtigung hoher Qualitätskriterien durchführen können.
Wie muss das Binnenschiff beladen werden, damit es mit den übergroßen und schweren Industriegütern nicht unter Brücken hängen bleibt oder Schlagseite bekommt? Welche Umschlagmöglichkeiten gibt es? Und wie lässt sich ein Schwertransport sicher international organisieren?
„Der Binnenschiffer braucht heute viel mehr Know-how für den Schwertransport als dies noch vor fünf Jahren der Fall war“, sagt Ralf Maehmel, Leiter des Bereichs Schwergut bei der Deutschen Binnenreederei AG. „Hinzu kommen Anforderungen, die sich aus der immer stärkeren Vernetzung der Verkehrsträger, bei multimodalen Transporten, ergeben“, so Maehmel weiter.
Mit einem Empfehlungsschreiben an den Arbeitgeberverband der deutschen Binnenschifffahrt (AdB) und an die Ausbildungseinrichtungen für Binnenschiffer in Deutschland hat der mit führenden Vertretern der deutschen Industrie besetzte Fachausschuss „Binnen-, See- und Fährschifffahrt“ – darunter Linde und Siemens – seiner Forderung Nachdruck verliehen. Das mitgelieferte Lösungskonzept sieht praxisorientierte Ausbildungsinhalte sowie konkrete, berufsbegleitende Weiterbildungsmaßnahmen bei den Bildungsträgern vor.
Das Lösungskonzept, das Ausbildungsanforderungen vom Stauplan über den Frachtbrief bis hin zur schiffsspezifischen Statik en detail beschreibt, ist das erste Ergebnis des im Frühjahr unter Mitwirkung des „ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Centers“ (SPC) wiederbelebten Fachausschusses. Die 17 Ausschussmitglieder kommen aus der verladenden Industrie, aus Häfen, Reedereien und Logistikunternehmen. Mitglied ist außerdem das SPC Deutschland sowie Vertreter des Bundesverkehrsministeriums. „Ziel des Fachausschusses ist es, vor dem Hintergrund sich zuspitzender Verkehrsverhältnisse die Stärkens des ´Systems Wasserstraße´ zu fördern, Schwachstellen abzubauen und die Vernetzung der Verkehrsträger Strasse, Schiene und Wasserstraße europaweit zu fördern“, sagt SPC-Projektmanager und Ausschussmitglied Christian Betchen.










