(openPR) Am 8.Mai legte das Bundesumweltministerium einen Entwurf für ein Gesetz, das den Umgang mit Batterien regelt vor. Ein wichtiger Schritt für eine nachhaltige Umweltpolitik. Doch was unternimmt das Ministerium bei anderen gefährlichen Substanzen – zum Beispiel: Altmedikamente?
Das Bild ist bekannt: Geht man in den Supermarkt, kann man im Vorbeigehen noch schnell die alten Batterien in kleine, putzige Behältnisse entsorgen – so einfach, so effektiv, so verbraucherfreundlich. Eine standardisierte Lösung, die einfach ins Alltagsleben integriert wird und somit die Umwelt schont. Es werden kaum noch Batterien in den Hausmüll geworfen; die gefährlichen Substanzen werden fachgerecht entsorgt – flächendeckend.
Anders sieht es bei Altmedikamenten aus. Hier ist die Lage weit unübersichtlicher. In manchen Kommunen, in denen der Müll verbrannt wird, können Altmedikamente einfach in den Hausmüll geworfen werden. Eine nicht ganz ungefährliche Vorgehensweise. Spielende Kinder können weggeworfene Pillen für Bonbons halten; Drogenabhängige mixen sich aus weggeworfenen Arzneimitteln bisweilen einen schädlichen Cocktail. Außerdem ist man seit den Vorfällen der illegalen Verbringung von Hausmüll in ostdeutschen Tongruben nie ganz sicher, ob der eigene Hausmüll auch ordnungsgerecht entsorgt wird. Die weggeworfenen Substanzen können dadurch ins Grundwasser gelangen.
Etwa 80 Prozent der deutschen Apotheken sind an spezialisierte Rücknahmesysteme angeschlossen. Hier nehmen die Apotheken die Medikamente zurück und geben sie sachgemäß getrennt an den Entsorger weiter. Doch leider passiert es oft, dass Verbraucher an die 20 Prozent der Apotheken geraten, die Altmedikamente nicht zurücknehmen. Wenn Hausmüll in der betroffenen Kommune dann auch noch nicht verbrannt wird, was dann?
Viele unschlüssige und verunsicherte Verbraucher wählen dann den denkbar schlechtesten Entsorgungsweg – ab in die Spüle oder ins Klosett. Dadurch gelangen die Arzneisubstanzen ins Grundwasser, da die Kläranlagen die Stoffe nicht herausfiltern können. Umweltforscher warnen eindringlich vor dadurch bedingten Langzeitfolgen.
Um den Bürgern im Umgang mit Altmedikamenten die Unsicherheit zu nehmen, sollte eine flächendeckende, sichere und sachgerechte Lösung gefunden werden. Hier bietet sich die Rücknahme über die Apotheke in Verbindung mit spezialisierten Rücknahmesystemen an. Wenn das BMU für Batterien eine gesetzliche Grundlage schaffen kann, dann sollte es ihm auch für den Umgang mit Altmedikamenten gelingen.









