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Neuer Grundkurs „Psychobiografisches Modell nach Prof. Erwin Böhm”

06.07.200819:47 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Neuer Grundkurs „Psychobiografisches Modell nach Prof. Erwin Böhm”
Das Psychobiografische Pflegemodell ist Gegenstand des BAAS-Grundkurses.
Das Psychobiografische Pflegemodell ist Gegenstand des BAAS-Grundkurses.

(openPR) Die BAAS, die Akademie für Gesundheitswirtschaft mit Sitz im Lünen, vermittelt ab dem 4. September 2008 im Rahmen eines neuen Grundkurses das „Psychobiografische Modell nach Prof. Erwin Böhm”. Diese berufsbegleitende Fortbildung zur Pflege Demenzerkrankter findet in Kooperation mit der ENPP Böhm GmbH, Bochum, statt und umfasst 96 Unterrichts- sowie 100 Facharbeitsstunden. Der Kurs richtet sich an anspruchsvolle, verantwortliche Pflegefachkräfte in der Altenpflege und erweitert das Seminarangebot der BAAS, die sich ihre Reputation vor allem mit markt- und bedarfsorientierten gesundheitswirtschaftlichen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen erworben hat.



Lünen. –„Wir freuen uns natürlich, eine so richtungsweisende und bedeutsame Thematik in enger Zusammenarbeit mit dem Begründer des psychobiografischen Modells in unser berufsbegleitendes Weiterbildungsprogramm aufnehmen zu können”, betont Diplom-Kaufmann Joachim Jürgens. Der Leiter des Bildungswerks BAAS will mit dem neuen Angebot die Unternehmen der Gesundheitswirtschaft ebenso ansprechen wie deren Mitarbeiter.

Die Motivation, diesen Grundkurs anzubieten, lieferte nicht zuletzt die überaus positive Resonanz auf eine Fachtagung, die die BAAS im Frühjahr 2008 unter dem Titel „ Einführung in das Psychobiographische Modell” ausgerichtet hatte. Dabei hatte Prof. Erwin Böhm sein Pflegemodell persönlich vorgestellt und eine weitere, enge Kooperation mit der BAAS angeregt.

Das Böhmsche Pflegeziel: Aufleben statt Aufheben
Bei der BAAS sieht man die Bedeutung des Kursangebotes vor allem darin, dass die Teilnehmer ausführlich und fundiert an das Psychobiografische Pflegemodell nach Prof. Erwin Böhm herangeführt werden und sich mit ihm identifizieren sollen. Allein der Grundlagenvermittlung wird ausreichend Zeit eingeräumt – nahezu ein Viertel der Kursdauer steht zur Verfügung, um die Altenpflegefachkräfte ausführlich mit der psychobiografischen Sichtweise vertraut zu machen. Sie lernen dabei die zentralen Bausteine der psychobiografischen Theorie kennen, erfassen die Bedeutung der „Ich-Wichtigkeit”, werden dafür sensibilisiert, die unterschiedlichen Grundpersönlichkeiten von Pflegeheimbewohnern bei der Entwicklung eines Pflegekonzepts stärker zu berücksichtigen uvm.

Vor diesem Hintergrund unterstreicht Joachim Jürgens die bahnbrechende Bedeutung des psychobiografischen Modells für die Pflege demenziell erkrankter Menschen: „Das ultimative Pflegeziel des Modells nach Böhm besteht nicht etwa darin, einen demenzkranken, alten Menschen auf eine Weise ruhigzustellen, die dem Pflegepersonal besonders komfortabel erscheint. Im Gegenteil: Alle Anstrengungen zielen darauf ab, den Kranken wiederzubeleben, und zwar auf psychischer Ebene.”

