(openPR) LEIPZIG (Ceto). – Am Freitagnachmittag der vergangenen Woche schnellten die Preise für Rohöl in einer bis dato nicht vorgekommenen Weise nach oben. Treibende Kräfte waren weiterhin der schwache Dollar, der aufgrund des massiven Euro-Kursanstiegs aufgrund von Zinsanhebungs-Spekulationen und wegen enttäuschender US-Wirtschaftsdaten sowie fallender US-Aktien massiv unter Druck geraten war. Banken, Investmentgesellschaften, Versicherungen und Hedgefonds flüchten daher verstärkt aus Dollar-Anlageformen und bevorzugten Ölanlagen, die als "sicherer“ gelten. Marktbeobachter wiesen aber auch auf die preistreibende Wirkung geopolitischer Sorgen hin, die nach den israelischen Äußerungen zum iranischen Atomprogramm und Meldungen über einen möglichen erneuten Öl-Arbeiterstreik in Nigeria wieder gestiegen sind.
Nach einem Gesamtplus von 10% starteten die Notierungen dann heute schwächer nach Gewinnmitnahmen als Reaktion auf den Rekordanstieg vom Freitag.
Kurzzeitig schnellten die Preise am Vormittag noch einmal nach oben, zeigten sich danach aber bis zum frühen Nachmittag weiter schwächer. Börsianer wetten, so Oil Markte Report, weiterhin auf ein Zinsgefälle zwischen
Europa und USA. Das schwächt den US-Dollar und damit die in dieser Währung geparkten Anlageformen. Besonders betroffen sind Länder im Nahen Osten und Asien. Dort wird Geld in die Rohstoffe umgeschichtet, was zu ausufernden Preisspekulationen in den Energiemärkten geführt hat und wohl weiterhin führen wird.
Gestoppt werden kann diese Entwicklung, so Marktexperten, wohl nur durch eine Zinsanhebung in den USA. Das würde aber bedeuten, dass sich dort eine Rezession auf längere Sicht ergeben könnte. Das Verlustrisiko für Hochpreisspekulanten in den Ölmärkten bleibt daher zurzeit noch gering. In den physischen Ölmärkten gehen indes die Absätze/Verbrauchszahlen weiter zurück was die spekulative Preisblase in den Energiemärkten irgendwann platzen lassen könnte. Die bisher von der IEA veröffentlichten Zuwachsraten wurden in den vergangenen Wochen und Monaten schrittweise nach unten korrigiert. Zum Redaktionsschluss lagen die Notierungen mit knapp 136 Dollar pro Barrel rund 3 Dollar unter Vortagesschluss.
Der rapide Preisanstieg hatte natürlich heute auch Konsequenzen für den deutschen Heizölendverbrauchermarkt. Der Bundesdurchschnittspreis für eine 3.000 Literpartie Heizöl EL, inkl. MwSt., kletterte um mehr als drei Euro pro 100 Liter nach oben und landete knapp über der Marke von 95 Euro. Damit liegen die Preise nur noch etwa 80 Cent unter dem letzen Jahreshoch vom 23. Mai.
Die Entwicklung der heimischen Heizöl-Endverbraucherpreise in den einzelnen Bundesländern zeigen die Grafiken auf dem Energieportal
www.brennstoffspiegel.de in der Rubrik Marktdaten.
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