(openPR) Erfurt: Thüringen – das grüne Herz Deutschlands - hat mehr zu bieten als touristisch reizvolle Landschaften und historische Kulturdenkmäler, als hochkulturelle Einrichtungen, Museen und Sammlungen vergangener Zeiten. Thüringen ist ein Land der kulturellen Gegensätze.
Dass Thüringen kulturell farbenprächtig und vielfältig ist, brachte die LAG Soziokultur Thüringen e. V. mit Meine Kultur – Aktionswochen für Soziokultur in Thüringen im Sommer 2008 auf den Punkt. Während der acht Wochen Aktionszeitraum standen erstmalig Soziokulturelle Zentren und Kulturinitiativen im gesamten Freistaat im Rampenlicht und zeigten lebendige Vielfalt: Musik, Theater, Tanz, Zirkus, Lesung, Ausstellung, Diskussion, Experimentelles – vom großen Event bis zum Kerzenscheinkonzert! Ziel der Aktionswochen war es, die Vielfalt, Qualität, Kompetenz und Unterschiedlichkeit von Soziokultur konzentriert in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken, um zu zeigen, dass Soziokultur direkt vor der eigenen Haustür stattfindet. Zum Abschluss wurde der KulturRiese – Förderpreis der Soziokultur in Thüringen verliehen.
87 000 Besucher kamen zu 23 Veranstaltungen im gesamten Freistaat. 1600 Künstler, Musiker, Literaten, Macher und Kulturarbeiter luden zu (sozio-) kulturellen Entdeckungsreisen ein, banden alte und fanden neue Besucher.
Vielfalt und Buntheit der Thüringer (sozio-)kulturellen Szene waren Anlass und Motivation für die Aktionswochen, die im städtisch urbanen Raum Weimars begannen und in einer alten Fabrik mitten im Thüringer Wald in the middle of the nowhere endeten. Die Entscheidung, die Aktionswochen in dieser Weise beginnen und enden zu lassen, spiegelt das Besondere der thüringischen Szene wider – urbane Stadt(teil-)kultur und kulturelles Arbeiten im ländlichen Raum koexistieren, ergänzen und brauchen sich. Ein feines Netz kultureller Knotenpunkte entsteht und mit den Aktionswochen – so die Idee – wird es unterstützt, offen gelegt und kann so weiter ausgebaut werden.
Zum Auftakt lud der Landesverband Entscheider, Macher und Besucher ins Gaswerk – Design- und Projektwerkstatt in den Weimarer Westen ein. Während des Medienfestivals Induction.08 konnten die Gäste eine junge Thüringer Kulturinitiative kennen lernen, Soziokultur erfahren, mit der LAG und den anwesenden Künstlern ins Gespräch kommen. Das Ausstellungsprojekt vereinte experimentelle Videokunstarbeiten und ein audiovisuelles Konzert in Zusammenarbeit der elektronischen Live-Band Pentatones und der Live-Video-Spezialisten von YouAreWatchingUs. Mit dem Gaswerk und dem multimedialen Ausstellungsprojekt Induction fand der Verband einen idealen Partner, der für aktives, interaktives und proaktives kulturelles Handeln steht.
Fast doppelt so alt aber nicht minder agil ist die Thüringische Sommerakademie im ländlichen Böhlen. Idyllisch im Thüringer Wald gelegen wird sie Sommer für Sommer Ort gemeinsamen Arbeitens, des Austauschs und der interdisziplinären Begegnung. Und das nicht nur für Kenner und Genießer! Mittlerweile dient die ehemalige Thermometerfabrik ganzjährig künstlerisch Schaffenden zu Arbeitsaufenthalten sowie zahlreichen Projekten anderer Kulturinitiativen. Schwerpunkt der Sommerkurse sind die Bildende Kunst und die Musik. Lesungen und Konzerte, Theater und Ausstellungen runden das Angebot ab. Die Thüringische Sommerakademie ist Träger des Thüringer Kulturpreises 1997. Klar, dass die Sommerakademie ein hervorragender Gastgeber für die Verleihung des ersten KulturRiesen und der Abschlussveranstaltung der Aktionswochen ist.
Der KulturRiese – Förderpreis der Soziokultur ist mit 1111,00 Euro dotiert und wurde im Sommer 2008 erstmalig an das hEFt – für literatur, stadt und alltag, ein Projekt des Vereins Kulturrausch e. V. Erfurt, verliehen. Der Preisträger wurde aus 18 eingereichten Bewerbungen ermittelt. Das Preisgeld des alternativen Kulturpreises wurde aus Solidarabgaben und Spenden der Mitglieder zusammengetragen. Der Preis ist damit unabhängig und steht voll und ganz im Dienste der Soziokultur. Mit der Preisvergabe an das hEFt würdigt die LAG Soziokultur das Projekt des Kulturrausch e. V. Erfurt und dessen beispielhaften Beitrag, über das Medium Literatur hinaus authentische und spartenübergreifende Kulturarbeit zu leisten sowie Jugend- und Soziokultur zu fördern. Die Jury überzeugte das außergewöhnlich hohe ehrenamtliche Engagement, die Tatsache, dass sich das hEFt trotz schwieriger finanzieller Situation kontinuierlich etablieren konnte, die künstlerische und kritische Auseinandersetzung mit kulturell-gesellschaftlichen Themen sowie die Vielfalt an Partizipationsmöglichkeiten.
Am 10. Juli 2008 kamen die Preisträger, die LAG, ihre Mitglieder, Partner und Freunde zum Auftaktkonzert der Thüringischen Sommerakademie 2008, der Preisverleihung und der Geburtstagsfeier im Thüringer Walddorf Böhlen zusammen. Nach der Lobrede des Laudators Matthias Biskupek (Schriftsteller und Publizist aus Thüringen), der Preisverleihung und den Glückwünschen für das hEFt gratulierte der Kulturstaatssekretär Prof. Dr. Walter Bauer-Wabnegg der LAG Soziokultur mit einem Bewilligungsbescheid für anstehende Projekte zum Geburtstag. Anschließend zeigte das international gefeierte Ensemble elbtonal percussion aus Hamburg inmitten eines beeindruckenden Massivs aus funkelnden Becken und Schellen, japanischen Fasstrommeln, Marimbaphonen und Gongs, dass Schlaginstrumente weit mehr als „Trommeln“ sind. Im besonderen Ambiente des Fabrikhofs der Thüringischen Sommerakademie ließen Kulturschaffende und Entscheider mit dem Dachverband und deren Mitgliedern bei gutem Essen, erfrischenden Getränken und Musik den Abend und die Aktionswochen ausklingen.
Mit Meine Kultur – Aktionswochen für Soziokultur und der Verleihung des KulturRiesen – Förderpreis der Soziokultur konnte der Dachverband zeigen, dass Thüringen kulturell lebendiger, vielfältiger und farbenprächtiger ist als eine Sommerwiese in den Tälern des Thüringer Waldes.












