(openPR) „Saitencocktail“ und „Unterleit'n Musi Schliersee“ konzertieren in der Bauernschule Bad Waldsee
Mit skandiertem Klatschen hat sich das Publikum bei den Ensembles „Saitencocktail“ und „Unterleit'n Musi Schliersee“ für ein Konzert bedankt, das alpenländisches Musizieren und Volksmusik internationaler Prägung verband. Der instrumentale Schwerpunkt lag dabei auf Zither, Hackbrett, Bass und Gitarre.„Saitencocktail“ ist ein Quartett um die Bad Waldseer „Zither Professorin“ Birgit Fuchs, das weit über die Region hinaus einen hervorragenden Ruf genießt.
Zwar verweist der Ausdruck „Cocktail“ im zweiten Teil des Band-Namens bereits auf die Vielseitigkeit des Ensembles. Dass sich diese jedoch nicht allein auf das Repertoire, sondern gleichermaßen auf das umfangreiche, keinesfalls nur von Saiten bestimmte Instrumentarium der Musiker bezieht, konnten die Zuhörer während des Konzerts erleben. Da brillierte Fuchs zwischen ihren Zither- und Hackbretteinsätzen gleich auf drei verschieden gestimmten Flöten – Sopran, Tenor und Bass – und schlug überdies das Bongo-Cajon. Auch Hackbrett-Spezialistin Diana Röss trommelte und blies die Flöte gerne im Duett mit Birgit Fuchs, während Gisela Hecht sich nicht nur als überaus einfühlsame Gitarristin erwies, sondern ebenso versiert zu Akkordeon oder Klarinette griff. Lediglich der Quotenmann im Quartett, Hans Greißing, schlug, zupfte oder strich die Saiten, doch dies gleich an drei verschiedenartigen Instrumenten. Mal stand er am mächtigen Kontrabass, mal spielte er die Gitarre oder prägte den Rhythmus auf einem Resonanzkörper mit zwei Stegen.
Der Wangener Musiker begründete auch den Kontakt zur „Unterleit'n Musi Schliersee“. Hätte er nicht vor ein paar Jahren Urlaub in Oberbayern gemacht, wobei er die Musikerfamilie Denk kennenlernte, wäre es nicht zur „württembayrischen“ Konzertpremiere in der Bauernschule Bad Waldsee gekommen. Jetzt gaben die vier Denks und ihr Bassist Hans Brandl in Form von Polka. Marsch, und Landler einen schwungvollen, rhythmisch akzentuierten Beweis alpenländischen Musizierens.
Dass die bestens aufeinander eingespielten Familienmitglieder auch für andere Musikstile offen sind, zeigten etwa der mitreißende Tango, „El Choclo“, oder das Stück „Retour des Hirondelles“ im Stile eines Musette-Walzers. Ganz offensichtlich haben Monika und Christian Denk ihr musikalisches Talent an die Söhne Josef und Florian vererbt. Während die Mutter als Kind Akkordeon spielte, überlässt sie dieses Instrument jetzt hauptsächlich Josef, dem älteren der beiden Brüder, und widmet sich mit Elan ihrem zweiten Standbein, der Klarinette.
Vater und Sohn gemeinsam
Josef ist nicht nur ein guter Akkordeonspieler, sondern auch ein erfolgreicher Komponist. Als Kostprobe aus seiner Feder gab's gleich drei Stücke, darunter den „Schneeglöckerl Landler“, ein Geburtstagsgeschenk für die im Frühling geborene Mutter. Auch Sohn Florian fühlte sich am Akkordeon pudelwohl, ebenso wie auf der Zither, seinem Zweitinstrument. Für den entsprechenden Rhythmus sorgten Vater Christian Denk an der Gitarre, flankiert vom Bassisten Hans Brandl.
Den größeren Teil des Konzerts bestritt Gastgeber „Saitencocktail“ mit einer Auswahl von Stücken, die das Flair verschiedenster Länder in die Bauernschule zauberte. Ausgehend vom heimischen „N'Walzeer“, einer Komposition von Birgit Fuchs, sowie dem Walzer „Wieder bergauf“ vermeinte man in der finnischen „Jevan Polka“das helle Licht des Nordens zu verspüren. Glöckchen entführten bei „Rote Lilien“ ins ferne China, während in „Apache“ Pferde über die Steppe zu galoppieren schienen.
Mit „Mi Corazon“, bei dem Florian Denk zum bayrisch-württembergischen Zither-Duett mit Birgit Fuchs antrat, ging die musikalische Reise nach Spanien, auch „Asino“, der italienische Esel war vor Ort. Überaus intensiv gelangen zwei Stücke in der Tradition der Klezmermusik, die Melancholie mit rasantem Tempo vereinten. Den Schluss leitete die Volksweise „Hans, bleib da“ ein, bei der sich Hans Greißing zum Vergnügen des Publikums demonstrativ aus dem Staub machen wollte. Bevor die Musiker ihr Publikum mit einem träumerischen „Erde“ in die sternenklare Nacht entließen, bedankten sich beide Ensembles mit je einer Zugabe für den lauten Applaus der vielen Zuhörer. (SZ, Monika Fischer)










