(openPR) Berlin - Null Geld für Werbung liegt im Trend. Ob als Designwettbewerb getarnt, oder als angebliche Bereicherung für das eigene Portfolio: Selten darf ein Designer auf ein angemessenes Honorar hoffen, das ihn für seinen Arbeits- und Zeitaufwand entschädigt.
Auch der Grafik- und Webdesigner Michael Koren, Geschäftsführer des Berliner Designunternehmens ARCHE INFO ist von diesem Negativtrend nicht verschont geblieben. Mehr als ein Jahr betreute er einen etablierten Kunstverein aus Oberschöneweide, einem Ortsteil des Bezirks Treptow-Köpenick. Während dieser Zeit entstanden unter anderem ein neues Corporate Design, Einladungskarten für diverse Ausstellungen und eine Website.
Der Vereinsvorstand war sich zwar zu jeder Zeit bewußt, das in Anspruch genommene Designleistungen von ARCHE INFO grundsätzlich nicht kostenlos sind, jedoch wurden die Gestaltungshonorare bis heute nicht gezahlt. Die Geschäftsbeziehung zwischen dem Kunstverein und ARCHE INFO ist mittlerweile beendet.
Trotz des wirtschaftlichen Schadens, den Herr Koren dadurch erlitten hat, sieht er keinen Grund aufzugeben:
»Gerade in der Berliner Kunst- und Kulturbranche sehe ich ein hohes Maß an Wachstumspotential. In jedem Bezirk gibt es eine Vielzahl an Vereinen, Stiftungen oder Organisationen, die professionelle Werbung benötigen. Leider sind nur wenige dazu bereit, für Designleistungen zu bezahlen, da sie wider besseres Wissen zu wenig in Eigenwerbung investieren wollen. Zudem sehen sich die Entscheidungsträger häufig mit der Materie überfordert. Deshalb biete ich ihnen im Vorfeld eine umfassende Beratung an und zeige ihnen kostengünstige Wege, um ihr Unternehmen auf dem Markt zu etablieren.«
Gegen Wettbewerbe oder den Vorschlag, sein Portfolio aufzufrischen, ist prinzipiell nichts einzuwenden. Allerdings sollte der Designer ganz genau prüfen, mit wem er sich einlässt. Ein T-Shirt als Trostpreis entschädigt genauso wenig wie ein freundliches Schulterklopfen. Es gibt kaum ein vergleichbares Berufsbild, das so gnadenlos unterbewertet wird. Obwohl der Designer maßgeblich an der positiven Entwicklung der kreativen Wissensgesellschaft beteiligt ist, hat er einen niedrigeren Stellenwert als ein Künstler.
In diesem Zusammenhang ist der gegenwärtige Negativtrend mit Skepsis und Sorge zu betrachten. Jeder potentielle Auftraggeber, der über ein Mindestmaß an sozialer Verantwortung verfügt, muß sich davon distanzieren. Talente, Technologie und Toleranz müssen Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze generieren und dürfen nicht irgendwelchen Sparzwängen untergeordnet werden.









