(openPR) TRAVE°MÜNDE
Lübecks „Gekaufte Braut“
Graf Adolf der II von Schauenburg und Holstein hatte zu Beginn einen Turm am Stülper Huk gebaut, woraus im Jahr 1187 dann eine kleine Siedlung an der Mündung wurde. Ein strategisch wichtiger Vorposten von Lübeck. Umkämpft von Schweden, Dänen, Mecklenburger oder den Holsteinern, den Lübeckern den Schiffsweg in ihre Stadt abzuschneiden.
Nachdem Lübeck 1188 die Hoheitsrechte über die Trave, wenig später über den Priwall erhielten, machten sie 1320 den Holsteinern das verlockende Angebot die Burg für 6000 Mark Lübsch und neuen Jahre später den Rest der Siedlung für 1060 M L zu kaufen. Und bereits seit 1317 mit Stadtrechten versehen. Auch wenn nach dem Brand von 1522 sofort mit dem Wiederaufbau begonnen wurde, zog Lübeck 12 Jahre später gegen die Dänen in den Krieg. Bevor sie ausschifften brannten sie den gesamten Ort nieder, um ihn nicht den darauf lauernden Holsteinern zu überlassen.
Aus dem kleinen alten Festungsort, zum Fischer- und Schifferstädtchen entwickelte sich 1802 das dritte Seebads Deutschlands nach Heiligendamm und Norderney (Ostseeheilbad). Kuranlagen und Hotels nehmen die Landspitze zwischen der Travemündung und dem im Norden liegenden Strand ein.
Charakteristische Handwerk- oder Fischerhäuser von Alt-Travemünde in der Torstraße, der Vorderreihe am Hafen und parallel dazu der Kurgartenstraße (ehem. Hinterreihe) prägen das Bild um die Pfarrkirche als spätgotischen Ziegelbau aus dem 16.Jahrhundert. Auffällig die Alte Vogtei in der Vorderreihe mit den zwei abgestuften Renaissance- Treppengiebel aus der Zeit 1550 und 1600 gegenüber der Autofähre zum Priwall.
Dampfschiffe nach Kopenhagen, Petersburg, Reval, Riga, Stockholm, Malmö, Stralsund und Rostock sowie die ein neues Eisenbahnnetz brachte Mitte des 19.Jahrhunderts neue Besucher von nah und fern in die Ortschaft.
1897 kaufte Lübeck das neu entstandene Seebad mit all seinen Einrichtungen, baut die Promenade und eingemeindet 1913 Travemünde zur in die Hansestadt Lübeck.
Eine Erweiterung des Hafengeländes wurde unumgänglich. Segelten während der Hansezeit ca. 150 Schiffe gen Norden, wurden es durch die Dampfschiff fahrt bereits etwa 2000. Daran schließt sich seit 1960 der Skandinavienkai an, mit umfangreichen Abfertigungsanlagen. Heute ist der Ort Start- und Zielpunkt zahlreicher Fährschifflinien nach Dänemark, einer der größten Fährhafen Europas, Schweden, Finnland, Polen und Russland.
Mit seinem Yachthafen ist es nicht nur zur Travemünde Woche (seit 1889) ein beliebter Treffpunkt internationaler Besucher (Beginn 18. Juli 2008)
Historische Vogtei- und Altstadtführungen
jeden Mittwoch von 11 Uhr bis 12.30 Uhr,
Treffpunkt Alte Vogtei, Vorderreihe 7, gegenüber der Autofähre durch
Bauhistorikerin Dipl.Ing.arch.E.P. Brandenburg








