(openPR) Kaiserin Sisi trank es, Giacchino Rossini, Otto von Bismarck, Theodor Fontane und Theodor Heuss ebenso: Das Bad Kissinger Heilwasser, an Ort und Stelle ausgeschenkt, war und ist heiß begehrt. In Amerika war es einst sogar der Inbegriff für jegliches Mineralwasser.
Die Liste der illustren Kurgäste im Bayer. Staatsbad Bad Kissingen ist so lang wie in keinem anderen deutschen Bad. Als „Gräfin von Hohenembs“ reiste Elisabeth von Österreich [„Sisi“] stets inkogniko an. Otto von Bismarck schlürfte gleich 14 Mal bei seinen Kuraufenthalten das Heilwasser.
1847 hätte das Bad sogar Eingang ins Guiness Buch der Rekorde gefunden: Damals kurten 30 Mitglieder von Fürstenhäusern, 86 Grafen, 496 weitere Adelige und 36 englische Lords zur gleichen Zeit im bayerischen Staatsbad. Kaiser und Könige, Dichter und Denker gaben sich die Ehre. George Bernhard Shaw, Dichter und ewiger Nörgler, korrigierte in Bad Kissingen während der Kur die Druckfahnen zu seinem „Pygmalion“. Ihm hat das Heilwasser „überhaupt nicht geschmeckt“.
In der Tat sei der Geschmack etwas gewöhnungsbedürftig, räumt Margarethe Tews ein, die seit sieben Jahren mit zwei Kolleginnen das Heilwasser ausschenkt: „Es schmeckt salzig und ‚blechern’, weil es relativ eisenhaltigist.“
Wasser aus vier Heilquellen
Den Kurgästen rät Margarethe Tews deshalb, „ein mildes Wasser hinterher zu trinken“. Die verabreichten Wässer stammen aus vier verschiedenen Quellen und haben unterschiedliche Anwendungsgebiete.
Während ein Heilwasser seine Wirkung am besten bei chronischen Entzündungen der Magen- und Darmschleimhaut, Erkrankungen der Gallenblase oder Gicht entfaltet, wirkt ein anderes bei Verdauungsstörungen. Ein drittes wird bei Katarrhen der oberen Luftwege und zur Nierensteinprophylaxe angewendet.
„Wichtig ist da die Reihenfolge,“ erklärt Margarethe Tews, deren Beratung bei den Kurgästen gefragt ist. Nur zehn Prozent von ihnen wird die Trinkkur verordnet, 90 Prozent unterziehen sich ihr freiwillig. Der Grund: Das Heilwasser ist natriumhaltig, „die Schulmedizin aber verteufelt Natrium, obwohl neueste Forschungen das Gegenteil besagen“ (Tews). Mit Freude stellt die Mitarbeiterin der Bayer. Staatsbad Bad Kissingen GmbH fest, dass „bei jüngeren Kurgästen der Trend zur Natur statt zur Apotheke geht“.
Heilwasser ohne Kalorien
Der Brunnenausschank in der Wandelhalle von Bad Kissingen ist täglich von 7 bis 9 und 16 bis 18 Uhr geöffnet, an Sonn- und Feiertagen von 7 bis 9 Uhr. Kurgästen wird empfohlen, das frisch gezapfte Heilwasser „beim langsamen Gehen im herrlichen Ambiente der Wandelhalle zu
genießen“.
Die größte Wandelhalle Europas ist ein Werk des Architekten Max Littmann (1862 bis 1931), dem Bad Kissingen zahlreiche prächtige Kurbauten aus den Jahren 1911 bis 13 verdankt. Diese wurden in den letzten Jahren aufwändig restauriert.
Wer sich der Trinkkur unterzieht, sollte möglichst auf Tabak und Alkohol verzichten. Dafür hält Bad Kissingens Kurdirektor Gunter Sauer einen Trost bereit: „Das Heilwasser ist
kalorienfrei.“
Eine Original Bad Kissinger „Heilwasser-Entspannungswoche“ bietet FIT-Reisen an, der Spezialist für Gesundheits- und Wellness-Reisen. Je nach Saison und Hotel kostet sie zwischen 675 und 899 Euro pro Person im Doppelzimmer, im Einzelzimmer zwischen 720 und 999 Euro [Stand: März 2008]. Der Pauschalpreis, den die Krankenkassen mit bis zu 150 Euro Zuschuss unterstützen, umfasst sieben Übernachtungen mit Halbpension und ein ausgewogenes Präventionsprogramm zur Entspannung, Bewegung und Entschlackung.













