(openPR) Forscher des Unternehmens Chimera Biotec im Technologiezentrum Dortmund entwickeln einen Test, mit dem Gendoping zum Muskelaufbau nachgewiesen werden kann.
Dortmund – Die Olympischen Spiele in Peking haben mit der Spanierin Maria Moreno ihren ersten Dopingfall. Sie wurde positiv auf das verbotene Dopingmittel EPO getestet. Solche Substanzen lassen sich bei Sportlern mittlerweile problemlos nachweisen. An einer anderen Front stehen die Kontrolleure allerdings noch auf verlorenem Posten. Gendoping, laut der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA das „Doping des 21. Jahrhunderts“, ist mit den bisherigen Methoden nicht zu entdecken.
Das biotechnologische Unternehmen Chimera Biotec GmbH entwickelt ein von der WADA gefördertes Verfahren in Zusammenarbeit mit der Deutschen Sporthochschule Köln, mit dem Gendoping zum Muskelaufbau nachgewiesen werden kann. „Mit unserer Methode werden wir sagen können, ob jemand in sein genetisches Material eingegriffen hat oder nicht“, so Forschungsleiter Dr. Michael Adler.
Statt nur zu versuchen bestimmte Substanzen nachzuweisen, analysiert das Forscherteam den gesamten Regelkreis des Muskelaufbaus. Durch eine Untersuchung der Körpervorgänge mit der Imperacer®-Technologie, einer hochempfindlichen Analysetechnik zur Proteinerkennung, konnte Chimera Biotec diejenigen Proteine bestimmen, die normalerweise in jedem Menschen den Muskelaufbau regeln, ob Athlet oder nicht. Das Verhältnis dieser Proteine ist konstant und folgt einem typischen Muster. So entsteht eine Art Blaupause des Muskelaufbaus. „Wenn wir aber Abweichungen vom Regelfall feststellen, können wir eindeutig sagen, dass manipuliert wurde“, sagt Adler.
Damit gibt dieser Ansatz dem Dopingfahnder die Möglichkeit, Manipulationen unabhängig von dem genauen Mittel des Dopings zu erkennen. Dies ist um so wichtiger, weil Substanzen zum Muskeldoping so geändert werden können, dass sie einem direkten Nachweis entgehen. Ein Abgleich funktioniert noch genauer, wenn die Tests über eine längere Zeit laufen und sich so nach und nach eine Art muskularer Fingerabdruck eines jeden Sportlers ergibt.
Zur Weiterentwicklung des Verfahrens hat sich Chimera Biotec um eine Anschlussförderung der WADA beworben, über die im Laufe des Jahres entschieden wird. Innerhalb der kommenden zwei Jahre soll ein verbesserter Test verfügbar sein. Dann hätte auch das Hase-und-Igel-Spiel zwischen Dopingsündern und Kontrolleuren ein Ende, hofft Adler. „Denn egal mit welchen Mitteln oder an welcher Stelle der Sportler manipuliert, wir können mit Sicherheit sagen, dass er eingegriffen hat.“









