(openPR) Prostitution hat zwar seit dem neuen Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten (ProstG) in der Rechtssprechung einen neuen Stellenwert erhalten, doch der Alltag der Damen des ältesten Gewerbes hat sich anscheinend immer noch nicht ausreichend verbessert. Gerade im Hinblick auf das Lohndumping hat sich das Konkurrenzverhalten innerhalb der Rotlichtbranche auf eine unerfreuliche Art und Weise weiter verschärft.
Diese Problematik soll sich zukünftig in kleinen Schritten entspannen können. In Kürze erscheint der Verkaufsratgeber "Kobern mit Strategie - Verkaufstaktiken für Mädels im Rotlichtmilieu". Durch die Tipps und Ratschläge sollen Prostituierte nun erfahren, wie sie über eine professionellere Gesprächsführung einen annehmbaren Lohn für Ihre Sexdienstleistungen bekommen können.
"Kobern mit Strategie“ erklärt absichtlich in verständlicher Umgangssprache die in der Regel ausschließlich in Fachbegriffen dargestellte Welt des Sprachtrainings, denn die Handhabung des Buches soll keinen höheren Schulabschluss zur Voraussetzung haben. Dazu wird in einfachen Worten und bildhafter Sprache der Spagat zwischen kaufmännischen Fachausdrücken und Milieurealität nach dem Motto "Keine Angst vor dem Geld des Freiers" mit zutreffenden Marketingmethoden überbrückt, ohne die unterschiedlichen Brachentabus der komplizierten Welt des Rotlichts zu verletzen.
Die Autorin Michaela Hof war vor 15 Jahren selbst 2 Jahre hauptberuflich im Milieu tätig und weiß auch beim Thema Kommunikation, wovon sie spricht: Einfaches Marketing für Mädels im Rotlicht. Mit dieser Praxiserfahrung als Background fiel die Titelwahl auf "Kobern mit Strategie", denn im Rotlichtmilieu gehört "kobern" bereits seit Jahrhunderten und auch heute noch zum alteingesessenen Fachjargon. Doch in der gegenwärtigen, modernen Umgangssprache ist der Ausdruck "kobern" fast ausgestorben. Das "Etymologie-Portal" hat die Begriffe "kobern, ankobern, nachkobern, Koberbar, Koberzimmer, Koberheini" zum Wort des Monats Mai 2005 erklärt: "Die Kontaktsuche von Prostituierten zu den Freiern und das Aushandeln des Liebeslohns nennt man in einschlägigen Kreisen "kobern". Die etymologische Herleitung des Verbs ist nicht restlos geklärt: die jiddischen Wörter "kowo", "kübbo" tragen die Bedeutung "Schlafkammer", "kleines Gelaß", "Bordell", "Hütte", "Zelt"; auch das niederdeutsche Nomen "koop" in den Bedeutungen "Kauf", "Geschäft" und "Preis", "Kaufpreis" kommen als Ursprung in Frage. ..." (www.etymologie.info/~e/_e/_e-wwdmon.html)
Ob sich Freier darüber freuen, bleibt fraglich. Denn sobald die Rotlicht-Damen ihren Kunden sprachgewandter begegnen könnten, wäre dann womöglich der "schnelle Schuss für kleine Scheine" vorbei. "Nein", meint die junge Autorin. "Diese Nachfrage wird meiner Meinung nach immer Bestand haben. Ich arbeite dafür, dass Sexarbeiterinnen sich im Allgemeinen mit einem Verkaufstraining kommunikativer und freier bei den Preis- bzw. Leitungsverhandlungen an sich bewegen können. Und natürlich stehe ich für das Grundrecht auf Bildung ein, selbst wenn der Beruf als Prostituierte kein Beruf wie jeder andere ist."
Zum bestmöglichsten Schutz der Jugend wird das Fachbuch für Sexarbeiterinnen nicht im öffentlichen Buchhandel, sondern ausschließlich per Internet, vertrieben.
Ramona Bruhn-Tolle, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Pforzheim










