(openPR) Hohen Neuendorf, 12. August 2008/14:10 Uhr
Köstliche Stimmung beim Heurigenabend im Kaffeehaus Morgenrot in Hohen Neuendorf. »Alt-Wiener-Kaffeehaus«-Betreiberin Eva Tiffany Bollmann freut sich über ein ausverkauftes Haus und eine ausgelassene Stimmung beim Heurigenabend im Kaffeehaus Morgenrot in Hohen Neuendorf. Der Heurigenabend* am Freitag war trotz der Sommerferien ein Rekordabend für das Kaffeehaus Morgenrot (www.kaffeehaus-morgenrot.de). Es wurden noch nie so viele Plätze nachgefragt, nie so viele »Heurige« am Abend genossen und nie so ausgelassen beim Zitherspiel mitgesungen. Mehr als drei Zugaben musste Lars Boese** (Jahrgang 1973), der letzte in Berlin und Brandenburg öffentlich auftretende Zitherspieler, geben. Beim Zitherspiel zog Boese alle Register. Sein Repertoire war nicht nur traditionell österreichisch, sondern eine Tour D´Horizon durch die internationale Musikszene. Begonnen hatte er mit der Wiener Tradition, wie »Der dritte Mann«, »Elisabeth Serenade«, »Kufsteinlied« über »Schneewalzer« bis »La Montanara«. Weiter ging es zum Beispiel mit Smetanas »Moldau«, der englischen Volkslied-Melodie »Greensleeves«, landete dann bei der russischen Folklore mit »Schwarze Augen« und »Kalinka«, überflog China und Japan und setzte mit »House of the rising sun« in den USA auf. Ohne kulturellen Schock wechselte er nach gut einer Stunde in das populäre Genre der 70er & 80er Jahre. Mit »Simon & Garfunkel« und sogar mit »Metallica« & »Die Ärzte« trieb er die gute Stimmung auf den Höhepunkt - und im Publikum war kaum ein Gast unter 40 Jahre alt.
Um ihren Gästen Wiener Heurigenkultur näherzubringen, veranstaltet Cafetiere Eva Tiffany Bollmann einmal im Monat einen musikalischen Heurigenabend im Kaffeehaus Morgenrot. Zum Heurigen - rescher Grüner Veltliner direkt vom Winzer aus Wien - genießt man im Kaffeehaus Morgenrot butterweiche Wiener Schnitzel vom Milchkalb mit hausgemachtem steirischen Vogerlsalat, saftige Mini-Haxer, Linzer Leberkas, Wurstsalat, typische Heurigenaufstriche wie Liptauer oder Obatzter sowie hausgemachte süße Schmankerl wie Marillenstrudel, Kaiserschmarrn oder Sacher Würfel. Musikalisch begleitet wird der Heurigenabend mit vielfältigen Zithermelodien von Lars Boese auf seiner Konzert-Zither (Diskantzither).
Der nächste Heurigenabend im Kaffeehaus Morgenrot findet am Freitag, 12. September statt. Einlass: 18:00 Uhr, Zitherspiel: von 19:00 Uhr an, Ende: ca. 22:00 Uhr; Künstlerhonorar: 7,50 Euro.
*Exkurs: Mit Heuriger bezeichnet in Österreich sowohl einen Jungwein als auch die Buschenschank, die ihn ausschenkt. Das Wort leitet sich von „heuer“ ab, dem süddeutschen Ausdruck für dieses Jahr. Heurig bedeutet also
diesjährig. Man geht zum Heurigen, sitzt beim Heurigen und trinkt Heurigen.
**Lars Boese oder »der letzte Mohikaner«
Warum die Zither hier so unpopulär ist, ist nach einem solchen Abend eigentlich nicht verständlich. Es liegt wohl daran, dass sie hier keine Tradition hat und mit dem Vorurteil belegt ist, dass man nur österreichische und süddeutsche Folklore darauf spielen kann, sagt Boese. Die Zither ist weltweit verbreitet, hier in Europa hatte sie ihren Ursprung in Griechenland. Sie hatte eine parallele Entwicklung bereits vor dem Mittelalter in vielen Regionen der Welt genommen. Es gibt heute eine Vielzahl an Zither-Instrumenten, wie zum Beispiel die Konzert-, Bass-, Unterlag- und selbst eine Wald-Zither - ähnlich einer Gitarre.
Boese spielt sein Repertoire auf der Zither nicht nur im Kaffeehaus Morgenrot, sondern ist auch schon vor großem Publikum aufgetreten: im »Zeiss Großplanetarium/200 Gäste« in Berlin-Prenzlauer-Berg, im »Kammermusiksaal Philharmonie/1.000 Gäste« in Berlin-Tiergarten, im »Gemeindehaus« in Berlin-Lichtenrade vor 1.000 Gästen, die standing ovations gaben. Selbstverständlich tritt er auch auf Wein- und Winzerfesten, in Weinlokalitäten, auf Seeschifffahrten und auf Weihnachtsmärkten auf. Aber er ist der einzige Zitherspieler, der hier in der Region mit diesem schönen Instrument überhaupt noch öffentlich auftritt!
Technisch und musikalisch bildet Boese sich auf Fortbildungs-Seminaren in Bad Tölz fort - der Wallfahrtsort für Zitherspieler. Die Aus- und Weiterbildung in Berlin-Brandenburg ist dagegen sehr schwierig. Es gibt zwar einen Berliner Zither-Verein, aber aktuell ohne Lehrer und mit einem stagnierenden, mehr rückläufigem Interesse. Die Zither hat in dieser Region keine Tradition, ein starkes Vorurteil und dazu kaum öffentliche
Wahrnehmung. Einen virtuosen Spieler gibt es hier - Lars Boese - und mehr Aufmerksamkeit haben beide hier in Berlin und Brandenburg verdient.
Lars Boese, Jahrgang 1973, ist Student für Grundschulpädagogik in dem Hauptfach Sport und in den
Nebenfächern Deutsch und Mathematik. Er steht kurz vor dem Abschluss seines 1. Staatsexamens. Boese ist neben der Zitherspielerei auch noch engagierter Rettungssanitäter (- und Ausbilder) und sportlich sehr aktiv. Er ist in seinem Leben so vielfältig tätig wie er auf der Zither spielt, vielleicht ist das eine der Voraussetzungen für eine Liebe und eine Leidenschaft für die Zither.