Deshalb habe Prof. Erwin Böhm seinem Lebenswerk den herausfordernden Leitgedanken „Aufleben statt Aufheben” vorangestellt; das Mittel dazu sei eine reaktivierende thymopsychische Pflege. In dem Seminar werde nach Überzeugung des Bildungswerks BAAS nicht nur deutlich, was diesen Ansatz von etablierteren Lehrmodellen unterscheide; es würden auch die entsprechenden Fachkenntnisse vermittelt, um das Pyschobiografische Modell in der täglichen Pflegepraxis in die Tat umzusetzen.

Fachkompetenz wird vertieft und dokumentiert
Folgerichtig schließen sich der Grundlagenvermittlung vertiefende und praxisorientierte Kursbausteine an. Unter anderem lernen die Kursteilnehmer, individuelle Psychobiografien zu interpretieren, das psychobiografische Normalitätsprinzip in die alltäglichen Heimpflege-Abläufe einzubringen und die richtigen Folgerungen für die Milieugestaltung abzuleiten. Zudem vertiefen sie ihre Souveränität im Umgang mit dem Böhmschen Regelkreis.

„Selbstverständlich werden die Lernerfolge der Seminarteilnehmer zum Schluss benotet”, versichert Joachim Jürgens. „Ebenso wird jedem Teilnehmer ein BAAS-Zeugnis ausgehändigt, das die neu gewonnene Fachkompetenz im Umgang mit dem Psychobiografischen Modell nach außen hin nachvollziehbar dokumentiert.”

Neue Perspektiven für Gesellschaft, Gesundheitswirtschaft und Pflegefachkräfte
Bis dahin erwartet die Seminarteilnehmer hochinteressanter Seminarstoff, hat doch das Psychobiografische Modell ebenso für Aufsehen gesorgt wie sein Entwickler selbst: Der Österreicher Erwin Böhm, Diplom-Krankenpfleger, ist noch nie den Weg des geringsten Widerstands gegangen. Der Praxis des medikamentösen Ruhigstellens von Demenzerkrankten stellte er bereits in der 70er-Jahren seine Vorstellung einer aktiven Wiederbelebung der Patienten auf psychischer Ebene entgegen – und kam mit seinen unangepassten Methoden manchem Vorgesetzten in die Quere. Die entsprechenden Disziplinarverfahren überstand Erwin Böhm unbeschadet, dessen Pflegemodell 1985 vom New Yorker Weltkongress für Geriatrie anerkannt worden ist. Wegen seiner Verdienste wurde Erwin Böhm im Jahr 2000 die Ehrenprofessorwürde verliehen. Heute arbeitet Prof. Böhm mit führenden Bildungswerken zusammen, um seinen innovativen Pflegegedanken mehr Entfaltungsraum zu geben.

Dass seine Wahl dabei auf die BAAS gefallen ist, dürfte auch in dem ambitionierten Anspruch dieses Lüner Bildungswerkes liegen, so Joachim Jürgens: „Unser Ziel ist eine markt- und bedarfsorientierte, berufsbegleitende Fortbildung für verantwortliche Pflegefachkräfte. Damit wollen wir zum einen dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel in der Gesundheitswirtschaft aktiv begegnen und damit einer gesellschaftlichen Notwendigkeit Genüge tun. Zum anderen sollen die Unternehmen, die in der Gesundheitswirtschaft tätig sind, ihre Marktpositionen durch kompetentes und engagiertes Personal sichern und ausbauen können. Und nicht zuletzt können verantwortliche Pflegefachkräfte durch unser aktuelles und bedarfsorientiertes gesundheitswirtschaftliches Seminarangebot reizvolle Perspektiven für sich, ihre tägliche Arbeit und ihren weiteren Werdegang erschließen.”

Der Kurs findet an folgenden Terminen statt: 04./05.September, 13./14.Oktober, 05. bis 07 November, 11./12. Dezember 2008, 22./23. Januar sowie 12. Februar 2009, jeweils in Lünen. Nähere Auskünfte erteilt Joachim Jürgens telefonisch unter: (02 31) 98 60-5 08 oder per E-Mail: E-Mail.

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